Neues von unserer Stipendiatin Emily aus Ohio

von Emily

Neues von unserer Stipendiatin Emily aus Ohio

Hallo zusammen,
Mittlerweile bin ich schon ganze vier Monate in den USA. Ich kann es kaum glauben, dass es schon so lange her ist, dass ich mich von meiner Familie und meinen Freunden verabschiedet habe. In dieser Zeit habe ich bereits einiges gelernt.
Am Anfang meines dritten Monats ging die Volleyball Saison vorüber. Circa zwei Wochen nach dem letzten Training, haben wir die Saison mit einem Banquet beendet. Dies ist eine Feier, bei der man auf Saison zurückblickt und die Varsity Spieler, die besten Spieler, ehrt. Diesen Abend haben wir dann mit Pizzaessen beendet.
Zur selben Zeit waren auch die zwei letzten High School Football Spiele. Das vorletzte Spiel habe ich mit einem Teil meiner Freunden, mit denen ich auch zuvor essen war, besucht. Das letzte Spiel wurde mit einem Feuerwerk beendet. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Football Saison total aufregend war. Der School Spirit, in Volleyball und Football, war faszinierend; fast die ganze Schule hat die Teams angefeuert; die Cheers mit gejubelt und sich mit “School Apparel” gekleidet.

Fast gleichzeitig begann die Halloween Saison. Meine Gastschwester und ich begannen unsere Kostüme für Halloween zu basteln und das Haus zu dekorieren Außerdem haben Kürbisse geschnitzt, die dann auf der Veranda platziert wurden, weiteres Dekor wurde rund um das Haus aufgestellt. Einige Tage danach sind meine Gastschwester und ich zu der Halloween Party meines Gast Opas gegangen, welcher sein ganzes Haus mit Halloween Dekor geschmückt hatte. Wir haben Snacks gegessen, am Lagerfeuer gesessen und eine Pinata kaputt geschlagen. Eine Woche später haben wir uns, meine Gastmutter und 2 Kinder, die meine Gastmutter babysittet, die öffentlichen Halloween Parade in der Innenstadt angeschaut. Dort haben Firmen, deren Fahrzeuge mit Werbung bedruckt waren, Süßigkeiten verteilt, Tanzvereine haben sich präsentiert und “Marching Bands” von Schulen haben Musik gemacht. Dies ist vergleichbar mit einem Karnevalszug. In meiner Stadt war Halloween ungefähr eine Woche vor dem eigentlichen Datum, an dem Halloween gefeiert wird. Dies wurde damit begründet, dass es am 31. Oktober in den letzten Jahren zu gefährlich war. Meine Gastschwester und ich haben uns als Engel und Teufel verkleidet und sind zusammen mit meiner Gastmutter und den Hunden in der Hauptstraße zum “trick or treating” gegangen. Halloween habe ich den USA total anders erlebt als in Deutschland. Die Menschen, die Häuser in der Hauptstraße besitzen, saßen vor ihrem Haus mit Schüsseln voller Süßigkeiten, sodass die Leute zu ihren Häusern gelaufen sind, “Trick or treating” gesagt haben und daraufhin Süßigkeiten erhalten haben. Die Häuser waren so geschmückt, wie man es aus den Filmen kennt. Es war ein sehr tolles Erlebnis.

Ende Oktober begann die Basketball Saison und, da alle meine Freundinnen Basketball spielen, entschied ich mich, auch dem Team beizutreten. Am 28. Oktober ging ich zu meinem ersten Training und von dann an, wurde ich konstant besser. Etwa nach zwei Wochen Training standen unsere ersten “Scrimmages”, Testspiele, an. In dem ersten Testspiel, habe ich sogar Punkte erspielt. Nach weiteren zwei Wochen, in welchen wir drei Scrimmages gespielt hatten, hat die Saison mit unserem ersten Spiel an Black Friday richtig begonnen. Zu diesem Spiel sind so viele Menschen gekommen, sodass die ganzen Tribünen gefüllt waren. Auch, wenn ich nicht gespielt habe, war dies ein unglaubliches Erlebnis. In den nächsten Wochen hatten wir zwei Spiele in jeder Woche und wurden bis jetzt noch nicht besiegt. Ich hatte in fast jedem Spiel die Möglichkeit zu spielen. Leider habe ich noch keine Punkte erzielt, aber in jedem Spiel, meistens am Ende, erklärt unser Trainer uns eine Taktik, um mir die Chance zu geben den Ball in den Korb zu werfen. Es war schon mehrmals sehr knapp.

Es macht mir sehr viel Spaß, Basketball zu spielen und Teil eines Teams zu sein; mit den anderen sich über Erfolge zu freuen, zusammenzuhalten und zusammen Punkte zu erzielen. Ich verstehe mich super mit meinem Team. Außerdem macht mir der Sport auch sehr viel Spaß. Wir üben jeden Tag für zwei Stunden, ein bis drei Mal in der Woche heben wir auch Gewichte. Das Training ist sehr anstrengend, aber ich sehe, dass ich jeden Tag besser werde.

Am 22. November, dem dritten Donnerstag des Monats, fanden Thanksgiving und mein Geburtstag statt. Wir haben hauptsächlich Thanksgiving gefeiert. Am Mittag haben wir mit vielen Familienmitgliedern Truthahn und vieles weiteres gegessen. Daraufhin sind wir mit dem Vater meiner Gastschwester zu anderen Verwandten gefahren. Abends haben wir dann ein Lebkuchen Haus gebaut und Gesellschaftsspiele gespielt. Der nächste Tag war Black Friday. Dazu sind wir in eine andere Stadt gefahren, um shoppen zu gehen. Die Schlangen waren jedoch sehr lang, weshalb wir kaum etwas gekauft haben.

Am Samstag dann, hat meine Gastfamilie eine Überraschungsparty für mich, meinen Geburtstag, organisiert. Meine Gastmutter hat alle meine Freunde eingeladen und einen Kuchen bestellt. Als meine Gastschwester und ich von der Mall zurückkamen, hat meine Gastmutter uns in den Keller geschickt, um etwas zu holen. Als wir unten angekommen sind, haben alle meine Freunde “Überraschung” gerufen. Ich habe mich sehr gefreut, da ich eigentlich mit gar keiner Aufmerksamkeit mehr für meinen Geburtstag gerechnet hatte. Wir haben zusammen Spiele gespielt, gelacht und Kuchen gegessen.

Anfang Dezember haben meine Gastfamilie, ich und andere Austauschschüler meine Local Coordinatorin in Columbus, ihrem Wohnort, getroffen. Wir haben uns bei dem Essen über unsere Erlebnisse ausgetauscht.

Zur etwa selben Zeit haben wir uns auch auf Weihnachten vorbereitet; wir haben Tannenbäume und anderes Dekor aufgestellt. Außerdem fingen die Proben für das Theaterstück, welches wir in der Kirche aufgeführt haben, an. Jeden Samstag vor der Abend Kirche fand eine Probe statt und am 16. Dezember wurde das Stück vor der Kirche aufgeführt.

In den Feiertagen hatte ich die ersten Male Heimweh und war auch in der Phase des Kulturschocks. Ich habe realisiert, dass ich sehr weit von meinem gewohnten Umfeld entfernt bin und die Kultur total anders ist. In dieser Phase wurde ich jedoch von meinen Freunden, meiner Gastfamilie und meinem Local Coordinator unterstützt, sodass ich denke, dass ich mittlerweile aus dieser Phase heraus bin. Desweiteren war ich auch in dieser Phase sehr viel beschäftigt, sodass weniger Zeit da war, um traurig zu sein.

In den vier Monaten, die ich schon hier lebe, habe ich bereits sehr viel gelernt. Ich habe mich selber besser wahrgenommen und kennengelernt. Ich weiß Vieles mehr zu schätzen, habe gelernt Verantwortung zu übernehmen, mein Leben besser zu organisieren und noch Vieles mehr. Ich bin sehr selbstbewusst geworden; ich traue mich Menschen direkt anzusprechen, meine Meinung zu äußern und etwas anzusprechen, wenn es mich stört. Außerdem habe ich gelernt, dass man nie aufgeben soll. Ich bin flexibler und toleranter geworden.

Viele Grüße aus Ohio,
Emily