Stipendiatin Anastasia berichtet über ihre Erlebnisse im November

von Anastasia B.

Stipendiatin Anastasia berichtet über ihre Erlebnisse im November

Der November hat mit einem sportlichen Wochenende angefangen. “Powderpuff Time!” Powderpuff is im Prinzip einfach Football für Mädchen. Ich wollte das unbedingt ausprobieren und wollte mit meiner Klassenstufe gegen all die anderen Stufen spielen. Dies war wieder eine tolle Möglichkeit Leute in meinem Alter und aus der Schule kennenzulernen. Das einzige Problem war, das ich die Regeln nicht wirklich kannte. Das Spiel hat dann angefangen, aber zu wenig Leute aus meiner Stufe sind tatsächlich gekommen, weshalb wir uns einfach aufgeteilt haben und mit den anderen Stufen gespielt haben. Es hat so viel Spaß gemacht über das Feld zu laufen, nur kannte ich ja wie gesagt die Regeln nicht so wirklich.Deshalb habe ich eines der Mädchen fast “getackelt”, da ich ja dachte das man so Football spielt. Es hat sich dann aber rausgestellt, dass man beim Mädchen Football nicht "tackeln", also den Gegner fassen und versuchen aufzuhalten, darf.Anstadt soll man einfach nur das Band, das jeder um die Hüfte hat, rausziehen und damit hält man die Person,die den Ball hat, auf. Außerdem habe ich eine sogenannte “Interception” gefangen, was ein Wurf von dem Gegner Team ist. Also habe ich den Pass vom Gegner Team aufgehalten und hatte den Ball und stand dann einfach nur da, anstatt zu rennen. Das waren ein paar wirklich lustige Momente und wir haben dann einfach alle gelacht und jeder war trotzdem stolz auf mich. Die Mädchen aus meinem Team sind alle auf mich zu gelaufen und haben mich umarmt. Das war ein großartiges Gefühl!

Dann ist diesen Monat etwas passiert, das ich schon lange aufgegeben habe. Noch vor meinem Auslandsjahr hatte ich immer den Wunsch Cheerleading auszuprobieren. Als ich dann hier war, wusste ich sofort welchen Sport ich machen möchte, aber leider ist das mit dem Sport hier nicht immer so einfach. Fast jede Sportart hat die sogenannten “Tryouts”. Das ist ein Tag, oder manchmal auch mehrere Tage, an denen man zeigen muss was man kann, damit der Trainer entscheiden kann ob man ins Team aufgenommen wird und wenn ja welche Position für einen am besten geeignet ist. Mein Problem war allerdings, das auf meiner Schule die Tryouts bereits Anfang letzten Jahres waren und die feststehenden Teams schon seit dem Sommer trainiert haben. Ich habe trotzdem versucht mit den Lehrern und dem Schuldirektor zu reden, da ich wusste das Sport eine tolle Möglichkeit ist Freunde zu finden. Aber gerade das Cheerleading Team war voll und es wäre nicht fair gewesen einen extra Platz für mich zu schaffen, da viele Schüler aufgrund der begrenzten Plätze es nicht ins Team geschafft haben. Doch meine Sportlehrerin, die gerne mit mir etwas Deutsch spricht, wollte nicht aufgeben und hat mit jedem geredet der mir weiterhelfen könnte. Nachdem die Football Saison dann vorbei war, wurde ein Platz im Team frei und meine Sportlehrerin hat den Coach dazu überredet mir eine Chance zu geben. Bei den Tryouts war ich wirklich sehr nervös, da ich ja bisher nur Tanzerfahrung hatte. Ich habe dann einfach die Mädchen aus dem Cheer Team gefragt, ob sie mir einen kleinen Crashkurs in Cheerleading geben können und das war wirklich sehr hilfreich! Wieder ein kleiner Tipp am Rande: Niemals Angst haben zu fragen! Es gibt so viele Situationen wo alles sehr ungewohnt ist, man keine Ahnung hat was man macht und man einfach nur Angst hat zu scheitern.Deshalb niemals Angst haben nach Hilfe zu fragen, denn ich hätte es bereut wenn ich niemanden gefragt hätte und es dann nicht ins Team geschaftt hätte. Die Tryouts sind dann anscheinend gut verlaufen, denn ich habe es geschafft! Ich bin offizielle ein Cheerleader! Ich bin so unglaublich froh und glücklich. Cheerleading ist etwas sehr typisch amerikanisches und ich bin wirklich sehr froh die Möglichkeit zu haben so eine tolle und einzigartige Erfahrung zu machen.

Durch das Tanzen kennen meine Gastschwestern und ich viele Mädchen aus anderen Schulen. Ein paar unserer Freunde haben uns dann zu ihrem “Sadies” eingeladen. Sadies ist etwas ähnliches wie Homecoming, nur fragen die Mädchen die Jungs und mann muss sich nicht so schick machen. Der Dresscode sind Jeans und man trägt das gleiche T-shirt wie sein date. Es war eine tolle Möglichkeit Leute aus anderen Schulen kennenzulernen und generell mal zu sehen wie es denn in anderen Schulen so ist. Außerdem ist ein Mädchen aus meiner Austausch Schülergruppe auf dieser Schule. Wir hatten eine menge Spaß!

Diesen Monat habe ich mich auch besonders auf Thanksgiving gefreut. Es war ein toller Tag mit der Familie an dem wir alle zusammen zu abend gegessen haben und Spiele gespielt haben. Ich persönlich finde das ist einer der schönsten Feiertage die es gibt. Ich finde es schön das man sich einfach mal einen Tag nimmt und jedem zeigt wie dankbar man ist. Außerdem war das Essen unglaublich gut. Es gab traditionell einen riesigen Truthahn, Kartoffel Püree und noch ganz viele Beilagen. Meine Gastmutter hat sich zwei Tage Zeit genommen um das Abendessen vorzubereiten! Ich wollte ihr unbedingt helfen, einfach um mal die Erfahrung zu machen.

Außerdem habe ich Thanksgiving auch mit den Mädchen aus meinem Cheer Squad und unserem Coach gefeiert. Wir organisieren immer wieder solche Gruppenaktivitäten, einfach um das Team mehr zusammen zu schweißen und auch mal was außerhalb der Schule zusammen machen.

Nach Thanksgiving kommt ja bekanntlich der “Black Friday”. Das ist ein Freitag im Jahr, an dem fast alles reduziert ist. Früher haben die Läden erst am Freitag geöffnet und Menschen haben tatsächlich Zelte aufgeschlagen, um am nächsten Morgen die ersten im Laden zu sein. Heute öffnen die Läden aber schon am Abend von Thanksgiving. Deshalb sind wir dann nach dem Abendessen in die Mall gefahren und es war absolut verrückt! Jeder Laden war voll, überall standen Body Guards und die Schlangen an der Kasse gingen aus dem Laden raus. Es war es absolut Wert sich durch die Menschenmengen zu kämpfen, einfach um mal die Erfahrung zu machen, aber gekauft habe ich nicht wirklich viel. Wir standen 40 Minuten in einer Schlange und danach waren wir alle fertig. Wir sind zwar noch in einige Läden gegangen, aber sobald wir die lange Schlange gesehen haben, sind wir einfach wieder gegangen. Trotzdem würde ich jedem empfehlen sich das wenigstens einmal anzugucken, auch wenn man nicht erwarten kann das man viele Schnäppchen kaufen wird.

Und das war auch schon mein November. Der Dezember steht vor der Tür und das ist mein absoluter lieblings Monat!