Dankesbrief der Eltern

von Michael Adam

Dankesbrief der Eltern

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von AIFS, gesund und glücklich konnten wir am 2. Juni 2008 unseren Sohn Michael am Flughafen Dresden gegen 13.40 Uhr wieder in Deutschland in die Arme nehmen.
Auf diesem Wege möchten wir Ihnen herzlichst für die sehr gute Organisation des Auslandsschuljahres in Amerika danken. Alle im Vorfeld notwendigen Formalitäten waren sehr aufwendig in der Bearbeitung. Durch Sie jedoch war alles so perfekt vorbereitet, mit Anleitungen versehen, farblich verschieden sortiert und zeitlich eingetaktet, dass man ohne Probleme alle Formulare ausfüllen und Formalitäten erledigen konnte. Ihre zuständigen Mitarbeiterinnen der Highschool - Abteilung erwiesen sich sowohl beim persönlichen Kennenlernseminar in Dresden als auch am Telefon als kompetente, freundliche und hilfsbereite Ansprechpartnerinnen.
Für unseren Sohn Michael war das Jahr in Kansas / Moundridge eine prägende Erfahrung für sein weiteres Leben. Er hatte das große Glück, in einer ganz, ganz lieben, aufgeschlossenen Gastfamilie leben zu dürfen. Mrs. Shelly Loganbill und Mr. Kevin Loganbill wurden so ganz schnell zu mum (oder auch Mama Shelly) und dad. Die Geschwister, Eric (18 Jahre) und Lance (16 Jahre) sowie Shelby (13 Jahre) haben Michael ganz schnell integriert und so wurde Eric nach kurzer Zeit durch Michael „mein Großer (Bruder) " genannt.
Eingebunden in die Aktivitäten der Familie, die vom sonntäglichen Gottesdienst, Kino, Helfen auf der Farm bei den Großeltern bis hin zur Teilnahme an zwei Hochzeiten reichten, war das Einleben für Michael kein Problem, Mit viel Geduld wurden ihm am Anfang eben die englischen Wörter, die er nicht kannte, beschrieben bzw. umschrieben, besonders langsam gesprochen etc.
Durch die gute Philosophie der Amerikaner, Schule und Sport miteinander zu verbinden, bestand auch für Michael schnell die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich in die Teams einzubringen. Saisonbedingt nahm er also an American football, Basketball und Leichtathletik teil, fuhr zu zahlreichen Wettkämpfen mit und hat um die Ehre „seiner" Teams gekämpft und um den Sieg der Teams seiner Gastgeschwister gebangt. Zahlreiche Verwandte, Mitglieder der Kirchgemeinde, Freunde und Nachbarn nahmen Michael freundlich auf und schlossen ihn schnell in ihr Herz.
Wenige Tage nach seiner Ankunft wurde Michael 17 Jahre alt. Die Familie hat innerhalb dieser wenigen Tage Geschenke, Kuchen und eine Grillparty organisiert. In der Schule war es anfangs natürlich etwas zeitaufwendig, Hausaufgaben zu erledigen. Da saß Michael schon mal zwei Stunden, weil er Weltgeschichte oder amerikanische Geschichte ja nun in englischer Sprache zu bewältigen hatte. Schnell kam Routine auf und so verstand er die Mathematik in englischer Sprache besser und schneller, als hier in Deutschland. Seine Noten gaben keinen  Anlass zur Beschwerde, Mum Shelly hatte ja auch immer ein Auge drauf. Michael berichtete ihr ehrlich und offen, wie der aktuelle Notenstand ist.
Nach einem Sportunfall musste Michael im Krankenhaus ambulant versorgt werden und ging einige Tage an Krücken. Seine Eltern kümmerten sich mustergültig um alle Formalitäten. Es gab für uns zu keinem Zeitpunkt in dem gesamten Jahr Anlass zur Sorge. Wir wussten nach kurzer Zeit, dass die Familie Loganbill Michael integriert und in ihre Herzen geschlossen hatte.
Na klar, Weihnachten ist natürlich eine kleine Hürde gewesen: das erste Mal, wo eines der eigenen Kinder fehlt. Aber das war auch der einzige Augenblick, wo es an die Substanz ging. Sicher wären Eltern sonst nicht Eltern, sondern Eisblöcke. Nachdem uns Michael dann berichtet hat, wie feierlich Weihnachten war und dass er Geschenke bekam, wie jedes andere Kind auch, war unsere Traurigkeit hier ruck zuck verflogen. Es ging ihm gut bei Truthahn und Festtagsschmaus. Shelly und Kevin haben die Kinder super versorgt, täglich gab es zum Abend eine warme Mahlzeit (Michael hat in keinem der wöchentlichen Telefonate geäußert, dass er Probleme mit dem Essen hat!). Hin und wieder ist die Familie in ein Restaurant gegangen oder es wurde gegrillt. Verschiedene Regeln im Haushalt, z.B. dass Teenies ihre  Wäsche selbst waschen, werden wir jetzt natürlich auch einführen.Den Gasteltern, Gastgeschwistern und Gastgroßeltern- die eigentlich das Wort „Gast" gar nicht verdienen, weil sie viel, viel mehr als dieses sind - aus unserer Sicht zusätzliche Eltern, Geschwister und Großeltern für Michael (was natürlich ein Riesengeschenk ist), gehört unser aufrichtigster Respekt und Dank, vor allem weil Shelly und Kevin neben drei eigenen Kindern noch ein zusätzliches Kind für zehn Monate aufnahmen.
Die Familie Loganbill muss unbedingt Gastfamilie des Jahres 2008 werden!
Wir werden Sie natürlich weiter empfehlen und erlauben ausdrücklich, diesen Brief als Referenz zu verwenden.
Mit Dank sowie dem Wunsch für Ihre Organisation, weiterhin erfolgreich Schüler vermitteln zu können, grüßen Sie herzlichst

Jörg und Elke Adam