Ein unvergessliches Semester in Texas

von Elisabeth

Ein unvergessliches Semester in Texas

Mein Auslandssemester begann mit drei Tagen Orientation in New York City gemeinsam mit vielen anderen Austauschschülern aus verschiedensten Ländern. Das Programm enthielt sowohl Workshops, bei denen wir wichtige Infos zum American Lifestyle, Tipps für die ersten Tage mit unserer Gastfamilie und Konfliktbewältigung erhielten, als auch Sightseeing in Manhatten. Und natürlich hatten wir auch etwas Zeit um unser Shoppingverlangen zu stillen. Nach drei erlebnisreichen Tagen musste ich mich von meinen neu gewonnen Freunden trennen und stieg in den Flieger nach Housten,Texas, wo mich am Flughafen meine Gasteltern John und Judy, meine Gastschwester Gabby und mein LocalCoordinatorGerri mit einem „Welcome to Texas, Lissi“-Plakat willkommen hießen. In der ersten Sekunde wusste ich überhaupt nicht, was ich machen soll, aber da schloss mich Judy bereits in ihre Arme. Im Auto, das im Übrigen zirka doppelt so groß war wie unser Auto zuhause, fragten sie mich gleich einmal über New York aus und darüber konnte ich Stunden reden. Nach einen ausgiebigen Abendessen bei einem Italiener, meine Gastfamilie hat italienische Wurzeln, lernte ich mein neues Zuhause kennen. Das Haus war riesig mit einem großen Wohnzimmer und einer Küche, die sofort zu meinem Lieblingsort wurde, einmal abgesehen vom Steg, der die Terrasse mit dem Wasser verband. Mein Zimmer war sehr liebevoll hergerichtet und mein Queensize-Bed lud zum Ausruhen ein, aber ich hatte mich zu früh gefreut: Gabby wollte unbedingt, dass ich den Rest des Hauses kennenlerne. Ich bekam die Schlafzimmer, etliche Bäder, einen großen Dachboden, einen Aufzug, Gästezimmer, eine Speisekammer, einen Pool und einen movieroom zu sehen. In diesem Moment habe ich mir gedacht, ich werde mich in diesem riesen Gebäude nie zu Recht finden, was natürlich nicht stimmte. Bereits nach wenigen Tagen fühlte ich mich pudelwohl und zuhause. Außerdem wurde ich von Anfang an als Familienmitglied betrachtet und habe den Hinweis erhalten, dass ich mir jederzeit Essen nehmen darf. Offenbar wussten sie, wie man mein Herz erobert. Einige Wochen später hatte ich in Galveston ein wunderbares neues Zuhause gefunden. Mit John hatte ich eine super gutes Verhältnis, er erzählte mir immer von den tollen Reisen nach Australien, Asien und Neuseeland, die er unternommen hat und wollte unbedingt mehr über Europa erfahren. Gemeinsam mit ihm habe ich einen Italienisch Kurs begonnen. In Judy und Gabby habe ich zwei wahre Shoppingqueens entdeckt, womit ich mich definitiv auch identifizieren kann. Gemeinsam kauften wir zu jeden Anlass passend, und es war immer einer zu finden, die halben Geschäfte auf. Nach anfänglicher Orientierungslosigkeit in der Schule, habe ich mich an das amerikanische Schulsystem und meinen Stundenplan gewöhnt. Das einzige worüber ich nie hinweg gekommen bin, war die Tatsache, dass in jedem Raum die Jalousien heruntergelassen waren und die Lichter brannten. Außerdem hatte es in jeder Klasse, dank Air Conditioning, eine Durchschnittstemperatur von 10 Grad hatte, die es trotz Außentemperaturen von zirka 28 Grad unmöglich machte Sommerkleidung zu tragen. Dank meines Schwimmcoaches, ich habe Schwimmen als Fach gewählt, bin ich nach ein paar Wochen bereits im Waterpolo-Team gewesen, wo ich auch meine besten Freunde kennengelernt habe. Innerhalb von kürzester Zeit hatte ich einen super lieben Lunchtischund großartige Freunde. Gemeinsam mit meiner Gastfamilie bin ich zu Spring Break nach San Antonio gefahren und war über Ostern auf eine Kreuzfahrt nach Cozumel, Mexiko. Der wahrscheinlich amerikanischste Abend jedoch war Prom-Night: Ich hatte das große Glück ein Date zu haben und durfte den amerikanischen Traum leben. Ich wurde von zuhause mit dem Auto abgeholt, ich habe ein Anstecksträußchen, das perfekt abgestimmt auf mein Kleid war, bekommen und wir haben Fotos gemacht. Dann sind wir zu Freunden gefahren wo wir in einer großen Gruppe nochmal Fotos gemacht haben und anschließend zu Abend gegessen haben. Danach sind wir mit der Limousine zum Ball gefahren. Es war ein unvergesslicher Abend! Auch wenn es Tage mit Heimweh, Schulstress und Streitereien gab, war das definitiv eine unglaubliche Zeit. Ich würde um nichts in der Welt die Erlebnisse und gewonnen Erfahrungen eintauschen und bin so glücklich, dass meine Gastfamilie letzten Sommer gemeinsam mit meiner Familie in Italien auf Urlaub war und danach auch Wien kennengelernt hat. Sie sind zum amerikanischen Teil meiner Familie geworden und ich bin so froh diesen Sommer wieder zu ihnen zu fahren. Ich denke so gerne daran zurück, wie wir bereits im März am Strand gelegen sind, wie ich zum ersten Mal auf einem Surfbrett gestanden bin und wie Gabby und ich fast täglich zu Orange Leaf, einem FrozenYogurt Shop, geradelt sind. Ich habe mit AIFS meinen Wunsch eine amerikanische High School zu besuchen verwirklichen können. Eine Freundin von mir hat ein Jahr zuvor ein ganzes Jahr in den USA mit AIFS verbraucht und ich war sofort hin und weg von der Idee das gleiche zu erleben. Ich hatte das große Glück, viel mehr als nur das amerikanische Leben kennengelernt zu haben, ich bin ein Teil davon und habe neue Freunde und Familie gefunden!