Gefühlschaos vor der Ausreise

Mein Name ist Katharina (19), ich komme aus Niederösterreich, und bin seit 27. August als Au Pair in Amerika – genauer gesagt in Bethesda im Bundesstaat Maryland. Meine Ausreise ist noch nicht so lange her, deshalb kann ich mich an die Zeit vor der Abreise und an den Tag des Abschieds erinnern, als wäre es gestern gewesen.

Die Woche davor

Die Tatsache, dass ich in einer Woche mehr als 7 000 km von zu Hause weg sein würde, war sehr beunruhigend und aufregend zugleich. Alle haben mich gefragt, ob ich denn schon nervös und aufgeregt sei und meine Antwort war immer die gleiche: „Ja und Nein!“. Auch die Frage, ob ich denn Angst hätte, habe ich immer verneint. Zum Teil, weil ich wirklich keine Angst hatte und zum Teil, weil ich es irgendwie nicht so ganz wahrhaben wollte.

In meiner letzten Woche in Österreich habe ich ganz viel Zeit mit meinen Liebsten verbracht, war oft Essen und habe viele, viele Fotos gemacht. Die Abschiede waren eher „Bis bald!“ ‘s und das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Im Hinterkopf hatte und habe ich aber immer den Gedanken: „Was, wenn ich wieder komme und die alle keinen Platz mehr für mich in ihrem Leben haben?“.

Das letzte Wochenende habe ich mit meiner Familie und den engsten Freunden verbracht. Natürlich gab es viele Tränen. Ich glaube, dass ich in meinem Leben noch nie so viel geweint habe wie in der Zeit vor meiner Ausreise. Es war keine Trauer, sondern mehr eine Mischung aus Angst, Nervosität, Vorfreude, Begeisterung und auch ein bisschen Panik. „Was, wenn bei den Flügen etwas schiefgeht? Was, wenn mein Gepäck verloren geht? Was, wenn meine Gastfamilie doch nicht die richtige für mich ist?“. Meine Gedanken und Gefühle haben verrückt gespielt, aber viel Zeit zum Überlegen und Nerven wegschmeißen blieb nicht, denn plötzlich war der Tag der Abreise gekommen.

Auf los geht’s los

Der Montag hat für mich sehr zeitig begonnen, da noch der Abschied von meiner besten Freundin anstand. Sie war die ganze Nacht bei mir gewesen und ohne sie würde ich jetzt wahrscheinlich gar nicht hier sitzen, denn sie hat mich an dem Tag wortwörtlich aus dem Bett gezogen. Meine Gefühlslage hat sich alle zwei Minuten geändert und von „Endlich geht’s los!!“, bis hin zu „Was um Himmels willen tu‘ ich hier bitte?!“ war einfach alles dabei. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, und ob ich das alles überhaupt noch wollte.

Am Flughafen in Wien habe ich mich dann mit anderen AIFS Au Pairs getroffen. Man hat uns angesehen, dass keiner so wirklich wusste, was richtig oder falsch ist, aber alle waren top motiviert und voller Vorfreude endlich in den Flieger zu steigen.

In Zürich hatten wir einen kurzen Zwischenstopp. Spaßes halber schauten wir, wann der nächste Flieger zurück nach Wien ging, nur so als Option, falls wir es uns in der Stunde Aufenthalt doch noch anders überlegten.

Der Flug nach New York war für mich, emotional gesehen, eine weitere Herausforderung, denn ich hatte ein ‚Abschiedsbuch‘ bei mir, in das sich alle meine Freunde und Familienmitglieder eintragen konnten. Bis zu jenem Zeitpunkt im Flugzeug, hatte ich keine Ahnung, was mich in dem Buch erwarten würde. Eine Stunde und eine Packung Taschentücher später hatte ich alles durchgelesen. Ich bin unfassbar glücklich so viele Menschen in meinem Leben zu haben, die hinter mir stehen, mich unterstützen und auf mich warten. Ich war erleichtert, so einen guten Rückhalt zu Hause in Österreich zu haben und traurig, weil ich die ganzen Leute ein Jahr lang nur via Skype oder Facetime sehen würde. Dennoch war ich verunsichert, ob das alles wirklich die richtige Entscheidung war. Ich habe zu zweifeln begonnen, ob alle Freundschaften die Distanz überleben werden.

Einige Wochen später

Nun ist es ein bisschen mehr als vier Wochen her, dass ich im Flugzeug nach Amerika saß und ich kann sagen, dass sich die ganzen Unsicherheiten gelegt haben. Natürlich hat man das vertraute zu Hause noch immer im Hinterkopf, aber die Vorfreude und Aufregung auf die kommende Zeit überwiegen. Bis jetzt bin ich total zufrieden mit meiner Entscheidung und ich habe regelmäßig Kontakt mit meinen Leuten zu Hause.

Die Zeit vergeht jetzt schon wie im Flug und ich könnte hier nicht glücklicher sein! Ich habe rasch Kontakte geknüpft und auch schon meinen ersten Wochenendtrip mit einer Freundin geplant.

Alle Zweifel waren und sind berechtigt, aber manchmal muss man einfach auf sein Herz hören und tun, was sich richtig anfühlt.

Ich wünsche allen Au Pairs da draußen eine schöne Zeit und jenen, die mit dem Gedanken spielen auch ein Au Pair zu werden kann ich nur ans Herz legen: Nutzt die Chance, wenn ihr sie habt! So schwer die Zeit davor und in den ersten Wochen auch sein mag, ich kann jetzt schon sagen, dass sich das alles lohnt!

Alles Liebe,
Katharina

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