Mit 1,112 Milliarden Einwohnern ist Indien nach China und vor den
USA der zweitbevölkerungsreichste Staat der Erde.
Seine Bevölkerungsdichte beträgt 329 Einwohner pro km2
(zum Vergleich: Deutschland 231 pro km2). Seine Bezeichnung hat Indien
von dem in Tibet enspringenden Fluss Indus, dessen Name sich von dem
Sanskrit-Wort Sindhu mit der Bedeutung "Fluss" herleitet.
In Hindi heisst das Land Bharat, diese Bezeichnung wurde zum amtlichen
Namen der Republik Indien.
Der Himalaya bildet die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschliesst der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, die chinesische autonome Region Tibet, an Nepal, Bhutan, Myanmar (Birma) und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven.

Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi, das mit rund 11 Millionen Einwohnern die zweitgrößte
Stadt des Landes darstellt. Delhi gilt als kultureller Mittelpunkt, Indiens
größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist jedoch Mumbai, das
bis 1995 Bombay hieß. Die Metropole an der Westküste zählt fast
13 Millionen Einwohner. An dritter Stelle folgt Bangalore. In der 5- Millionen-Stadt
im südlichen Dekkan-Hochland sind zahlreiche Hochtechnologiefirmen angesiedelt,
was ihr den Beinamen "Silicon Valley Indiens" eingebracht hat. Kolkata (bis
2001 Calcutta - eingedeutscht zu Kalkutta), die wichtigste Metropole des Ostens,
liegt mit 4,6 Milionen Menschen an vierter Stelle. Es gilt als intellektuelles
Zentrum. Chennai (bis 1996 Madras), die mit 4,3 Millionen Einwohnern fünftgrößte
Stadt Indiens, ist als kultureller Mittelpunkt Südindiens bekannt.
In Indien besteht allgemeine Schulpflicht bei einem Lebensalter von 6 bis 14 Jahren.
Während dieses Zeitraumes ist der Besuch öffentlicher Schulen kostenlos.
Das Schulsystem umfasst vier Hauptstufen: auf die 5-jährige Grundschule folgt
die Mittelschule von der 6. bis 8. Klasse, darüber die höheren Schulen
und schließlich die Hochschulen und Universitäten. Heute werden zwar
fast alle Kinder - zumindest Jungen - tatsächlich eingeschult, in den höheren
Klassenstufen wird die Zahl der Abbrecher aber immer höher. Vor allem im
ländlichen Raum erhalten daher viele Kinder nur eine äußerst rudimentäre
Grundbildung. Weiterführende Schulen und höhere Bildungseinrichtungen
stehen dagegen meist nur in Städten zur Verfügung. Immerhin konnten
seit der Unabhängigkeit große Fortschritte bei der Alphabetisierung
erzielt werden. 2001 lag die Alphabetisierungsrate im Landesdurchschnitt bei 64,8
Prozent. 1991 hatte sie noch 52,2 Prozent betragen, 1951 sogar nur 18,3 Prozent.
Der Film ist zweifellos einer der wichtigsten Bestandteile der modernen Alltagskultur
Indiens. Mit mehr als 1.000 Produktionen jährlich ist die indische Filmindustrie
die größte der Welt. Die kulturelle, vor allem sprachliche Vielfalt
spiegelt sich daher auch in diesem Genre wieder. So hat jede der großen
Regionalsprachen ihre eigene Filmindustrie. Der Hindi-Film bringt die meisten
Produktionen hervor. Er wird in Mumbai produziert und ist unter der Bezeichnung
"Bollywood" bekannt.
Allgemeine Informationen
Offizieller Ländername: Republik Indien, Bharat (Hindi)
Hauptstadt: New Delhi (Einwohnerzahl: ca. 11. Mio.)
Bevölkerung: ca. 1,112 Mrd.
Größe des Landes: 3.287.000 km2 (gut 9x so groß wie die Fläche
Deutschlands)
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
Währung: Indische Rupie, 1 Rupie = 100 Paise
Telefonvorwahl: +91
Landessprachen
In Indien werden insgesamt 415 Sprachen und Idiome gesprochen. Neben den beiden
überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch sind weitere 21 Sprachen
als Nationalsprachen anerkannt.
Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Indien ist damit
das Land mit den meisten Amtssprachen weltweit.
Religionen
Hinduismus (ca. 80,5%), Islam (ca. 13,4%), Christentum (ca. 2,3%), Sikhismus
(ca. 1,8%) sowie Buddhidmus, Jainismus, Parsen und andere.
Klima
Mit Ausnahme der Bergregionen ist Indiens Klima vornehmlich tropisch, wobei
Nord- und Zentralindien kontinentaler geprägt sind als der maritime Süden.
So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen
auf. Während in den nördlichen Tiefebenen im Dezember und Januar nur
10 bis 15 Grad Celsius herrschen, sind in der heißesten Zeit zwischen
April und Juni Temperaturen von 40 bis über 50 Grad Celsius möglich.
Im Süden ist es dagegen ganzjährig heiß.
Die Niederschlagsverhältnisse werden im ganzen Land maßgeblich vom
Monsun beeinflusst. Der Südwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten
Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober
ergiebige Niederschläge.
Einreisebestimmungen
Für Reisen nach Indien ist ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass
und ein Visum erforderlich, welches von den Vertretungen Indiens (Botschaften
und Konsulate) ausgestellt wird.
Für nichtdeutsche Staatsangehörige ist die Einreise mit einem Reisedokument
möglich, sofern sie ein gültiges Visum besitzen.
Die Einreise mit einem Personalausweis oder Pass ohne Visum ist nicht möglich.
Das Visum kann nicht an der Grenze oder am Flughafen beantragt werden. Touristenvisa
werden mit einer Gültigkeitsdauer von 6 Monaten ab dem Tag des Ausstellungsdatums
ausgestellt, wobei mehrmalige Einreisen möglich sind (multiple entry visa).
Die Einreise muss innerhalb von 6 Monaten nach Ausstellung des Visums erfolgen
und berechtigt zu einem Aufenthalt in Indien für die Restlaufzeit des Visums.
Impfschutz
Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes empfiehlt Schutz gegen Tetanus,
Diphterie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate
auch Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (Landaufenthalt, Jagd, Jogging,
Rucksacktourist u.a.) kann Impfschutz auch gegen Tollwut, Typhus, evtl. auch
gegen Meningokokken-Meningitis (ACWY) und Japanische Encephalitis sehr sinnvoll
sein.
Insbesondere Tollwut stellt ein besonderes Problem dar, da moderne Impfstoffe
gegen Tollwut im Notfall in Indien kaum verfügbar sind. Im Zweifel sollte
man daher immer eine vollständige prophylaktische Tollwutimpfung vor der
Ausreise durchführen (drei Injektionen innerhalb von vier Wochen).
Im persönlichen Beratungsgespräch mit dem Tropenarzt bzw. dem Impfarzt
mit tropen- und reisemedizinischer Erfahrung sollten diese und andere Fragen
entschieden werden.