Die Sehnsucht nach dem großen Abenteuer: Mit dem Känguru auf du und du!

von Alexandra Kohler

Die Sehnsucht nach dem großen Abenteuer: Mit dem Känguru auf du und du!

 Abitur - und dann? Diese Frage stellte ich mir, wie viele andere meiner Mitschüler, kurz vor Ende unserer Schulzeit. Studium, Aus­bildung, oder ein freiwilliges sozi ales Jahr - all das wären Möglichkeiten gewesen. Doch der Wunsch, sich in ein echtes Abenteuer zu stürzen, war größer! Al­so fiel meine Wahl auf „Work and Travel" in Australien. Von Freunden, die bereits ein Jahr in „Down Under" verbracht hatten, hörte ich nur Gutes, und so war die Reise bald beschlossene Sache.Zunächst stand ich vor der der Frage, ob ich alleine einen Flug buchen oder das Ganze doch lie­ber in die Hände einer speziali­sierten Organisation legen wollte. Ich entschied mich für letzteres, deren Argumente mich überzeug­ten: Hilfe bei der Jobsuche» langjährige Erfahrung und Unterstüt­zung bei alltäglichen Problemen beispielsweise.Im September 2007 war es dann soweit: Mit der weltweit tätigen Organisation ..American In­stitute For Foreign Study" (AIFS) machte ich mich auf dem Weg nach Sydney!Dord angekommen, beantwor­teten sich viele Fragen, die sich zuhause noch stellten, von selbst: Zum Beispiel die Suche nach ei­ner passenden Bleibe, In den viel­en „Hostels", also Jugendherbergen, in denen man schläft, Koch- und Waschmöglichkeiten hat und vor allem Kontakte knüpfen kann, sind die Bedingungen für den Start ideal. Schnell traf ich ande­re „Traveler" aus aller Welt und auch die Suche nach meinem ers­ten Job war schnell von Erfolg gekrönt: an einem „Jobboard" stand, dass ein Farmer Arbeiter für seine Bananenfarm suchte! Nix wie hin!Der zweimonatige Job auf der Farm erwies sich als anstrengend, heiß, tierreich und spannend zu­gleich: Ich pflückte, sortierte und verpackte die Bananen und ver­diente mir ein ordentliches Taschengeld, mit dem ich anschlie­ßend die Ostküste unsicher machte! Mit zwei Freunden in unserem selbst erstandenen Auto unter­wegs legten wir über 5000 Kilometer zurück. Nach Erlebnissen wie einer Segeltour, Zelten, Kanufahren, Schnorcheln, Tauchen und vielem mehr war das Geld schließlich nach drei Monaten wieder knapp.Diesmal in der Stadt Mel­bourne auf Suche nach einem Kellneriob, fand ich mich als Stromvertreterin wieder. In. Aust­ralien macht man plötzlich Dinge, die man sich in Deutschland gar nicht vorstellen konnte. So folgte eine tolle Zeit in der Großstadt, worauf als Kontrast als nächstes die „Rote Mitte" Australiens auf dem Programm stand: der Uluru oder Ayers Rock., wie er besser bekannt ist! Das Outback ist da­bei wirklich so faszinierend wie man es sich vorstellt. Als nächster Höhepunkt stellte sich der Westen Australiens he­raus: eine abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt, verlasse­ne Strände, die unterschiedlichs­ten Landschaften und auch viel weniger Touristen als im Osten machen diesen Teil Australiens zu etwas ganz Besonderem. Zu überwinden sind dafür allerdings oft weite Strecken: 300 Kilometer zwischen zwei Orten sind keine Seltenheit. Belohnt wird man mit der bekannten Gemütlichkeit der Australier, netter Gesellschaft an­derer Reisender und Eindrücken, die man nie vergisst.Was bringt einem das „Work and Travel" nun eigentlich? Das muss im Endeffekt jeder für sich selbst heraus finden. Für mich hat sich die Teilnahme am „Work and Travel-Programm nur teil­weise gelohnt, da „AIFS" als Ansprechpartner und Helfer immer da war, ich mir meine Jobs aber selbst gesucht habe. Wenn man plant, zu gleichen Teilen zu ar­beiten und zu reisen, muss man damit rechnen, dass das dort verdiente Geld nicht reichen wird und noch gespartes Geld einset­zen. Ich habe Erfahrungen ge­macht, die außergewöhnlich und einmalig waren, bin viel selbstständiger und Neuem gegenüber offener geworden. Als größten Schatz sehe ich jedoch die vielen Menschen, die ich auf meinem Weg getroffen habe. Freunde aus aller Welt, die ich hoffentlich nicht zum letzten Mal gesehen habe. Alexandra