My Canada Experience

von Maren
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

My Canada Experience

Ihr wollt wissen wie es ist, fast 8,000 km von euerm Zuhause entfernt zu sein und wie es mir persönlich ergangen ist? Ich erzähle euch von meinem 10-monatigen Auslandsjahr im wunderschönen Vancouver.

Mein Abenteuer begann mit den Orientation Days in Toronto. Mit einer Gruppe von ca. 45 Schülern sind wir vom Frankfurter Flughafen nach Toronto geflogen. Die 8 Stunden Flugzeit gingen ziemlich schnell rum, da wir uns auch aussuchen konnten, mit wem wir zusammen sitzen wollen. Unser Hotel lag in der Innenstadt, welche ich persönlich unglaublich toll finde. Nach dem langen Tag haben wir Hard Rock Cafe zu Abend gegessen und sind danach totmüde ins Bett gefallen. Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug in die Stadt Niagara gemacht, um uns dort die Niagarafälle anzuschauen. Am Abend waren wir im Roger Center, um uns ein Baseball Game anzuschauen. Am folgenden Tag gab’s ne Stadtrundfahrt mit einem Tourguide – Ich kann nur sagen, ich liebe Toronto! Am nächsten Morgen ging es dann schon zurück zum Flughafen, wo wir getrennt zu verschiedenen Gates mussten. Dann hieß es sich von den anderen zu verabschieden. Nach 5 Stunden Flug war ich da – am Vancouver Airport.

Der Start war nicht so einfach wie gedacht. Mit hohen Erwartungen ins Abenteuer gestürzt und plötzlich merkt man, dass doch nicht alles so perfekt ist. Das Leben in der Gastfamilie ist anders als erwartet, Freunde kann man sich am ersten Tag nicht herzaubern und dann kommt noch (das nicht erwartete) Heimweh dazu. In den ersten Tagen habe ich mich zurückgezogen, mit meinen Verwandten und Freunden in Deutschland geschrieben und telefoniert. Nach etwa 4 Tagen aber habe ich die ersten Kontakte geknüpft und bin raus aus meinem Zimmer. Erst Downtown, dann zum Stanley Park und anschließend zum Strand. Da blieb kaum noch Zeit an die schlechten Dinge zu denken. Das heißt: Ablenkung ist anfangs echt das A und O!

Als die Schule angefangen hat, war ich ziemlich überrumpelt von allem. Die riesen Schule, neue Lehrer und Schüler und die Sprache. Die ersten Tage war ich echt kaputt! Die Schule startet jeden Tag um 8:35 Uhr und endet um 15 Uhr. Insgesamt konnte ich 8 Fächer wählen. Meine Lieblinge darunter waren Textiles, Drama und Foods. Das Schulsystem dort ist echt ganz anders als in Deutschland, nicht nur die Fächerwahl, sondern auch das lockere Lehrer-Schüler Verhältnis. In Nord Vancouver gibt es jedes Jahr sehr viele Austauschschüler, was ich Anfangs nicht so toll fand, aber zum Ende hin stellte sich herraus, dass es super war! Jetzt habe ich Freunde aus aller Welt und habe nun die Gelegenheit sie innerhalb Europas besuchen zu kommen.

Nach ungefähr 4 Wochen habe meine Gastfamilie gewechselt, da ich mich einfach nicht wohl gefühlt habe. Ich habe lange versucht mir alles gut zu reden, aber die Familie hat einfach nicht zu mir gepasst! Schon nach wenigen Tagen wurde eine neue Familie gefunden und als wir uns kennengelernt haben, habe ich direkt ein gutes Gefühl gehabt. Nachdem von beiden Seiten ein JA kam, bin ich einen Tag später schon umgezogen. Es war die beste Entscheidung. Der Wechsel hat mir echt gezeigt wie wichtig es ist, das zutun was man selbst für richtig empfindet. Ich habe meine Gastfamilie so ins Herz geschlossen, sodass wir immer noch in Kontakt sind. Ich hatte einen 9- jährigen Gastbruder und meine Gasteltern kommen ursprünglich aus Peru. Wir haben alle viel zusammen gelacht. Zudem hatte über die 10 Monate insgesamt 6 Gastgeschwister. Aus Japan, China, Deutschland und aus Brasilien. Allein dadurch konnte ich so viel lernen!

Jetzt etwas zur Stadt: Da Vancouver ja eine Weltmetropole ist, war ich echt gespannt, wie mir das Großstadtleben gefällt. Zwar habe ich in Nord Vancouver gewohnt, aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war ich nach kurzer Zeit Downtown. Es gibt dort so viel zu sehen! Ich habe mir direkt am Anfang eine To-Do/To-See – Liste erstellt, da ich nichts verpassen wollte. Innerhalb der 10 Monate konnte ich fast alles abhaken und die Stadt hatte immer noch viel zu bieten!
Mein Highlight war es, mit dem Fahrrad um den Stanleypark zu fahren und durch Gastown -ein super schöner Stadtteil im Zentrum Vancouvers- zu laufen. Wirklich bewundernswert ist aber das Multikulti in diesem Land. Nicht nur, dass die Menschen von überall herkommen, auch in den Einkaufsstraßen findet man alle Esskulturen. Zudem sind Kanadier echt höflich und offen. Selbst die freundlichen Busfahrer und die dankbaren Fahrgäste haben mir immer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Klar ist: Es gibt sowohl Höhen, als auch Tiefen. Ein paar Tage vor Weihnachten musste ich zum Beispiel erfahren, dass ich erneut meine Gastfamilie wechseln muss, jedoch nur vorrübergehend. Es gab nämlich einen Todesfall in meiner Gastfamilie und deshalb mussten sie 2 Tage später nach Peru fliegen. Der Gedanke Weihnachten ohne sie -in einer neuen, fremden Familie- zu feiern war zuerst unvorstellbar, aber nach den 3 Wochen wäre ich sogar länger dort geblieben. Als ich wieder in meiner ursprünglichen Gastfamilie war, haben wir unser Heiligabend nachgeholt. Also haben wir unser Dinner (mit deutschem Menü) und Geschenke und alles was dazu gehört einfach nachgeholt.

Fazit: Selbst die unerwartesten Dinge stellen sich meist noch zum Positiven heraus! Schließlich kann ich jetzt erzählen, dass ich in 3 Gastfamilien gelebt habe und die verrücktesten Sachen erlebt habe! Wer feiert schon 2 mal im Jahr Weihnachten?

Das ganze Schuljahr hat mir ermöglicht, alle amerikanischen Feiertage mitzuerleben, wie Halloween, Thanksgiving und zahlreiche andere. Meine Sicht ist nun viel vielfältiger und ich habe Dinge fürs Leben gelernt. Die nicht so schönen Momente haben mich stärker gemacht und ich bin selbstständig, selbstbewusst und offen geworden. Ich bin echt dankbar für jeden einzelnen Moment, den ich erleben durfte!

Meine Erfahrung mit AIFS war auch sehr positiv, da ich mich gut betreut gefühlt habe. Nicht nur vorher, sondern auch während des Aufenthaltes. Nun mache ich ein Praktikum bei AIFS und lerne noch mehr zu schätzen, welche Arbeit dahinter steckt.

Ich sag euch nur eins: Lebt euren Traum und geht ins Ausland! :)