Austria travels New Zealand

von Ricarda

Austria travels New Zealand

Bereits im Februar letztes Jahr beschloss ich, dass ich nach meinem Maturajahr die Welt erkunden will. Zuerst fiel die Wahl auf Australien, allerdings stellte sich im Gespräch mit einigen Organisationen heraus, dass es für mich mit österreichischer Staatsbürgerschaft nicht möglich wäre, dort ein Arbeitsvisum zu bekommen. Daher habe ich die Organisation meiner Reise im Vorfeld an AIFS, das American Institute for Foreign Studies, mehr oder weniger abgegeben. Die Mitarbeiter von AIFS brachten dann Neuseeland als Alternativziel zur Rede, wofür ich ihnen heute überaus dankbar bin!! Von Seiten der Organisation wurden für mich die Flüge, die ersten Nächte im Hostel und die Reiseversicherung gebucht. Dadurch musste ich mich nur noch um die Beantragung des berühmten Working Holiday Visa kümmern, welches für Österreicher nur an einem gewissen Tag im Jahr freigeschalten ist und mit einer Stückzahl von 100 Visa pro Jahr limitiert ist. Da ich von AIFS bereits eine Ausfüllhilfe für den Visa-Antrag bekommen hatte, ging es bei der Beantragung nur noch um das Tempo. Am 18. April 2013 ging meine Beantragung kurz nach Mitternacht beim neuseeländischen Departement for Immigration ein und am 20. April gab es für mich einen Grund zum Feiern – das Visum wurde bestätigt. Am 25. November 2013 ging mein Abenteuer dann endlich so richtig los. In Frankfurt am Flughafen habe ich bereits ein paar Mitreisende getroffen, mit denen ich dann in der Gruppe nach Neuseeland gereist bin. Durch die Networking Liste hatte ich mit manchen von ihnen schon im Vorfeld E-Mail Kontakt, wodurch ich mich trotz der Ungewissheit, was mich wohl am anderen Ende der Welt erwarten würde, sicher fühlte. Eine Reisezeit von insgesamt 30 Stunden später, mit Zwischenstopps in Dubai und Brisbane, landeten wir am 27. November gegen 15 Uhr Ortszeit in Auckland, wo wir, nach Erledigung sämtlicher Sicherheitschecks, von einem lässigen Neuseeländer mit Rastalocken und einem Pappkarton mit der Aufschrift „AIFS“ freundlich in Empfang genommen wurden. Dieser waschechte Kiwi führte uns dann zu seinem Bus, der in Österreich wahrscheinlich kein Pickerl mehr bekommen würde, mit dem er uns anschließend zu unserem Hostel brachte. Spätestens als er den Motor anschmiss und durch das Mikrofon mit stark neuseeländischem Akzent ein „Welcome to New Zealand“ grölte, war mir klar, dass nun tatsächlich alles los ging. Im Hostel angekommen tauschten wir uns noch kurz mit anderen Backpackern aus und nach einer kurzen und weniger belebenden Dusche fielen wir alle, geschafft von den Strapazen unserer Reise, in unsere Betten. Am nächsten Morgen um 10 Uhr stand unser Orientation Day, eine Art Einführung in das Leben in Neuseeland, im Partnerbüro IEP (International Exchange Programms) an. Dort wurden wir von den freundlichen Mitarbeitern begrüßt und mit den sprachlichen Basics im neuseeländischen Alltag vertraut gemacht. Dieser Orientation Day hat es meiner Meinung nach auf jeden Fall voll gebracht. Innerhalb weniger Stunden bekommt man dadurch nämlich einen Einblick in jene Aspekte des Backpacker-Lebens, die wirklich wichtig sind. Mit zwei meiner Mitreisenden habe ich mich nach kurzer Zeit so gut verstanden, dass wir beschlossen, in den nächsten Tagen/Wochen gleich zusammen ein paar Ziele abzureisen. Gemeinsam mit den 2 Mädels fiel vieles leichter. Beispielsweise haben wir einen Banktermin zur Eröffnung eines neuseeländischen Kontos gemeinsam vereinbart. Die ersten paar sommerlichen Wochen meines Neuseeland-Aufenthalts vergingen durch das Reisen im Norden der Nordinsel wie im Flug und nachdem ich die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel mit Backpackern im Hostel, beziehungsweise zusammen mit Neuseeländern in Wellington gefeiert hatte, machte ich mich mit Ronja und Moritz, mit denen ich bereits seit ein paar Wochen unterwegs war, auf den Weg nach Napier, wo wir in einem sogenannten Working Hostel Unterschlupf fanden. Ein paar Tage nach unserer Ankunft waren wir mit Jobs in den Weinbergen von TeMata versorgt und genossen unsere etwas sesshaftere Zeit, die, trotz der 6-Tage und bis zu 60 Stunden Woche, wohl eine der schönsten Abschnitte auf meiner gesamten Reise war. In dieser Zeit begannen wir, wahrhaftig in Neuseeland zu leben und nicht nur, wie zuvor, die touristischen Ziele abzuklappern, wenngleich diese wahrscheinlich die besten Fotomotive sind. Nach getaner Arbeit verließen wir Napier Anfang März zu fünft, als aus den geplanten 6 Wochen Arbeit 9 Wochen geworden waren, und trotzten dem anbrechenden Herbst auf dem Weg Richtung Südinsel, wo wir die unglaubliche Vielfalt unseres Traumziels weiter erkunden durften. Diese Reise schweißte uns irrsinnig zusammen und obwohl zeitweise jeder seine eigenen Wege ging hatte ich immer das Gefühl, eine Familie in Neuseeland zur Seite zu haben, sodass ich an Heimweh eigentlich über die gesamten 7 Monate kaum einen Gedanken verlor. Anfang Mai begann unsere kleine „Familie“ in Blenheim wieder auf dem Weinberg zu arbeiten, da einige von uns noch länger in Neuseeland blieben und ich auch meinen Aufenthalt von ursprünglichen 5 ½ auf 7 Monate verlängert hatte und danach mein Geld für meinen Australien-Trip brauchte. Mitte Mai musste ich mich von meinen Mitreisenden leider trennen, da ich bald danach meinen Weiterflug nach Australien antreten musste. Dort hatte ich einen Masterplan, der mich in 19 Tagen von Melbourne nach Cairns führte und mir so ermöglichte, die Ostküste Australiens in kürzester Zeit zu bereisen und auf dem Weg zum Beispiel im Australian Zoo Koalas und Kängurus zu streicheln sowie auf einer Camping-Safari Fraser Island zu erkunden und des das Great Barrier Reef auf einer Segeltour sowie mit Tauchausrüstung zu erkunden. All in all kann ich einen Auslandsaufenthalt mit Work and Travel, so wie ich jetzt leider schon darauf zurückblicken muss, nur wärmstens empfehlen. Alle diese unglaublich lehrreichen Erfahrungen, die ich in den letzten 7 Monaten gemacht habe, kann ich weder in Worte fassen, noch denke ich, innerhalb so kurzer Zeit ein zweites Mal die Möglichkeit zu haben, so viele unterschiedliche Dinge zu lernen. Abschließend kann ich mich nur bei AIFS und allen Mitwirkenden bedanken, die mich im Vorfeld bereits zu diesem Projekt ermutigt haben!