Freiwilligenprojekt Neuseeland – ein Erfahrungsbericht

von Stefanie Westermaier
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Freiwilligenprojekt Neuseeland – ein Erfahrungsbericht

Nach dem Abschluss meines Bachelorstudiums habe ich mich dazu entschieden, für einige Zeit nach Neuseeland zu reisen, um dort Land und Leute kennenzulernen sowie etwas Abstand zu meinem Alltag in Österreich zu bekommen.

Insgesamt verbrachte ich zwei Wochen in einem Freiwilligenprojekt auf der Südinsel. Das Freiwilligenprojekt habe ich über AIFS absolviert, darüber war ich auch sehr froh, da alles bestens organisiert war und ich zahlreiche Tipps bekommen habe. Ich habe diese Zeit sehr genossen und sehne mich manchmal zurück – denn Neuseeland ist ein wirklich schönes Land, die Kiwis sind liebenswerte Menschen die immer wieder Kontakt zu Reisenden suchen, man erlebt so viele einzigartige Momente, trifft viele verschiedenen Menschen und ist ganz weit weg von der gewohnten Alltagsroutine.

Nach Ankunft in Neuseeland habe ich zunächst ein paar Tage in Christchurch verbracht und bin dann von dort aus nach Punakaiki an die Westküste gereist, um dort den Freiwilligendienst zu absolvieren. Gemeinsam mit anderen Volunteers wurde ich in Greymouth von unserem Team Leader abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Dort lernten wir die anderen Volunteers kennen. In der ersten Woche waren wir neun Personen (drei Österreicher, zwei Schweizer, zwei Deutsche, einen US-Amerikaner und ein Mädchen aus Taiwan), während sich in der zweiten Woche eine Spanierin und ein Kanadier zu uns gesellten. Da wir alle ungefähr im gleichen Alter (zwischen 18 und 28 Jahre) waren und alle aus ähnlichen Gründen nach Neuseeland kamen, hatten wir von Beginn an Gesprächsstoff. Das Haus selbst war relativ groß: Es gab drei große Schlafräume, in denen zwischen sechs und zehn Personen Platz hatten, Küche und Wohnbereich, zwei Bäder und ein großes Billardzimmer. Punakaiki selbst ist eine kleine Ortschaft, die für die Pancake Rocks bekannt ist. Des Weiteren ist man mitten in einem Nationalpark, was sehr gute Gelegenheiten zum Wandern und Kajak fahren bietet. Vom Haus ist man in circa 10 Minuten am Strand.

Der Wochenablauf lautete wie folgt: Freitag war immer der An- bzw. Abreisetag: Neue Volunteers kamen an und andere verabschiedeten sich wieder und setzen ihre Reise fort. Außerdem wurde am Freitagnachmittag der wöchentliche Großeinkauf erledigt. Es war sehr ratsam genau zu planen, wie viel Essen für die kommende Woche benötigt wurde, da es in Punakaiki selbst keine Einkaufsmöglichkeit gab. Das Wochenende stand den Volunteers zur freien Verfügung. Neben dem obligatorischen Besuch der Pancake Rocks, wandern und Kajak fahren gab es nicht sehr viele andere Freizeitaktivitäten. Manche Volunteers hatten jedoch die Gelegenheit genutzt und sich mit einem Mietauto auf den Weg nach Nelson in den Abel Tasman Nationalpark oder zu den Gletschern gemacht. Unter der Woche wurden wir jeden Tag pünktlich um acht Uhr morgens von unserem Team Leader abgeholt.

In der ersten Woche blieben wir in Punakaiki und arbeiteten am Areal der Organisation (ConservationVolunteers New Zealand). Die Arbeiten drehten sich alle um das Pflanzen von Bäumen. Entweder pflanzten wir Keimlinge in der Baumschule oder die kleinen Bäume in der Natur oder wir kümmerten uns darum, dass die Bäume wachsen konnten und entfernten allerlei Unkraut. Eine andere wichtige Tätigkeit war das Vernichten von nicht-heimischen Pflanzen (bspw. Brombeeren), da diese das Wachsen von heimischen Pflanzen verhinderten. In der zweiten Woche waren wir in der Umgebung von Punakaiki, unter anderem in Westport und Greymouth, unterwegs und haben uns dort ebenfalls mit Pflanzen- bzw. Gartenarbeit beschäftigt. Insgesamt waren die Arbeitstage relativ abwechslungsreich und sind sehr schnell vergangen. Ein Arbeitstag dauerte von acht Uhr morgens bis etwa fünfzehn Uhr am Nachmittag. Allerdings gab es eine Frühstückspause und einen Lunch Break. Am Nachmittag wurden wir dann wieder zurück ins Volunteerhaus gebracht und hatten den restlichen Nachmittag zur freien Verfügung. Gekocht und gegessen wurde gemeinsam. Bei uns waren jeden Abend zwischen zwei und drei Personen zum Kochen eingeteilt, während eine andere Gruppe den Abwasch übernahm. Das Kochen war auch eine super Gelegenheit Gerichte und Spezialitäten aus den Heimatländern der anderen Volunteers zu probieren. Die Abende wurden meistens gemeinsam verbracht. Die meiste Zeit verbrachten wir mit Billard spielen, DVDs schauen, Gesellschaftsspiele spielen oder einfach nur mit tratschen. Es gab WLAN im Haus. Jedoch war es in meinen zwei Wochen sehr schade, dass sich einige Gruppenmitglieder mehr mit Laptop, Tablet und Internet beschäftigten als mit den anderen Volunteers. Solch ein Projekt ist eine super Gelegenheit Menschen aus verschiedenen Ländern kennenzulernen und gemeinsam an etwas zu arbeiten. Diese Zeit sollte man auch wirklich schätzen und nutzen.

Das Wetter an der Westküste kann sehr wechselhaft und regnerisch sein. Von den zwei Wochen meines Freiwilligenprojektes hat es eine Woche, teilweise sehr stark, geregnet. Ganz nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“, haben wir uns nicht unterkriegen lassen und beispielsweise die Pancake Rocks in strömenden Regen besucht. Während des Arbeitens war der Regen kein großes Problem, da man sich spezielle Regenkleidung von der Organisation ausleihen konnte. Des Weiteren würde ich euch noch raten euch gut zu überlegen wie lange ihr im Freiwilligenprojekt bleiben wollt. Für mich waren zwei Wochen perfekt. Andere Volunteers, die zwischen drei und vier Wochen in Punakaiki verbrachten, langweilten sich mit der Zeit etwas, da sich die Aufgaben alle zwei Wochen wiederholten und es an den Nachmittagen und Wochenenden nicht sehr viel zu unternehmen gab.

Die zwei Wochen im Freiwilligenprojekt waren für mich eine super Erfahrung. Die anderen Volunteers und vor allem auch der Team Leader waren witzige, interessante Menschen. Die Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte, habe ich sehr genossen und daran erinnere ich mich gerne zurück. Die Arbeit in der Natur war für mich persönlich nicht sehr anstrengend und meistens auch interessant. Es war ein gutes Gefühl dem Land Neuseeland etwas zurückgeben zu können und die Umweltbelastungen, die durch das Reisen entstanden, durch das Pflanzen von Bäumen auch wieder kompensieren zu können.