Freiwilligenarbeit in Südafrika

von Lisa Beyer

Freiwilligenarbeit in Südafrika

Südafrika – natürlich würde ich jederzeit wieder meinen Rucksack packen, mich in das Flugzeug setzten und dieses Land nochmal bereisen und erkunden, denn das Land, die Menschen und die Lebensweise sowie die Kultur sind einfach beeindruckend und die Gelassenheit, die in Afrika vorherrscht, wird früher oder später jeden anstecken. Die ersten Eindrücke waren überwältigend und ich konnte noch gar nicht glauben, dass ich wirklich in Afrika bin.

In der Erkundungswoche konnten wir die anderen Volunteers näher kennenlernen, Sehenswürdigkeiten wie „Cape Of Good Hope“ oder „Robben Island“ sehen, und durch den Drummer-Workshop bekamen wir nochmal richtiges Afrika-Feeling. Vor allem die Kontraste von der Großstadt Kapstadt und den Townships am Rand der Stadt waren völlig faszinierend.

Ich habe während meines Aufenthaltes in Crawford bei einer muslimischen Familie gewohnt. Hier war ich allerdings nicht alleine. Die Familie nimmt viele Volunteers bei sich auf und somit waren teilweise bis zu sechs verschiedene Nationen an einem Tisch.

Gearbeitet habe ich in dieser Zeit in zwei Projekten. Vormittags in einem Kindergarten und nachmittags in einem Kinderheim. Im Kindergarten musste ich mich erstmal an einiges gewöhnen, denn die Erziehungsmaßnahmen und einige Gewohnheiten sind doch sehr erschreckend gewesen. Die Kinder waren hier den ganzen Tag, haben mittags warmes Essen bekommen und anschließend war Mittagsschlaf angesagt.

Ganz anders war es im Kinderheim, hier war es einfach richtig toll. Ich wurde stürmisch, aber sehr herzlich, begrüßt und die Kinder haben mich sofort in ihr Herz geschlossen. Im Kinderheim bestand die Möglichkeit, mittags mit allen Mitarbeitern zusammen zu essen. Gegen zwei Uhr kamen die Kinder von der Schule. Wir haben mit ihnen gespielt, ihnen bei den Hausaugaben geholfen, gebacken und gebastelt. Im Kinderheim konnten wir auch eigene Ideen oder Spiele umsetzen.


Alle Kinder im Kinderheim haben eine schlimme Vergangenheit und sind teilweise misshandelt worden. Aus diesem Grund sind viele sehr eingeschüchtert und sprechen meist nur Afrikaans und kaum Englisch. Da ist die Verständigung am Anfang doch recht schwierig. In den neun Wochen meiner Arbeit konnte ich bei einigen Kindern eine große Veränderung sehen und es war sehr beeindruckend, wie aufgeschlossen einige schon nach wenigen Wochen im Kinderheim waren. Da freut man sich einfach riesig, wenn man plötzlich von einem anfangs verschüchterten Kind mit dem Vornamen angesprochen wird.


Am Wochenende bin ich meistens mit dem Minibustaxi oder dem Zug nach Kapstadt gefahren, um mich mit den anderen Volunteers zu treffen. Wir haben dann in einem Hostel gewohnt und konnten noch mehr von Kapstadt sehen, aber auch an Aktionen wie „Hai-Tauchen“ teilnehmen oder auf den Tafelberg klettern. Auch abends ist in Kapstadt in der Long Street immer was los, so dass nie Langeweile aufkommt.

Alles in allem war mein Aufenthalt super, interessant und vor allem beeindruckend und ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.