Ein halbes Jahr...

von Sophie Krimmer
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Ein halbes Jahr...

Ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt verbringen, ein halbes Jahr in einer anderen Familie leben, ein halbes Jahr eine neue Kultur und Landschaft erfahren: ein halbes Jahr Au Pair in Neuseeland. Was für viele zuerst einmal beängstigend und einschüchternd klingt, entpuppt sich aber schnell zu einer der besten Zeit des Lebens. Woher ich das sagen kann? – eigene Erfahrungen und unvergessene Momente.

Im Januar 2014 bin ich mit einer kleinen Truppe am Frankfurter Flughafen los in das großes Abenteuer. In den 24 Stunden Flug kommen einige Gefühle über einen: leichtes Heimweh und Abschiedskummer – das wird aber definitiv übertönt von der ganzen Vorfreude und den bereits gesammelten Eindrücken. Das Ankommen bei den Orientation Days in Auckland und Kennenlernen von „Gleichgesinnten“ beruhigt einen schon ungemein. Zwei Tage später ging es dann in meine Gastfamilie nach Wellington. Ich wurde so herzlich aufgenommen und lernte gleich in der ersten Woche sämtliche Charaktere aller Kindersendungen die gerade „in“ waren kennen (My little Pony, Lego und Co. lassen grüßen!

Durch gemeinsame Spielenachmittage mit anderen Au Pairs und ihren Kindern und dem After Work Coffee in der Stadt lernte ich dann aber auch mit der Zeit immer mehr Freunde kennen. – Freunde mit denen man diese unvergessliche Zeit teilen kann, am Wochenende kleine Trips unternimmt, in den Ferien sich einfach einen Camper mietet und um eine der Insel fährt, oder auch einfach mal einen Sonntag Nachmittag gemeinsam im Park entspannen kann.

In Neuseeland angekommen bestand meine Gastfamilie aus einer alleinerziehenden Mutter und einem 5 jährigen Mädchen. Diese Tatsache änderte sich jedoch recht schnell, als meine Gastmama mit ihrem Lebensgefährten zusammen gezogen ist. Und schwupps hat man alle zwei Wochen dann mal drei Kinder (2 eigene Kinder des Lebensgefährten, wohnten aber hauptsächlich bei ihrer Mutter) für ein paar Tage, und anstatt einer kleinen Wohnung ein riesen Haus um das man sich sorgen darf. Mit ein bisschen Flexibilität und Offenheit sind aber selbst solche Umstellungen kein Problem. Ich habe mich recht schnell eingelebt, der Tagesablauf wir immer mehr zu Routine. Mit der Zeit weiß man selbst wo es die besten Spielplätze gibt und den besten Kaffee- wenn ich einmal auf „mein“ Kind im Schwimmunterreicht warten muss. ? In der Freizeit oder nach Feierabend unternahm ich wie schon gesagt viel mit Freunden, erforschte die Stadt oder entspannte einfach mal.

Während der gesamten Zeit, in der man sich mit „diesem Au Pair Ding“ befasst wurde ich sehr gut und kompetent betreut. In Deutschland hatte AIFS jederzeit ein offenes Ohr für Fragen oder Problem während dem Bewerbungsprozess. Angekommen in Neuseeland war dann die Partnerorganisation Au Pair LINK jederzeit für einen da. Es gab monatliche Besuche vom persönlichen Programm Manager um über Probleme oder Fragen zu reden und zu schauen ob alles in Ordnung ist und einige von denen organisierte Veranstaltungen und Ausflüge an denen man teilnehmen konnte. Das machte das Erleben des Landes und Kennenlernen von anderen Au Pairs auch noch mal wesentlich einfacher.

Man kann es nicht leugnen, - es gibt auch mal harte Zeiten. Ob es durch Heimweh kommt, schlecht gelaunten Kindern oder zu lange Arbeitszeiten. Das sind aber alles Dinge die sich wieder ändern. Die Kinder haben sich irgendwann beruhigt, die Eltern können früher von ihrer Arbeit heim und das Heimweh wird durch die dort gewonnen Freunde auch noch vertrieben. Falls euch mal irgendwelche Zweifel überkommen, ob vor der Ausreise oder schon während dem Aufenthalt – zieht es einfach durch! Ihr werdet dafür auch belohnt. Belohnt von der unglaublichen Landschaft Neuseelands, strahlenden Kinderaugen und Freunde, die man teilweise für das ganze Leben gewinnt.

Die Zeit in Neuseeland hat mich unglaublich geprägt und war bislang die beste Zeit meines Lebens. Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Verständnis für andere Kulturen, Lockerheit und Offenheit – das sind nur ein paar Eigenschaften die gerade in diesen sechs Monaten down under sich entwickelt haben. Deswegen möchte ich dich ermutigen, das Ganze auch wirklich zu machen und durchzuziehen!

Liebe Grüße, eure Sophie :)