Farmwork in Irland

von Carlotta Seuthe
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Farmwork in Irland

Hey
Mein Name ist Carlotta, ich bin 19 Jahre alt und habe im Januar und Februar 2019 auf einer irischen Farm gewohnt und gearbeitet. Während meiner 6 Wochen auf der Farm, die im Süden Irlands nahe Cork lag, wohnte ich mit der siebenköpfigen Familie unter einem Dach und half in dem Milchbetrieb.

Aber ich fange besser vorne an.
Nach dem Abitur wollte ich mich nicht direkt ins Studium stürzen, deswegen entschied ich mich dazu, ein Gap Year zu machen und in meiner freien Zeit auch ins Ausland zu gehen. Bei einer Schulveranstaltung erfuhr ich von der Organisation AIFS, die unter anderem das Farmwork and Travel Programm anbot. Ich war direkt Feuer und Flamme, mal etwas ganz Anderes und Neues auszuprobieren und ging zu einer Info-Veranstaltung in Bonn, die mich in meiner Entscheidung nochmal bestätigte. Irland reizte mich sehr, auch das Leben auf einem Bauernhof wollte ich unbedingt mal erleben und zudem fand ich es toll, dass ich für anderthalb Monate ins Ausland konnte – nicht wie bei vielen anderen Programmen für einen längeren Zeitraum wie z.B. 6 Monate. Deswegen meldete ich mich an und bekam direkt Angaben, was für Dokumente wichtig für die Bewerbung bei den Farmern waren. Schließlich war alles erledigt. Ich bekam eine wundervolle Gastfamilie mit fünf jungen Kindern. Den Milchbetrieb mit 120 Kühen führte der Vater mithilfe seiner Mutter.
Bevor ich losflog bekam ich einen Haufen Info-Material von der Organisation – über Sehenswertes in Irland, wichtige Internetseiten und auch sehr ausführliche Beschreibungen zu meiner Anreise. Den Flug nach Dublin buchte ich selbst und fuhr dort mit dem bereits gebuchten Bus in die Innenstadt zum ebenfalls gebuchten Hostel. In dem gemischten Vierer-Zimmer war ich unter anderem mit einem anderen Mädchen aus Österreich untergebracht, was ebenfalls Farmwork & Travel mit AIFS machte und wir verstanden uns direkt super. Ihre Farm war in der Nähe von meiner und deshalb fuhren wir am nächsten Morgen gemeinsam im selben Bus zu unseren Familien. Die Busstation lag netterweise direkt neben unserem Hostel. Ich musste nicht mal umsteigen und nach drei Stunden Fahrt holte mich meine Gastfamilie an der Haltestelle ab. Das war wirklich der größte Vorteil, eine Organisation zu haben: sie suchte mir die perfekte Familie und Farm heraus, die regelmäßig geprüft wurde und mit der bisher nur gute Erfahrungen gemacht worden waren. Ich verstand mich super mit meinen Gasteltern und besonders gut mit den Kindern. Sie wurden über die Zeit wirklich zu meiner Familie.
Am Ankunftstag zeigten mir meine Gasteltern erstmal das Haus und den Hof und ich lebte mich langsam ein. Ich half über die Zeit viel mit den Kindern und auch im Haushalt mit. An den nächsten Tagen nahm mich mein Gastvater viel mit nach draußen in den Stall und den Milking Parlour, wo morgens und abends gemolken wurde. Langsam arbeitete ich mich ein und lernte viel über die Arbeit mit den Kühen und in der Landwirtschaft. Besonders beim Melken packte ich mit an, was schnell zur Routine wurde, half beim Füttern der Kühe und Kälber, mistete Ställe aus oder reinigte den Innenraum des Traktors. Ich bekam auf jeden Fall einen tollen Einblick in das Alltagsleben eines Bauers. Im Januar und Februar wurden seeeehr viele Kälber geboren und ich schaute unter anderem bei einer Geburt zu. Generell half ich circa 5-6 Stunden am Tag, viel Zeit verbrachte ich aber auch mit den Kids, die wirklich super lieb und lustig waren und mir dabei halfen, schnell in die Sprache zu finden. Deswegen muss man sich echt keine Sorgen machen – es reicht, die Grundkenntnisse der Sprache zu beherrschen und vielleicht über etwas Vokabular in Bezug auf Tiere und das Farmleben zu verfügen. Der Rest gibt sich von alleine mit der Zeit. Angst vor der fremden Sprache sollte einen nicht vor solch einer tollen Erfahrung abhalten. Jedenfalls pendelte sich bald ein Alltag ein und die Arbeit wurde etwas leichter. Ich bin Vegetarierin und meine Gastmutter kümmerte sich sehr bewusst darum, dass jederzeit auch Gerichte ohne Fleisch auf den Tisch kamen. Auch darüber hatte ich mir unnötigerweise Sorgen gemacht. An meinen freien Wochenenden fuhr ich mit dem Bus in verschiedene Städte und zu etlichen Sehenswürdigkeiten. Zu empfehlen wäre definitiv die Burg „Rock of Cashel“, die Küstenstadt Kinsale, Dublin (wer hätte es gedacht) sowie mit der Busgesellschaft Paddywaggon eine Tagestour zu den Klippen von Moher, zum Blarney Castle und nach Cobh oder sogar nach Nordirland (Belfast und Giant’s Causeway) zu unternehmen. Allein war ich an meinen Wochenendtrips selten, da ich diese oft mit der Österreicherin unternahm, die ich im Hostel in Dublin kennengelernt hatte. Außerdem lernten wir noch eine andere Deutsche kennen, mit der wir uns auch super verstanden. Zu dritt erkundeten wir die schönsten Ecken Irlands und ich will diese Zeit auf keinen Fall mehr missen.
Die irische Partnerorganisation von AIFS hieß Equipeople und ihre Mitarbeiter riefen mich wöchentlich an, um zu hören, wie es mir ging und ob ich mich gut einlebte. Zudem schickten sie mir per Post noch mehr Infos zu Irland und den verschiedenen Städten. Nach meinen viel zu schnell vergangenen sechs Wochen musste ich mich schweren Herzens vom Farmleben und meiner tollen Gastfamilie verabschieden und reiste anschließend auf eigene Faust für zwei Wochen durch Irland. Meine Lieblingsstädte außer Dublin waren Galway und Killarney – sogar mit wunderschönem Nationalpark. Dort konnte man unter anderem auch die Ring of Kerry Tour mit dem Bus unternehmen.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass diese Zeit einfach perfekt war und ich sie jederzeit wieder aufs Neue beginnen würde. Irland ist ein spannendes, abwechslungsreiches Land mit atemberaubender Natur und überaus freundlichen Menschen. Gerade deswegen ist es super geeignet für jemanden, der noch nie so lange alleine verreist ist. Auch in den Hostels habe ich durchgehend nur gute Erfahrungen gemacht und interessante Leute aus der ganzen Welt getroffen. AIFS bin ich dabei sehr dankbar für die Vermittlung, den reibungslosen Ablauf und die vielen Informationsbroschüren sowie Anrufe. Ich wusste immer genau, wo es lang ging und dadurch fühlte ich mich direkt viel sicherer. Also – nicht zu lange überlegen sondern es einfach ausprobieren. Ich bin sicher, es wird sich lohnen.

Alles Gute, Carlotta