Neues von unserer Stipendiatin Anastasia aus den USA

von Anastasia B.

Neues von unserer Stipendiatin Anastasia aus den USA

Der Oktober hat mit einem Tag mit meinem Local Coordinator und all ihren Austauschschülern angefangen. Wir sind zu einem YSU Footballspiel gegangen. YSU ist das größte College in meiner Umgebung und zu deren Fußballspielen kommen nicht nur Studenten sonder Menschen aus der ganzen Umgebung kommen um die Jungs spielen zu sehen. Football ist hier die beliebteste Sportart und es macht so viel Spaß einfach nur zuzugucken. Man steht mit seinen Freunden in den sogenannten "Bleechers" und feuert das Team an und sogar Menschen die sich gar nicht kennen fangen an miteinander über das Spiel zu reden. Es war ein toller Tag, vorallem weil ich ja noch nie ein College gesehen habe und mir nie wirklich vorstellen konnte wie groß es dort ist.

Anfang des Monats haben wir dann noch einen kleinen Trip am Wochenende nach Washington D.C gemacht. Die Stadt ist wunderschön! Wir haben uns all die alten Denkmale, für die die Stadt bekannt ist, angesehen. Wir waren bei dem "Lincol Memorial", das die berühmte Statue von Lincoln hat und haben uns das Weiße Haus angesehen. Wir haben uns auch noch das "Vietnam Veterans Memorial" angeguckt, welches eine lange schwarze Wand ist und alle bekannten Namen von den Veteranen sind in die Wand eingraviert. Es war ein sehr besonderes Denkmal, denn während man sich die Wand angeguckt hat herrschte absolute Stille und keiner hat geredet oder Bilder gemacht, da sich auch die Familien von den verstorbenen Veteranen das Denkmal angeguckt haben. Ich fand es aber besonders schön, dass niemand geredet oder Bilder gemacht hat, weil es kein Schild oder ähnliches gab, dass es verboten hat. Jeder hat es einfach nur aus Respekt gegenüber den Veteranen und ihren Familien und Freunden gemacht, was ich sehr bewegend fand. Dann haben wir uns noch das "Washington Memorial" angeguckt, das ist die bekannte Säule vor der sich noch ein See befindet der sie reflektiert. Daneben ist das "World War II Memorial" welches ich sehr schön fand, weil es eine große Fontäne hat, die von Säulen umgeben ist. In jede dieser Säulen ist ein Staat eingraviert. Dieses, sowie das "Martin Luther King, Jr. Memorial" haben wir uns auch nochmal bei Nacht angeguckt, was mit all den Lichtern wirklich atemberaubend war. Die Stadt ist wunderschön bei Nacht und um die Denkmale herum ist es immer sehr ruhig und friedlich, deshalb haben wir einen tollen Spaziergang gemacht. Natürlich haben wir an dem Wochenende auch noch eine Stop in der größten Mall die ich je gesehen habe gemacht. Nach ein paar Stunden shopping sind wir dann noch in ein paar Museen gegangen und dann war das Wochenende auch schon zu Ende.

Der Herbst steht ja vor der Tür und dies ist hier eine ganz besondere Jahreszeit. Da ich aus einer Großstadt komme, hab ich noch nie einen so wunderschönen Herbst erlebt. Ich wohne hier neben einem großen Wald und der Herbst ist hier so unbeschreiblich schön! Wir sind zu einem Park gefahren der einem Unternehmen gehört, das für Donuts bekannt ist. Es war ein wunderschöner Tag. Wir sind einfach spazieren gegangen und haben frische Donuts gegessen, ein paar Bilder gemacht und ein bisschen Zeit mit Freunden genossen. Was man diese Jahreszeit wirklich überall findet sind Kürbisse! Man backt Kürbiskuchen, überall gibt es Kürbis Getränke, sie stehen neben jeder Haustür und mein persönlicher Favorit ist das "Pumpkin Carving". Ein paar Freunde und Ich haben uns getroffen und sind dann losgefahren um ein paar Kürbisse zu kaufen. Dann haben wir uns alle ein Motiv ausgesucht und haben dann die Kürbisse ausgehöhlt und unser Motiv eingeschnitzt. Ich habe das vorher noch nie gmacht und es hat so viel Spaß gemacht! Ich habe wohl ein Talent dafür. Das gleiche habe ich dann noch einmal mit meiner Familie gemacht und wir hatten wunderschöne und wirklich kreative Ergebnisse.

Ein großes Thema diesen Monat war auch Halloween. Die Amerikaner übertreiben es manchmal gerne mit Dekorationen, weswegen jedes Haus von innen und außen komplett dekoriert wurde. Viele meiner Freunde haben kleine Mottoparties bei sich Zuhause veranstaltet und ich wurde zu mehreren eingeladen. Diese Parties kann man sich aber nicht so wie in all den typischen Highschool Filmen vorstellen. Es war eher sowas wie ein kleines, gemütliches Treffen zwischen Freunden. Es gab viel Essen, jeder hatte ein Kostüm an und wir haben geredet, Smores beim Lagerfeuer gemacht und uns einen Horrorfilm angeschaut. Ich persönlich fand es sehr schön, weil ich auch mit einigen Leuten geredet habe mit denen ich sonst in der Schule eher weniger zu tun hatte. An Halloween selber hatte ich dann Tanzunterricht, was ich aber überhaupt nicht schlimm fand, weil ich ja sowieso zu alt bin um Halloween laufen zu gehen. Deshalb hat es mich aber umso mehr überrascht, dass es hier ganz normal ist das ältere Kinder um die Häuser laufen.

Damit war Halloween aber noch nicht vorbei. Sogar meine Tanzschule hatte eine sogenannte "Harvest Week" in der wir keinen richtigen Tanzunterricht hatten, sondern viele Spiele gespielt und viele Snacks gegessen haben. Das war eine wirklich lustige Woche, weil wir uns für jeden Tag ein Kostüm ausdenken sollten und es gab ein paar wirklich lustige und kreative Kostüme. Am letzten Tag gab es dann noch ein Kostümwettbewerb und ich bin sogar in die nähere Auswahl gekommen.

Als Letztes haben wir diesen Monat auch noch Holz gehackt, was etwas ganz Neues für mich war. Meine Familie hält sich mit einem Holzbrenner über den Winter warm. Es hat uns nochmal alle zusammengeschweißt, auch wenn es eine menge Arbeit war! Wir haben den ganzen Tag im Wald verbracht und alle haben angepackt. Wir mussten erst die Bäume fällen und dann habe ich dabei geholfen den Baum zum Haus zu bringen, damit dann die Männer der Familie das Holz hacken konnten. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen bei solchen Familien Aktivitäten mitzuhelfen, auch wenn es eine Menge Arbeit ist und den ganzen Tag dauert. Meine Familie hat sich wirklich sehr über meine Hilfe gefreut und wir hatten viele lustige und unterhaltsame Momente, da ich ja noch nie Holz gehackt habe. Wenn ich so daran denke sehe ich, dass man oft wirklich gar nicht große Pläne machen muss, sondern auch so einfache Familien-Tage wirklich schön sein können!