Au Pair USA: Verlängern – ja oder nein? – Columba (22)

Hi,

Ich bin Columba (22) aus Niederösterreich und mittlerweile seit ca. 9 Monaten als Au Pair Professional in Chicago tätig. Schon seit mehreren Monaten machte ich mir immer wieder Gedanken, ob ich meinen Aufenthalt in den USA verlängern sollte oder nicht. Dabei wechselte ich fast täglich meine Meinung. Eine Pro- und Kontra Liste sollte mir Erleichterung schaffen:

Verlängerung in einer neuen Gastfamilie?

+ Ich lerne einen neuen Ort in den USA kennen und kann neue Erfahrungen machen, die ich hier in Chicago bei meiner jetzigen Familie eventuell nicht machen kann.

– Meine jetzige Familie passt wirklich gut zu mir und ich glaube nicht, nochmals eine so tolle Gastfamilie finden zu können. Daher will ich mir eigentlich die Enttäuschung ersparen. Ich müsste mich auch komplett neu eingewöhnen und neue Freunde finden.

Verlängerung in meiner aktuellen Gastfamilie?

+ Wir passen gut zueinander, ich bin das Familienleben schon gewohnt und kenne mich in Chicago aus. Ich konnte eine gute Verbindung zu den Kindern aufbauen, wodurch die Arbeit in den letzten Monaten noch mehr Spaß gemacht hat (es hat ungefähr 6 Monate gedauert, bis mein 3-jähriger Bub und ich eine richtig gut funktionierende, freundschaftliche Beziehung aufgebaut haben).

– Meine Freunde in Chicago werden vermutlich nicht verlängern. Ich wäre also die Einzige, die hierbleiben würde und müsste wieder neue Freunde finden. Ich habe mich schon so sehr an den Alltag hier gewöhnt, dass ich eigentlich gerne eine neue Challenge hätte. Außerdem möchte ich wieder Zeit mit meiner Familie in Österreich verbringen. Auch wenn ich kein richtiges Heimweh hatte, vermisse ich mein Zuhause manchmal und traue mir nicht zu, noch länger von dort weg zu sein.

Was nun?

Als dann vor ein paar Wochen Post von Au Pair in America kam, die meine Entscheidung forderten, schwankte ich sehr zwischen nach Hause fliegen und bei meiner Gastfamilie bleiben. In einer neuen Gastfamilie zu verlängern, hatte ich am Ende ausgeschlossen (was die Entscheidung trotzdem nicht leichter machte). Ich wusste, dass meine Gastfamilie gerne mit mir verlängern würde, trotzdem entschied ich mich schlussendlich dazu, nicht zu verlängern. Ob das die richtige Entscheidung ist, kann ich wohl erst sagen, wenn ich wieder zu Hause in Österreich bin.

Wie sage ich es der Gastfamilie?

Es war sehr schwierig für mich, meiner Gastfamilie mitzuteilen, dass ich nicht verlängern werde. Sie wussten zwar, dass ich sehr stark überlegte und eher dazu tendierte nach Hause zu fliegen, trotzdem brachte ich es nicht übers Herz, ihnen die endgültige Entscheidung persönlich mitzuteilen. Ich schrieb meiner Gastmutter aus diesem Grund eine SMS (selbst dafür brauchte ich die Unterstützung meiner Freunde). Ich hatte Bedenken, dass sich das Verhältnis zwischen meinen Gasteltern und mir nach meiner Entscheidung verändern würde. Zum Glück ist aber alles beim Alten geblieben. Meine Gasteltern waren sehr verständnisvoll und betonen immer wieder, dass ich immer ein Teil der Familie bleiben werde und jederzeit willkommen bin, sie zu besuchen.

Jetzt, wo meine Tage hier quasi gezählt sind, schwanke ich oft zwischen großer Vorfreude auf zu Hause und Angst bzw. Trauer, dass ich Chicago und meine Gastfamilie vermissen oder meine Entscheidung sogar bereuen werde. Außerdem weiß ich immer noch nicht, was ich beruflich weitermachen möchte – nicht gerade der beste Ausgangspunkt.

Meine Nachfolgerin

Als meine Gastfamilie anfing nach einem neuen Au Pair zu suchen, erzählten sie mir immer wieder von den Kandidatinnen und fragten auch nach meiner Meinung. Das hat mich sehr gefreut und mir auch gezeigt, wie sehr sie mich bzw. meine Meinung schätzen. Das neue Au Pair habe ich über Skype interviewt und ich freue mich, dass wir eine Woche lang zusammen arbeiten werden, bevor ich meinen Reisemonat antrete. Dann habe ich die Möglichkeit, ihr alle Tipps, Tricks und Abläufe zu zeigen und hoffe, meine Gastkinder nachher in sicheren Händen zu wissen.

Die Entscheidung, ob ich verlängern soll oder nicht, habe ich also getroffen und versuche nun aus meinen letzten Monaten das Beste zu machen und mich auf zu Hause zu freuen.

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