Unter Kiwis und Schafen – mein Auslandsaufenthalt in Dunedin, Neuseeland

von Johanna Byloff

Unter Kiwis und Schafen – mein Auslandsaufenthalt in Dunedin, Neuseeland

Ende Jänner 2014 flog ich mit einigen anderen von Frankfurt (für mich Wien) ans andere Ende der Welt um schlussendlich fast ein Jahr an einer anderen Schule in einem anderen Land zu erleben. Doch meine Reise begann nicht mit dem Packen, geschweige denn dem Abflug – schon ein Jahr davor hatte ich nämlich damit angefangen, mich über verschiedene Austauschprogramme und Institute zu informieren. Für mich war von Anfang an klar, dass ich während meiner Schulzeit ins Ausland wollte. Jetzt war nur mehr die Frage, in welches Land und mit welcher Organisation. Während meines Informationsprozesses machte ich die Erkenntnis, dass der österreichische Markt, zumindest vor einigen Jahren, für Auslandsaufenthalte noch kaum erschlossen war – deshalb kamen auch nur zwei Anbieter in Frage. Mir wurde empfohlen, sich bei beiden zu bewerben, und da AIFS mir professioneller erschien – es gab ein Wiener Büro und das Interview war um einiges angenehmer – entschloss ich mich schließlich für das High School Neuseeland Programm. Meine Ankunft im kleinen Städtchen Dunedin (120000 Einwohner, von denen etwa 20.000 Studenten sind) war sehr freundlich, sogar das raue südneuseeländische Wetter spielte mit und meine Gastmutter empfing mich warm. Erste Eindrücke waren Müdigkeit (mit Zeitverschiebung 3 Tage Flug), ein schottisch geprägtes Englisch und die Ruhe, mit der die Neuseeländer alles angingen. Einfacher als ich dachte war die Verständigung. Nach zwei Wochen hatte ich mich vollkommen eingelebt, sowohl in der Schule als auch im Haushalt mit meiner Gastmutter und meiner japanischen Gastschwester. Anfangs hatte ich etwas Angst, im Unterricht nicht mitzukommen, da meine Fächerwahl dann doch eher exotisch war, beispielsweise Woodworks (Holzarbeiten) oder Outdoor Pursuits, einem Fach, wo wir einmal die Woche auf Ausflüge ins Freie gingen, um zu Kajaken oder Radzufahren. Außerdem lernten wir dort wichtige praktische Dinge, wie zum Beispiel ein Fahrrad vollständig reparieren und fuhren nach einem halben Jahr sogar auf einen sogenannten Tramp wo wir zwei Tage lang wanderten und in einem Zelt übernachteten. Allgemein wurden Internationals auf fast alle längeren Ausflüge mitgenommen, so konnte ich zum Beispiel an einer zweitägigen Fahrradtour und einem Schiwochenende teilnehmen. In den Ferien besuchte ich die Nordinsel und Queenstown, eine schmucke Touristenstadt inmitten von Bergen, an einem See gelegen. Doch nicht nur die Ferien waren unterhaltsam, denn dadurch, dass die Schule erst um 9 Uhr begann, konnte man sich so richtig ausschlafen und am Nachmittag noch in die Stadt gehen und etwas mit Freunden unternehmen, etwas, das in meiner jetzigen Ganztagsschule nicht möglich ist. Jeder hat nur 6 Fächer, die größtenteils selbst wählbar sind (in meinem Jahrgang musste jeder Mathe und Englisch nehmen, wobei es mehrere Leistungsgruppen gab) - damit gibt es eine große Auswahl und Möglichkeiten, sich auf seine Interessen zu spezialisieren. Die ausgesuchten Fächer hatten dann natürlich auch größeren Spielraum, was ihre Themen betraf, und so konnte vieles in Tiefe bearbeitet werden oder die Schüler und Schülerinnen konnten sich sogar aussuchen, welche Themen sie länger besprechen wollten. Dieses breite Angebot half mir sehr, denn ich wurde mir endlich über meine individuellen Interessen klar und konnte in diesen Fächern sehr viel lernen, besonders in Mathe und Chemie, wo ich jetzt nur mehr wiederholen darf. Wenn ich noch einmal zurückdenke war das einzig wirklich Herausfordernde nur die Sprachbarriere in spezifischen Fächern – wer weiß denn schon, was zwei durch drei auf Englisch bedeutet? Auf andere offen zugehen und auch mal Neues ausprobieren - das sind Zutaten, die sicherlich einen großen Anteil am Erfolgsrezept Auslandsaufenthalt haben! Johanna Byloff (Bei Fragen: johannaluise.byloff@theresianum.ac.at)