Study Abroad – Dianas Semester im sonnigen Huntington Beach

Diana aus Amberg in Bayern ist mit uns für vier Monate in die USA, genauer gesagt nach Huntington Beach gereist. Wie es ihr während ihres Auslandssemesters am Golden West College im sonnigen Kalifornien so ergangen ist, hält sie auf ihrem Blog Letsgoeverywhere fest. Für uns berichtet sie hier von der Vorbereitung ihres Auslandsaufenthaltes, der Kurswahl und der ersten Zeit am College:

Dianas Auslandssemester in Huntington Beach

Mehrere Monate in California leben und studieren – das ist für mich ein wahr gewordener Lebenstraum. Durch mein Semester am Golden West College in Huntington Beach hat sich für mich vor allem eines geändert: Statt täglich arbeiten zu gehen, konnte ich endlich so richtig das Studentenfeeling erleben. Das ist für mich insofern besonders, weil ich in Deutschland nie studiert, sondern nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung gemacht habe. In den USA benötigt man für ein Auslandssemester praktischerweise weder das Abitur noch einen aktiven Studentenstatus. Man kann also auch in den Genuss eines Studentenlebens kommen, ohne daheim an einer Fachhochschule oder Uni immatrikuliert zu sein.

Warum ich mich für Huntington Beach entschieden habe

Die wichtigste Frage zu Beginn der Planung war natürlich: Wohin soll es eigentlich gehen? In den ersten paar Sekunden, nachdem ich mich für die USA entschieden hatte, schossen mir sofort drei Favoriten durch den Kopf: Los Angeles, Hawaii oder Palm Springs.

Hawaii wäre ein tropischer Traum, ist dann allerdings durch die Größe und lokalen Gegebenheiten doch nicht für mich infrage gekommen. Bei Palm Springs hatte ich natürlich direkt das berühmte Coachella Festival vor Augen. Wenn ich fürs Spring Semester, also zu der Zeit des Festivals, in die USA gegangen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich dafür entschieden. Auch abgesehen vom Coachella soll Palm Springs nämlich unglaublich schön sein. Letztendlich ist meine Wahl aber dann auf Huntington Beach gefallen, weil es durch seine Lage direkt am Strand und die kurze Distanz zu Los Angeles gepunktet hat. Ich hätte Sonne, Strand und Meer und würde trotzdem nur wenige Meilen von der Filmhauptstadt entfernt leben. Ab da konnte ich es kaum erwarten!

Am Strand von Huntington Beach
Hollywood Sign

Vor dem Auslandssemester

Nun wo meine Wahl gefallen war, habe ich mich mit der Hilfe von AIFS zuerst am College beworben. Dafür braucht man eine beglaubigte Übersetzung der Zeugnisse und eine Bestätigung der Bank als Nachweis, dass man sich während des Auslandssemesters selbst finanzieren kann. Sobald man am College angenommen wurde, beantragt man sein Visum. Dies geht teilweise online, anschließend muss man aber trotzdem noch ins Konsulat, um dort ein persönliches Gespräch abzuhalten. Einige Wochen vor der Ausreise bucht AIFS den Flug mit einer renommierten Fluggesellschaft. Ich bin mit Lufthansa direkt von München nach L.A. geflogen.

Vor der Ausreise hatte ich noch einen Infotag in Bonn, wo ich auch gleich meine Golden West College Crew kennenlernen konnte. Während des Fluges saß man so auch schon mit den Leuten zusammen, die auf das gleiche College gingen, war also super organisiert.

Zu unserem Fall Semester sind wir zu neunt eingereist. Eine wilde Truppe:
Zwei Studentinnen, die sich die Kurse auch zuhause in ihrer Uni anrechnen lassen konnten sowie fünf Abiturienten, die ihr Auslandssemester als eine Art Orientierung nutzen wollten, um herauszufinden, welchen Studiengang sie in Zukunft antreten möchten. Außerdem war neben mir noch ein weiterer Realschüler dabei, der sich mit seiner Ausbildung nicht identifizieren konnte.

Vor Abflug am Flughafen

Meine erste Zeit in California

Ganz ehrlich, es war alles wie im Film. Jeden Tag dachte ich mir, dass könnte eigentlich nur ein wunderbarer Traum sein. Es hört sich verrückt an, aber es ist tatsächlich so viel Schönes passiert, dass ich noch nicht mal auf die Idee gekommen bin, typisches Heimweh zu haben (womit ich ehrlich gesagt schon gerechnet hatte). California an sich ist fast immer sonnig, der Himmel blau, überall Palmen und unglaubliche Sonnenuntergänge. Huntington Beach selbst ist ein wunderschöner Ort mit total guten Vibes und macht seinem Namen als Surf City einfach alle Ehre. Jeder ist unfassbar nett, führt gerne Small Talks und ist auch fremden Menschen gegenüber total offen.

Paradiesische Aussicht

Eine Art Heimweh Gefühl kam höchstens an Sonntagen auf, da ich Sonntage zu Hause einfach liebe. Hier habe ich die Distanz nach Hause am meisten gespürt. Eine Fernbeziehung zu führen ist meiner Meinung schon Arbeit. Der Zeitunterschied von 9 Stunden und die räumliche Nähe sind eben anders als wie gewohnt mit meinem Freund einfach zusammenzuleben und den Alltag und seine Gefühle miteinander zu teilen. Aber es macht die Beziehung auch stark.

Sonnenuntergang in Kalifornien

Orientation am College und die ersten Tage in den Kursen

Die Orientation am College war speziell für die internationalen Studenten organisiert, also für ca. 100 Studenten aus der ganzen Welt. Hier wurde man mit den Regeln am College, dem amerikanischen Studiensystem und dem Campus vertraut gemacht. Super lieb war auch die Einladung zum Dinner in Pacific City direkt am Strand. Dort hatten wir beim gemeinsamen Abendessen die Möglichkeit, uns näher kennenzulernen.

Anschließend ist das Semester regulär für alle Studenten gestartet. Ich hatte drei Kurse auf dem Campus und einen Onlinekurs, den ich von überall aus machen konnte. Mit diesen insgesamt vier Kursen konnte ich 12 Credits sammeln, was auch die Bedingung für das F1-Studentenvisum ist. Bei den Kursen am Campus bestand Anwesenheitspflicht, weshalb ich so gut wie nie fehlen durfte, wenn ich nicht mein Visum riskieren wollte.

Allgemein ist das ganze College Life mit vier Kursen doch aufwendiger als ich zunächst gedacht hatte. Man hat in der Regel 12 Unterrichtsstunden pro Woche (3 Stunden pro Kurs). Zusätzlich muss man Hausaufgaben machen, wie z.B. Kapitel lesen, Videos anschauen, Essays schreiben, ein Quiz beantworten oder Gruppendiskussionen führen. Pro Fach sollte man also etwa 3 Stunden für extra Work einplanen. Rechnet man diese zusätzlichen Aufgaben hinzu, kommt man auf rund 24 Stunden die Woche, die man für die Uni/das College aufwendet. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es so viel Aufwand ist. Besonders, weil mein Stundenplan mit Montag 6 Stunden, Dienstag 1,5 Stunden, Mittwoch frei, Donnerstag 1,5 Stunden und Freitag frei super easy aussah.

Das Golden West College
Auf dem Campus

Dafür waren meine Kurse aber auch genau auf meine Interessen ausgelegt. Ich hatte mich für Digitale Medien, Business, Management/Marketing und Kommunikation angemeldet. Dies sind alles Kurse, die ich unbedingt in meiner Zukunft brauche. Hier habe ich die perfekte Grundlage bekommen und bin richtig motiviert, danach karrieretechnisch über mich hinauszuwachsen.

Da die meisten Hausaufgaben mit in die Benotung einfließen, hatte man nur in der ersten Woche nach Semesterstart noch Zeit, seine Kurse zu wechseln, falls sie einem nicht gefallen. Sonst wäre es schwierig geworden, die Punkte für die Benotung noch aufzuholen. Mein Tipp für die Kurswahl: Als ich den Katalog studiert habe, habe ich generell darauf geachtet, keine Kurse mit 5 Credits zu wählen. Denn diese finden meistens 5 Tage die Woche statt und sind auch anspruchsvoller. Außerdem habe ich bei den Unterrichtszeiten darauf geachtet, dass die Kurse am Stück stattfinden und nicht gesplittet sind. Es war also kein Zufall, dass ich freitags kein Unterricht hatte. Ich habe das bewusst vorab so ausgesucht, damit ich die Wochenenden auch für Trips nutzen konnte. Was mir auch perfekt gelungen ist! Mein Wochenende war immer voller Aktivitäten, wie Los Angeles, Newport Beach, Laguna Beach, eines der vielen Outlets oder vieles mehr zu besuchen.

Santa Monica Pier
Street Art

Was mir mein Auslandssemester gebracht hat

Ich habe hier in einer multikulturellen Gastfamilie gelebt – mit meiner amerikanischen Host Mom und einer weiteren Studentin aus Japan. So habe ich sowohl am College als auch im Alltag mein Englisch schnell verbessern können. Auch sonst war das Auslandssemester die beste Entscheidung meines Lebens. Ich bin viel selbstständiger geworden, habe gelernt mit verschiedensten Situationen umzugehen und erfahren, was mir wirklich wichtig ist, aber auch welche Menschen mir wirklich wichtig sind. Ich bin persönlich echt gewachsen und hatte die Zeit meines Lebens.

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