Camp Shingobee Timbers - Minnesota 2017

von Hannah Röhrich
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Camp Shingobee Timbers - Minnesota 2017

Hallo zusammen,

ich bin Hannah, ich bin 19 Jahre alt und war diesen Sommer Camp Counsellor in einem Sommercamp in Minnesota. Nach einem Informationsabend von AIFS im November 2016 habe ich mich spontan mit einer Kurzbewerbung für Camp America angemeldet und bekam einige Tage später Zugangsdaten für meinen Online Account, auf dem ich daraufhin meine ganze Bewerbung durchführen konnte. Von Angaben zu meiner Person, über Hobbies, Mitgliedschaften in Vereinen, Erfahrungen bei der Arbeit mit Kinder, Präferenzen für ein Camp bis hin zum Bewerbungsvideo konnte ich alles online ausfüllen und bearbeiten. Nach dem darauf folgenden Interview mit einer Betreuerin von AIFS wurde ich auch schon für die Camps freigeschaltet.
Während meiner gesamten Bewerbungsphase hat mich AIFS bestens unterstützt (z.B. durch einen Orientierungstag in Bonn oder auch durch die ausführliche Hilfestellung bei der Beantragung meines Visums).

Ich wurde in einem Girl Scout Camp im Norden von Minnesota, dem Camp Shingobee Timbers, platziert. Viele Camps in den USA sind sehr groß, haben meist mehrere hundert Kinder auf einmal und auch sehr viele Betreuer. Mein Camp war das komplette Gegenteil, wir hatten immer zwischen 30 und 90 Kinder und waren 13 Betreuer. Auch wenn ich zum Zeitpunkt meiner Bewerbung sehr gerne in einem der großen Camps platziert worden wäre, habe ich es keine Sekunde bereut, mich für dieses Camp entschieden zu haben. Wir Betreuer haben uns alle super gut verstanden, wir waren wie eine kleine Familie mit Leuten aus den verschiedensten Ländern (Neuseeland, Australien, Mexico, England, Schottland, der Türkei, den USA und Deutschland) und hatten gemeinsam eine Menge Spaß. Glücklicherweise konnte ich durch eine Facebook Gruppe schon vor meiner Ausreise mit einigen meiner Co-Counsellor Kontakt aufnehmen. So konnten wir uns bereits vor Beginn des Camps ein bisschen kennenlernen.

Am 30. Mai 2017 bin ich dann in die USA geflogen und habe gleich am Flughafen in Minneapolis alle meine Co-Counsellor kennengelernt. Die ersten 10 Tage waren wir zur Vorbereitung für's Camp zum Staff Training in einem "Schwestercamp" meines Camps, da es zu der Organisation "Girl Scouts of Minnesota and Wisconsin Lakes and Pines" gehört und wir das Training alle zusammen hatten. Dort haben wir u.a. den American Redcross Lifeguard gemacht, Archery, Small Craft und Basic Outdoor Skills Training gehabt, die verschiedensten Camp Songs gelernt und auch gelernt, was unsere Rechten und Pflichten als Camp Betreuer sind.
Nach 10 Tagen ging es dann endlich in unser eigenes Camp, wo wir schon ein paar Tage später die ersten Kinder begrüßten.
Unser Camp hatte ein Programmcenter, wo wir die Küche und die Dining Hall, die Duschen und Toiletten, den Medical Room, einen Aufenthaltsraum und auch ein paar Zimmer mit jeweils vier Betten hatten, in welchen meistens die kleineren Kinder geschlafen haben. Zusätzlich hatten wir draußen noch Holzhütten, sogenannte Cabins mit jeweils 8 Betten (4 Hochbetten), einen High Ropes Kletter Parcour, eine Bogenschießanlage, einen See, die Craft Cabin und unser Amphitheater mit einer großen Feuerstelle direkt am See. Wir Betreuer haben immer ein eigenes Zimmer gehabt, das aber direkt neben dem der Kids war. Dadurch, dass wir jede Woche andere Kids im Camp hatten und dabei auch das Alter der Kinder, die wir betreut haben, variierte, mussten wir manchmal auch die Zimmer/Cabins wechseln, was aber kein Problem war.

Die ersten 4 Wochen hatten wir Troops, also Pfadfindergruppen da, die mit ihren eigenen Gruppenleitern gekommen sind und ein paar Tage bei uns verbracht haben. Dort waren wir eher für die Aktivitäten zuständig, da die Gruppenleiter meist selbst auf die Kinder aufgepasst haben. Danach hatten wir weitere 4 Wochen normales Resident Camp, das heißt die Kids kamen ohne ihre Eltern und haben bei uns eine Woche ihrer Sommerferien verbracht. Wir boten verschiedene Programme an, wie z.B. "Glitter Bugs", „Camp, Climb, Aim and Kajak“ oder "Outdoor Art Explorer“, bei denen die Kinder dann zu dem jeweiligen Thema neben normalen Aktivitäten wie Schwimmen, Kanu- und Kajak fahren und Bogenschießen noch andere themenspezifische Aktivitäten machen konnten. Einer Gruppe Kinder wurde immer zwei Betreuer zugeteilt, die mit ihnen das Programm gemacht haben und für sie zuständig waren.
Ein üblicher Tag im Camp begann gegen 7:30, als wir aufgestanden sind und die Kids für's Frühstück um 8:00 Uhr geweckt haben. Nach dem Frühstück haben wir jeden Morgen die Flagge gehisst, was in amerikanischen Sommercamps typisch ist. Da wir verschiedene Programme gleichzeitig laufen hatten, hat jede Gruppe ihren eigenen Stundenplan gehabt und eigene Aktivitäten gemacht.
Nach den ersten drei Aktivitäten am Morgen hatten wir um 12 Uhr Lunch und anschließend Turtle Time, bei der die Kinder in ihren Zimmern oder in den Cabins draußen waren und sich selbst beschäftigen konnten. Anschließend folgten die zwei Supersessions, welche Aktivitäten waren, die die Kinder unabhängig von ihrer Gruppe morgens wählen konnten. Es wurden zum Beispiel Freundschaftsbänder geknüpft, mit Bügelperlen gebastelt, geklettert oder geschwommen. Nach dem Abendessen um 18 Uhr haben wir die Flagge wieder eingezogen und im Anschluss verschiedene Aktivitäten wie Campfires, Spielabende, Filmabende oder gemeinsames Schwimmen im See bei Sonnenuntergang zusammen als große Gruppe gemacht. In der Regel waren die Kinder zwischen 9:30 Uhr und 10:30 Uhr im Bett.

Alle Betreuer hatten einmal in der Woche gemeinsam einen Tag und zusätzlich hatte jeder zwei Stunden pro Tag frei. An unseren freien Tagen haben wir entweder den Tag im Camp verbracht, an dem wir dann viel gequatscht, mit Familie und Freunden geskypt oder auch am See die Sonne genossen haben, oder wir sind gemeinsam im Camp Van zu unterschiedlichsten Orten gefahren. So waren wir z.B. auf einem Baseball Spiel, in der Mall of America, Kart fahren und auch am Ursprung des Mississippi Rivers.

Auch wenn die Arbeitszeit im Camp manchmal anstrengend war und man insgesamt nur sehr wenig Zeit für sich hatte, hat es sehr viel Spaß gemacht und ich würde es jederzeit wieder tun! Man sammelt im Camp sehr viele neue Erfahrungen, man lernt, Verantwortung für eine Gruppe Kinder zu übernehmen, mal spontan zu sein, wenn etwas nicht nach Plan läuft und ich habe Menschen aus aller Welt kennengelernt, die nun meine Freunde sind und mit denen ich weiterhin Kontakt halte.

Ich würde das Programm jedem empfehlen, der Spaß an der Arbeit mit Kindern hat, gerne im Team arbeitet, sein Englisch ein bisschen verbessern und dazu noch eine Menge Spaß haben möchte!

Im Anschluss bin ich bei einem Camp America Trek durch die USA gereist und ich kann zweifellos sagen, dass es eine ganz tolle Erfahrung war, ich so viele Orte gesehen hab, die ich alleine niemals in so einer kurzen Zeit hätte sehen können und ich Sachen erlebt habe, an die ich mich noch sehr lange und gerne erinnern werde!

Insgesamt waren diese 14 Wochen einfach toll und ich hoffe, euch gefällt es genauso gut wie mir!

Eure Hannah