Meine großartige Zeit auf Fidschi

von Clemens

Meine großartige Zeit auf Fidschi

Bula, mein Name ist Clemens, ich bin 19 Jahre alt und ich habe an dem Freiwilligenprojekt auf den Fidschi-Inseln vom 22. Oktober bis zum 9. November 2018 teilgenommen. Ich hatte eine großartige Zeit mit unvergesslichen Erlebnissen.
Nachdem ich am Flughafen gelandet bin, hat es nicht lange gedauert, bis ich die zuständige Koordinatorin gesehen habe. Anschließend ging es mit dem Bus nach Sigatoka, einer Kleinstadt im Süden der Hauptinsel Viti Levu. Von da aus ging es weiter nach Korotogo. Dort reiht sich Hotel an Hotel direkt am Strand der Coral Coast. Und zwischen den Hotels findet man dann das Volunteerhaus von The Green Lion. Beim Essen hat man einen unbezahlbaren Blick vom Balkon auf das Meer. Man kann dort sogar schwimmen, allerdings besser während der Flut. Bei Ebbe ist das Wasser kaum tief genug, um zu schwimmen und das Korallenriff erstreckt sich bis zu 50m in das Wasser. Weiter sollte man auch nicht gehen, denn dort brechen dann die Wellen und das kann gefährlich werden. Ich selbst war dort schwimmen, als ich jedoch sowohl Haie als auch Wasserschlangen gesehen habe entschied ich mich dazu, am Strand zu bleiben und nur noch mit den Füßen ins Wasser zu gehen. Besorgungen macht man dann in der Stadt Sigatoka, dort bekommt man das Übliche wie Snacks oder Souvernirs. Auch Geld kann dort gegen Gebühren gewechselt werden.

Nun zum Projekt. In der ersten Woche wird einem die Kultur näher gebracht. Man sieht einen Wasserfall im Dschungel, nimmt am Kava-Ritual in einem Dorf teil, man kocht traditionell und man lernt einige Worte auf Fiji. Zudem macht man einen Ausflug in den Nationalpark und wandert dort durch die Dünen. Man kann die Woche über tolle Orte und Menschen kennenlernen und macht großartige Erinnerungen.
Das Projekt beginnt dann am Freitag der ersten Woche. Ich habe mich als Sportlehrer gemeldet. Allerdings wurde mir bereits am ersten Tag erzählt, dass gar kein Sportlehrer gebraucht wird in der nächsten Woche. So war ich also erstmal als Lehrer eingeteilt, was für mich schon überraschend war, allerdings kein Problem darstellte. Zudem hatte ich ein Gespräch mit dem Head Teacher, mit dem ich dann den Plan für meine Tätigkeit als Sportlehrer besprochen habe. Ich sollte Fußball und Badminton trainieren und das möglichst jeder Klasse näher bringen. Bei der Betrachtung des Materials merkte ich dann an, dass ich mehr als 2 Fußbälle und 5 Hütchen brauche, um ein vernünftiges Training zu planen und durchzuführen. Dazu komme ich dann später nochmal. In der nächsten Woche war ich dann Lehrer einer 4. Klasse. Die Kinder waren sehr aufgeschlossen und freundlich, jeden Tag bekam ich von ihnen Früchte und bei Gruppenarbeiten wollte mich jeder in seiner Gruppe haben. Allerdings war meine Klasse leistungsschwach. Sie waren kaum in der Lage die Fragen auf Englisch zu lesen und die Kommunikation auf Englisch war auch alles andere als einfach, weil die Kinder nur sehr rudimentäres Englisch sprechen. Man verständigt sich dann manchmal mit Händen und Füßen. Die Lehrerin der Klasse war sehr freundlich und half den Kindern so gut sie konnte. Allerdings wusste sie die neue Situation auch gut auszunutzen, sodass ein Gang zum Kopierer schonmal eine Stunde in Anspruch nehmen konnte und die Klassenarbeiten dann während der Unterrichtszeit in den Computer getippt wurden. Am Donnerstag entschied sich die Lehrerin dann nach Suva zu fahren, weil der Cousin ihres Ehemanns dort auch nach einer Schule suchte. Davon hatte sie mir den Tag zuvor nichts erzählt, sodass ich dann schon überrascht war, als ich am Donnerstag 30 Minuten nach regulärem Unterrichtsbeginn in der Schule ankam und allein vor den Kindern stand, mit den Klassenarbeiten für die Fiji-Klausur auf dem Lehrertisch. Als ich mich bei dem Head Teacher dann vergewisserte, dass die Lehrerin wirklich weg war für den Tag, bat er mich, die Klausur mit den Kindern durchzuführen. Ich war bereit dazu und habe es dann auch selbstverständlich getan, allerdings spreche ich selbst außer "Bula (Hallo) und "Vinaka" (Danke) nicht wirklich Fiji, sodass ich Fragen der Kinder natürlich nicht wirklich beantworten konnte. Man muss eben sehr flexibel sein und sich an neue Umstände schnell anpassen. Auch zeitlich verläuft außer den feststehenden Pausen generell nichts nach Plan. Man nennt es Fiji-Time und es heißt im Grunde, dass man macht was man will wenn man gerade will. Das heißt dann aber auch, dass man an der Schule auch mal über 1 1/2 Stunden auf das bereits am Morgen bestellte Taxi warten muss.

In der letzten Woche war ich dann Sportlehrer. Entgegen vorheriger Aussagen gab es keinen Zeitplan für mich als Trainer. Das bedeutete aber auch, dass ich dann selbst entscheiden konnte, was ich wann mit welcher Klasse trainiere. Das Equipment für Badminton kam am Mittwoch an, sodass ich nur noch zwei Tage dafür hatte. Als ich dann in den Sack mit Bällen sah, fand ich nur noch einen einzigen Fußball, der ganz platt und offensichtlich kaputt war. Einen zweiten Ball gab es nicht. Somit ließ ich Fußball mit einem Volleyball spielen. Generell war es bis auf die Badminton-Einheiten kein wirkliches Training. Die Kinder selbst sprechen auch immer nur von "Play", wenn sie rausgehen. Sie wollen spielen, und zwar am liebsten die Spiele, die sie schon kennen und gefühlt 300 mal zuvor schon gespielt haben. So wechselst man ständig zwischen vier und fünf Spielen wie "duck, duck, goose" und "cat&mouse". Fußball war dann automatisch auch nur ein Spiel, kein Training. Es kommt im Grunde alles anders als erwartet. Bei all dem sollte man jetzt vielleicht denken, dass es etwas Schlimmes ist. Wenn man unflexibel ist und am liebsten seinen eigenen Plan durchziehen möchte, ist man auf den Fidschi-Inseln auch definitiv an der falschen Stelle. Doch für mich war es eine tolle Erfahrung. Dieses vermeintlich Unorganisierte gehört zur Kultur und der muss man sich in einem fremden Land nunmal anpassen. Zudem darf man nie vergessen, dass Fidschi ein Entwicklungsland ist, auch wenn es in einem gefühlten Paradies liegt und die Bilder von 5-Sterne-Hotels einen anderen Eindruck vermitteln. Für mich war es eine Herausforderung, mich den ständig neuen Situationen anzupassen und das Beste aus dem zu machen, was vorhanden war. Zudem sind die Kinder bei allem was sie tun unglaublich fröhlich und haben sehr viel Spaß. Ich habe in der Schule früher nicht so viel gelacht wie diese Kinder es tun. Diese aus dem Herzen kommende Föhlichkeit ist ansteckend und motivierend.

An den Wochenenden hat man, sollte man das nötige Budget besitzen, tolle Möglichkeiten, um Trips auf einsame Inseln und zu Resorts zu buchen, sodass man viel von Fidschi sehen kann und somit auch noch in den Genuss von traumhaften Stränden wie aus den Werbungen kommt. Die Koordinatoren sind sehr freundlich und verbreiten immer gute Laune, zu dem Nachtwächter der Anlage habe ich immer noch Kontakt, weil wir uns immer gut unterhalten haben. Auch habe ich dort Freundschaften geschlossen. So besuche ich demnächst meinen Zimmergenossen in Cairns. Alles in allem war es eine großartige Zeit und die richtige Entscheidung, auf die Fidschi-Inseln zu gehen. Dieser Ort lässt dir nicht nur eine Auszeit, sondern das Programm lässt dich und deine Persönlichkeit wachsen. Ich kann es nur jedem Menschen empfehlen, der aufgeschlossen und mutig genug ist, diesen Schritt zu wagen.

In diesem Sinne, Vinaka für meine Zeit auf den Fidschi-Inseln