5 Monate in North Vancouver - eine unvergessliche Zeit!

von Imke
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

5 Monate in North Vancouver - eine unvergessliche Zeit!

Wie so viele habe ich mir im Herbst 2015 die Frage gestellt, ob ich einige Zeit im Ausland verbringen soll. Ich hatte schon seit ich 2013 in Kanada im Urlaub war, davon geträumt. Und dann verwirklichte ich meinen Traum. Die Organisation war schnell gefunden, bei AIFS habe ich mich direkt wohl und professionell betreut gefühlt. Nach dem Vorstellungsgespräch habe ich mich dann endgültig entschieden: ich gehe im Sommer 2016 für 5 Monate nach North Vancouver, Kanada. Nachdem ich endlich die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt hatte, wobei ich zum Glück von AIFS unterstützt wurde, hieß es warten. Im Juni war dann das Vorbereitungswochenende in einer Jugendherberge in Bonn, welches mir sehr geholfen und meine Vorfreude nur noch gesteigert hat. Ein paar Wochen später hatte ich dann auch meine Gastfamilie, die ich natürlich auch direkt angeschrieben habe. Sie bestand aus einem jungen Pärchen mit einem dreijährigem und einem fünfjährigen Jungen, die ich total ins Herz geschlossen habe. Außerdem war gleichzeitig mit mir noch ein brasilianisches Mädchen in meinem Alter in der Gastfamilie, mit der ich auch vorher schon in Kontakt stand.

Kurz nach den Sommerferien ging es dann endlich los. Nachdem ich mich von meinen Freunden und meiner Familie verabschiedet hatte, traf ich die anderen Schüler, die ich schon vom Vorbereitungswochenende kannte, und meine Betreuerin in Frankfurt am Flughafen. Zusammen flogen wir alle nach Toronto, wo wir vier schöne Tage als Orientation Days verbrachten. Für mich war es sehr gut mit anderen, die in der genau der gleichen Situation waren, zu sein und sich austauschen zu können, kurz bevor man dann zu seiner Gastfamilie fliegt. Denn am vierten Tag ging es dann für alle wieder zum Flughafen in Toronto, wo ich mit noch einigen anderen Schülern in den Flieger nach Vancouver stieg. Ein Shuttle holte uns am Flughafen ab und brachte uns direkt zu unseren Gastfamilien. Dort wurde ich mit einer Umarmung von den Eltern und einem High Five von den Jungs herzlich begrüßt. Nachdem mir das Haus gezeigt worden war und ich mich direkt noch lange mit meinen Gasteltern unterhalten hatte, habe ich meinen Koffer ausgepackt und mich ein bisschen eingerichtet. Mein Zimmer war nicht besonders groß, hatte dafür aber ein großes Bett.

In der ersten Woche hatte ich noch Ferien und meine Gastmutter hat mir mit den Jungs die Gegend und meine Schule gezeigt. Drei Tage nach mir kam dann meine Gastschwester an. Mit ihr habe ich mich die ganze Zeit über sehr gut verstanden, wir hatten zwar jeder unseren eigenen Freundeskreis, da wir auf unterschiedlichen Schulen waren, doch es war schön, zu Hause jemanden zu haben, der einen versteht. Während der Ferien hatte ich außerdem noch eine Orientation vom School District, bei der ich schon mal andere „internationals“ und auch meinen Student Monitor kennengelernt habe.

Und dann ging die Schule los. Am ersten Schultag wurden erstmal nur die Stundenpläne und die Schließfächer verteilt und Fotos für das Jahrbuch gemacht. In den ersten Wochen bin ich noch mindestens dreimal zu meinem Counsellor, um meine Fächer umzuwählen, was aber gar kein Problem war. An meiner Schule war das lineare Fächersystem, nicht wie an den meisten Schulen in Kanada das Semestersystem (4 unterschiedliche Fächer pro Semester), weswegen ich 8 Unterrichtsfächer hatte: Social Studies, Foods, Maths, Photography, Biology, Spanish, French und English. Pro Tag wurden vier Fächer unterrichtet. Der Unterricht begann um 8:35 und endete um 15:00, eine Stunde ging 80 Minuten. Nachdem ich beim sogenannten „tryout“ für das Volleyballteam ausgewählt wurde, hatte ich nach der Schule fast immer Training oder Spiele und am Wochenende manchmal Turniere. Das Volleyballteam war sehr gut, wodurch ich dort zwar nicht zu den besten gehörte, dafür aber umso mehr gelernt habe. Dabei ist mir auch das typische School Spirit aufgefallen, die Kanadier sind stolz darauf, auf ihrer Schule zu sein. Im Winter als die Volleyballsaison vorbei war, war ich dann Ski fahren. Mir hat es sehr gefallen, einfach nach der Schule und am Wochenende für ein paar Stunden hoch zu fahren. Von dort hatte man nämlich auch einen echt tollen Ausblick auf die Stadt.

An meiner Schule waren um die 50 internationals, wodurch ich auch mit einigen internationals befreundet war. Was mit anderen internationals einfach toll ist, ist das man einfach direkt so viel gemeinsam hat und es in Vancouver irgendwie ein riesiges Netz aus internationals gibt, wodurch man zu einer großen Familie zusammenwächst. Doch auch mit Kanadiern kann man sich leicht anfreunden, denn Kanadier sind einfach total offen und freundlich. Allerdings muss man von sich aus auf die Kanadier zugehen, da man oftmals nichts Besonderes ist, weil es so viele Austauschschüler gibt. Mit ein bisschen Überwindung klappt aber auch das sehr gut.

In meiner Gastfamilie habe ich mich super wohl gefühlt. Ich habe oft mit meinen Gasteltern abends noch geredet und sie haben mich immer bei allen Aktivitäten unterstützt und mir wertvolle Tipps gegeben, wo man unbedingt Ausflüge hinmachen muss. Oft habe ich auch mit den Jungs gespielt oder mit meiner Gastschwester eine Serie geguckt. Meine Gastschwester und ich haben meistens abends zusammen die Küche aufgeräumt, vorher den Tisch gedeckt und die Geschirrspüler ausgeräumt.

Obwohl man sich nach ungefähr zwei Monaten sehr gut eingelebt hat, gibt es natürlich mal Situationen, in denen man Heimweh hat. Bei mir hielt sich das zum Glück in Grenzen, doch wenn man krank ist, zu Hause etwas Besonderes ist oder an Weihnachten wünscht man sich eben doch mal zu Hause zu sein. Aber auch diese Situationen kann man schaffen und im Endeffekt stärkt es einen nur.

Manchmal dachte ich mir: noch drei Monate, das ist ja schon ganz schön lang. Doch plötzlich war meine letzte Woche gekommen. Ich tat so viele Sachen zum letzten Mal, packte meine Koffer und dann war mein letzter Tag da. Die Verabschiedung von all den Menschen, die ich in den 5 Monaten kennengelernt habe, fiel mir sehr schwer und natürlich flossen auch einige Tränen. Trotz der Vorfreude auf zu Hause, auf meine Familie, meine Freunde und deutsches Brot wurde mir bewusst, wie sehr mein Leben in Kanada mir fehlen wird. Natürlich wusste ich, dass ich all die Menschen wieder besuchen kann, doch trotzdem wusste ich, dass ich nie wieder das gleiche Leben haben werde, dass ich die letzten 5 Monate hatte.

Nun bin ich wieder hier in Deutschland und ich kann jedem, der mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen, nur raten: MACHT ES! Es ist eine unvergessliche Zeit, mit Erfahrungen und Erinnerungen, die euch niemand mehr nehmen kann, mit Freunden aus der ganzen Welt, Freunden fürs Leben. Es gibt Höhen und Tiefen, die ihr alleine meistert und an denen ihr einfach nur stärker werdet und merkt, dass ihr ohne eure Eltern auch klarkommen könnt, was das Selbstbewusstsein unheimlich stärkt. Egal wohin, egal für wie lange: wenn ihr die Chance dazu habt, dann tut es!