Nina at Critter Care

von Nina

Nina at Critter Care

Seit genau 157 Tagen bin ich jetzt schon in Kanada, gute 7000 km weit weg von Zuhause. 62 wunderschöne Tage davon verbrachte ich in Langley, in der Nähe von Vancouver, denn dort war mein Freiwilligenprojekt at Critter Care stationiert.

Am 8. Jänner wurde ich direkt von der Langley Bus Station abgeholt und ins Freiwilligenquatier gebracht, welches aus zwei großen Trailern besteht. Kaum angekommen wurden mir bereits weitere 10 Volunteers von all over the world vorgestellt. Da ich normalerweise ein recht schüchterner Mensch bin & etwas Zeit brauche um „aufzutauen“, wenn es um die Kommunikation mit neuen Leuten geht, hat es mich umso mehr gefreut, so herzlich aufgenommen worden zu sein.
Obwohl mein Aufenthalt bereits 2 Monate her ist, bekomme ich immer noch regelmäßige Updates von anderen Volunteers. Zwei Kanadierinnen, welche mir besonders ans Herz gewachsen sind, habe ich vor einigen Wochen sogar in Montreal besucht & bekam 10 - tägige, private Stadtführung.

Ein Tag at Critter Care startet recht früh. Das tägliche Morning Meeting findet um 8:45 a.m statt. „Eigentlich voll okay“ - das habe zumindest ich gedacht, jedoch müssen davor bereits einige Dinge erledigt werden. Alle Tiere müssen gefüttert und versorgt werden & auch man selbst sollte bereits fertig gefrühstückt haben, bevor einer der 3 Supervisor die Küche betritt um den Tagesplan vorzulesen.
Danach kann ein Tag sehr unterschiedlich ablaufen. Manchmal sind nur die alltäglichen Dinge, wie die Versorgung der Tiere & das Abarbeiten der To-Do Liste zu erledigen. An anderen Tagen brauchen die Handwerker deine Hilfe, die Supervisor wählen dich als Begleitung für einen der sogenannten Animal Rescues oder, das absolute Highlight, eines der Tiere wird zurück in die Wildnis entlassen.

Das besondere an Critter Care ist, dass jedem Volunteer nach einigen Eingewöhnungstagen, bereits „eigene“ Tiere zugeteilt werden. Sind diese Tiere kürzlich erst gerettet worden (einige werden verletzt oder schwer krank aus diversen Parks zu „uns“ gebracht, andere werden direkt aus dem Garten oder der Einfahrt von Privatpersonen ge - rescued) darf der Volunteer aka Animal Parent seinen Schützling benennen. Ein Parent zu sein war eine unglaubliche Erfahrung. Allerdings auch sehr viel Verantwortung, denn nur der Parent darf sich um diese Tiere kümmern, keinem anderen, nicht mal einem Supervisor ist der Zutritt in besagtes Gehege gestattet. Dies soll verhindern, dass die Tiere unnötigem Stress ausgesetzt werden & eine Bindung zwischen Parent und Animal fördern. Letzteres hat definitiv funktioniert und den Abschied von meinen persönlichen Schützlingen (3 super süße Waschbären Rocket, Cujo & Barbara + Natasha, eine sehr temperamentvolle Opossum Lady), unglaublich schwer gemacht. Das hoch emotionale Goodbye wäre es mir allerdings jederzeit wieder wert, denn die Zeit at Critter Care war mit einer der schönsten meiner gesamten Reise. Empfehlenswert für jeden, der gerne mit Tieren arbeitet und sich von körperlicher Arbeit und etwas Raccoon Poop nicht abschrecken lässt.

Doch die Volunteerarbeit macht nicht nur Spaß, sondern wird auch belohnt. Denn nichts ist schöner als seinen, manchmal schwer verletzten Schützling wieder ins Leben zurückfinden zu sehen oder Anerkennung und Lob von kompletten Fremden zu erhalten.

An einem Abend, unsere gesamte Critter Care Crew war zum Abendessen in Langley versammelt, bekamen wir tatsächlich eine Nachspeise und ein Getränk aufs Haus, (jeder von uns!!) nachdem wir der Kellnerin von unserer Volunteer Tätigkeit erzählten. An diesem Tag habe ich beschlossen auch in meiner Heimatstadt Wien nach einer Volunteerposition zu suchen. Natürlich nicht nur wegen möglichen Freigetränken ;)

Nach 2 Monaten war meine Zeit als Critter Care Volunteer dann leider auch schon wieder vorbei. Ich wäre wirklich gerne länger geblieben ... habe jedoch auf jeden Fall vor eines Tages wieder zukommen. Nächstes mal vielleicht sogar während der Baby Season!!