Farmwork and Travel in Alberta, Kanada

von Katharina Hartmann

Farmwork and Travel in Alberta, Kanada

Vier Wochen leben und arbeiten auf einer Kanadischen Pferderanch.. Ein Kindheitstraum, den ich mir dank AIFS erfüllen konnte. Da ich berufstätig bin, hatte ich kein halbes Jahr Zeit, sondern eben nur 7 Wochen. Da kam das Ranchwork & Travel Programm gerade recht. Die Bewerbung ging schnell und unkompliziert und als es dann hieß, es geht ab nach Alberta war die Aufregung groß. Vor Ort angekommen merkte ich schnell, dass das mit Urlaub auf dem Ponyhof wenig zu tun hat. 8 Stunden Arbeiten am Tag, Schlafen in einer Gemeinschaftsunterkunft mit teilweise 10 Personen und einem freien Tag in der Woche. Meine Ranchbesitzer hatten knapp 200 Pferde und riesiges Land, was bearbeitet werden wollte. Viele der Pferde lebten in „wilden“ Herden, die sich dank der großen Fläche und eines Flusses selbst versorgten. Ca. 40 Pferde wurden durch uns trainiert, um sie für spätere Käufer auszubilden. Das bedeutete morgens in der Früh die Pferde von der Weide in den Stall holen. Dann hieß es – je nach Kenntnisstand – Pferde putzen, satteln, longieren oder reiten. Ich hatte wenig Pferdeerfahrung, durfte am ersten Tag aber gleich longieren, was ich bis dato noch nie gemacht hatte. Nach zwei Wochen gab ich dann mein neu erworbenes Wissen direkt an die Nächsten weiter. Durch die hohe Fluktuation musste man eben flexibel sein. Reiten war aufgrund des teilweise unberechenbaren Gemütes der Pferde den Fortgeschrittenen vorbehalten. Ich durfte aber Feierabends die „Oldies“ reiten, die als Schulpferde dienten. Nach der Mittagspause ging das Longieren / Reiten weiter und endete mit der abendlichen Versorgung der Tiere und dem Zurückbringen auf die Weide für die Nacht. Abgesehen von der Arbeit mit Pferden stand Gartenarbeit und Zäune reparieren auf dem Programm. Spätestens wenn die Pferde einen am Morgen durchs Fenster beim Frühstück beobachten, wusste man, dass wieder irgendwo ein Zaun kaputt war. Die Folge waren lange Spaziergänge am Zaun entlang um die Schwachstelle ausfindig zu machen. Dabei verirrten wir uns des Öfteren und sangen Lieder à la Hänsel und Gretel im Wald und freuten uns tierisch, als wir – wenn auch etwas verspätet – noch an den gedeckten Abendessenstisch gelangten.Die Abende wurden dann gemeinsam mit Lesen, Filme gucken und Spiele spielen verbracht. Gerne auch bei einem „Two- Step“-Tanz, den die kanadischen Rancher erstaunlicher Weise auf jedes Lied tanzen können. Bei all der harten Arbeit ging doch eines nicht verloren, das Gefühl wichtiger Bestandteil einer kanadischen Ranchfamilie zu sein. Zu wissen, dass man einen Beitrag zur Ausbildung junger Pferde leistet und ein authentisches Ranchleben führt, war für mich überwältigend. Und spätestens die Sonnenuntergänge auf der Weide zwischen den Pferden und die Ausritte über Farmland entschädigten für manchen Muskelkater und Gezanke mit launischen Pferden. Es waren vier Wochen voll harter Arbeit mit vielen Abstrichen was den gewohnten Komfort angeht. Aber ich habe unglaublich viel über Pferde und auch mich selbst gelernt. Ich bin mehrmals über mich hinausgewachsen, worauf ich im Nachgang sehr stolz bin. Die Betreuung und Planung durch AIFS war wie gewohnt hervorragend – es war bereits meine zweite Auslandserfahrung mi AIFS und ich bin gespannt, was die dritte sein wird.Ich habe Freunde von der ganzen Welt gefunden und werde der Farm sicherlich noch mal einen Besuch abstatten - wenn auch nur als Besucher ;)