Neuseeland – Was als Abenteuer begann und in einem neuen Leben endete

von Christiane Zeis
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Neuseeland – Was als Abenteuer begann und in einem neuen Leben endete

Wie alles begann... Nachdem ich mein Abitur erfolgreich ueberstanden hatte, stellte sich mir die ueblichen Fragen. Wie soll es weiter gehen? Welcher ist der richtige Studiengang? Sollte ich ueberhaupt studieren und wenn ja wo? Viele stellten sich diese Fragen und einige entschieden sich erst einmal eine Pause einzulegen, so wie ich. Ich entschied mich spontan an meinem 18 Geburtstag ein Jahr in Neuseeland zu verbringen. Neuseeland erschien mir als der ideale Platz, um erstmal eine Idee ueber das Leben, mich selbst und meine Zukunft zu bekommen. Wenig Menschen, atemberaubende Natur und freundliche Trevel Mates. Soweit die Theorie... Nachdem alles vorbereitet war, sprich Visa, Bankaccount, Flug und all die anderen Dinge an die man denken muss, war es nun also soweit. Abflug in eine unbekannte Zukunft am 12.10.2015. Zum Glueck hatte ich schon ein paar Freundschaften geschlossen mit anderen Abenteuerlustigen, die auch mit AIFS unterwegs waren. Anderenfalls waere ich wahrscheinlich vor Nervositaet geplatzt. Der Flug war nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Mit viel guter Laune, neuen Freunden und gefuehlten 15 Filmen kamen wir auch in Auckland an. Vom unsicheren Abiturienten zum professionellen Backpacker Erst einmal in Auckland angekommen hatte ich dank AIFS auch eine erste Bleibe gefunden. Meine ersten Tage verbrachte ich mit meinen auf dem Flug kennen gelernten Freunden, der Erkundung Aucklands und den Vorbereitungstreffen von IEP, der neuseelaendischen Partnerorganisation von AIFS, bevor ich zu meinem Freiwilligen Projekt aufbrach. Freiwilligenprojektarbeit bei Conservation Volunteers Fuer den Beginn meiner Reise hatte ich mich entschieden 2 Wochen fuer Conservation Volunteers Frewilligenarbeit zu leisten. Es erschien mir als ein guter Einstieg fuer ein Jahr fern ab der Heimat. Da ich noch keinen konkreten Ideen ueber die Natur, meine Reise und das Land an sich besass, erhoffte ich mir eine grobe Idee des Landes und seiner Natur zu bekommen. Ausserdem sind Teilnehmer aus allen Ecken der Welt vertreten, was mir ermoeglicht hat, mein Englisch zu testen und gleich zu verbessern. Erst einmal in Auckland angekommen, hat es mir sehr gut getan in einem kleinen Haus mit anderen Voulunteers zusammen zu leben, bevor wir in Gruppen aufgeteilt und in verschiedene National- und Regionalparks geschickt wurden. Gerede wenn man allein unterwegs ist, ist es immer schoen in eine Gruppe aufgenommen zu werden. Man lernt sich kennen und es entwickelten sich rasch Freundschaften, die bis heute bestehen. Auch habe ich unterwegs alle wieder getroffen, die mit mir in einer Gruppe zusammen gearbeitet haben. Nachdem wir eingeteilt waren, fuhren wir in unseren Reginalpark, Atiu Creek, in der Naehe von Auckland. Wir lebten in einem schoenen Cottage und hatten immer allerhand zu tun. Da ich im Fruehling angekommen bin, durften wir uns viel um Samen und Saetzlinge kuemmern. Insgesamt haben wir mehrere tausend Pflanzen umgetopft und Samen im Wald gesammelt. Was vielleicht etwas langweilig klingt, war aber im Endeffekt sehr ameusant. Mit den richtigen Freunden kann man auch beim Blumen umtopfen eine Menge erleben und viel Spass haben. Auch das Samen sammeln, war immer ziemlich interessant, da wir fuer mehrere Stunden quer durch den neuseelandischen Wald gestiefelt sind. Wenn wir nicht gearbeitet haben, durften wir uns im Regionalpark auf eigenen Faust umsehen und Neuseelands ganze Naturschoenheit geniessen. Nach getaner Arbeit wurde immer gemeinsam gekocht, sodass man nach und nach doch irgendwie zu einer kleinen Gemeinschaft geworden ist. Nach dem Essen verbrachten wir viel Zeit auf der Terrasse und haben uns die Sonnenuntergaenge angesehen oder zusammen Fussball gespielt. Ich kann die Freiwilligen Arbeit jedem empfehlen, der sich am Anfang noch etwas unsicher fuehlt und sehr naturbegeistert ist. Man lernt enorm viel ueber die neseelaendische Natur und wie man sie schuetzen kann. Ausserdem entwickeln sich Freundschaften, die man mit etwas Pflege nicht nur ueber sein Auslandsjahr erhalten kann. Wir sind Geaste in diesem Land und ich finde, dass jeder von uns einen kleinen Beitrag leisten sollte, dieses Land und seine einzigartige Natur zu erhalten. Nach meiner Zeit bei Conservation Volunteers und nachdem ich mich erst einmal ein bisschen eingelebt hatte, begann dann auch endlich das erste wirkliche Kapitel meiner Reise: Die Erkundung des Northlands. Dazu kauften sich meine damalige Reisebegleitung und ich ein Zelt. Allerdings hatten wir noch keine konkrete Idee der Fortbewegung. Es stehen mehrere Optionen zur Verfuegung: Kauf eines eigenen Autos, trampen, organisierte Busreisen und ein Busspassport. Da meine Freundin und ich uns noch nicht sicher waren, wie lange wir zusammen reisen werden, entschiede wir uns gegen das Auto. Ich weiss, dass ein eigenes Auto oder ein Van der Traum vieler Reisende ist. Allerdings muss man der Realitaet auch hier ins Auge blicken. Zwar ist ein Auto im Verhaeltnis sehr guenstig in der Anschaffung, aber die Benzinpreise steigen auch in Neuseeland. Gerade, wenn man alleine unterwegs ist, kann das zu einem Problem werden. Organisierte Busreisen kam auch nicht wirklich in Frage. Wie waren beide nicht der Typ dafuer. Viele, die ich unterwegs getroffen hatte, schienen jedoch eine Menge Spass auf ihren Trips gehabt zu haben. Nach langen Ueberlegen, hatten wir uns dann doch fuer den Buspassport entschieden. Diese sind relativ guenstig, wenn man sie in den Backpacker Angeboten kauft und ausserdem sehr flexibel. Auch hier gilt, weniger ist mehr. Ich musste feststellen, dass sich unterwegs Plaene immer aendern und man durch ungeplante Bekanntschaften seine Reiseziele und vor allen Dingen den Weg aendern muss. Flexibilitaet ist das A und O der Fortbewegung. Generell ist das Reisen in Neuseeland grossartig. Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Das war das erste, was mir bei unserem 3 woechigen Trip im North Land aufgefallen ist. Zum Beispiel hatte uns ein Kiwi Ranger zu den schoensten Straenden des Nothlands gebracht, da er surfen wollte. Im Gegenzug haben wir immer gekocht. Eine freundliche und weltoffene Persoenlichkeit ist, was in Neuseeland geschaetzt wird. Reisen und Arbeiten Nachdem ich mir das North Land angesehen hatte, trennten sich die Wege von mir und meiner Freundin und ich entschied mich mir den Rest der Nordinsel anzuschauen. Mit Buspassport, Freunden und ein bisschen trampen setzte ich das dann auch in die Tat um. Meine Route ueberliess ich dem Zufall und lies mich ueberraschen und auch ein bisschen von den Leuten, die ich unterwegs getroffen habe beeinflussen. Aber ich hatte eine grossartige Zeit! Tongariro Crossing mit einem neuseelaendischen Kumpel, Weihnachten am Strand mit meinen Freunden, die ich am ersten Tag kennen gelernt hatte, Geburtstagsparties in Napier am Strand, auf der Whanganui River Road verloren gehen und jede Menge andere Dinge an die ich mich immer gerne zurueck erinnere. Allerdings musste ich mich auch irgendwann mal um Arbeit kuemmern. Meinen ersten Job hatte ich durch Zufall bekommen. Als meine Mama mich besucht hatte, hatten wir auch einen kleinen Stop in Franz Josef auf der Suedinsel gemacht. Eine wunderschoenen kleine Stadt in der neuseelaendischen Pampa. Dort gab es bis vor kurzem noch eine Baeckerei in der ich fragte, ob sie etwas Hilfe braeuchten. Da meine Eltern eine Baeckerei hatten, bin ich schon von klein auf an diese Taetigkeiten gewoehnt. Aber keine Sorge. Man braucht nicht immer eine Qualifikation zum arbeiten. Der Neuseelaender schaetzt andere Qualitaeten. Das wichtigste ist eine freundliche Einstellung. Sie werden ueber Fehler hinwegsehen, so lange man freundlich ist. Ein anderer Tipp von mir ist, sich die Stadt in der man arbeiten will, genau auszusuchen. Ich habe die riesigen Backpacker Staedte und Gebiete immer gemieden. Wenn man sich in einer kleinen Stadt erst einmal eingelebt hat, kann man sich die Jobs schon fast aussuchen. Auch Grossstaedte koennen viel Arbeitsplaetze bieten. Jedoch sind sie haeufig teuer und es kann schwierig werden in der Hauptsaison Arbeit und Unterkunft zu finden. Wwoofing ist eine tolle Moeglichkeit sich die Miete zu sparen oder sich mal eine Auszeit zu goennen ohne Geld zu verlieren. Und immer geduldig bleiben, gerade, wenn man sich online bewirbt. Neuseelaender haben Zeit und in der Regel kann man schon Mal 2 Wochen auf eine Antwort warten. Besser ist einfach von Shop zu Shop laufen und seine CV persoenlich abzugeben. Die Freiheit der Eigenstaendigkeiten Das schoene am Backpacking ist, dass man voellig frei ist. Man kann jeden Tag aufs neue Entscheiden, was man tun und lassen will. Aber diese Freiheit kann auch einige Schwierigkeiten bergen... Heimweh zum Beispiel. Auch wenn Neuseeland Deutschland sehr aehnlich ist, kann es doch auch genauso anders sein. Man lernt Leute kennen, trennt sich wieder und geht eigene Wege. Ich selber hatte mich immer als eine ziemlich Heimweh resistente Person eingeschaetzt. Aber nach Monaten des alleine Reisens und als meine Mutter wieder nach hause geflogen war, hat es mich doch erwischt. Es ist wichtig den Kontakt nach hause aufrecht zu erhalten und auch unterwegs neue Kontakte zu knuepfen. Man lernt zuhause und Freunde erst richtig zu schaetzen, wenn sie auch 4 Uhr morgens einem zuhoeren. Kochen und waschen koennen auch zum Problem werden. Gutes Essen ist wichtig, aber nicht unbedingt immer guenstig. Achtet auf euch und esst nicht immer nur Nudeln und Tomatensosse. Mit ein paar Tricks und viel Obst tut man sich und seinem Geldbeutel etwas gutes. Wenn ihr eure Sachen packt, denkt bitte daran, nicht die Lieblingskleidung mitzunehmen. In Neuseeland waescht man vorrangig kalt und viele Sachen gehen dadurch kaputt. Gummiestiefel sind gerade auf der Suedinsel nicht nur Farm- sondern auch ausgehtauglich. Die Verwandlung Nach geraumer Zeit gewoehnt man sich an Neuseeland, die Mentalitaet und die Menschen. Bevor ich hier her kam, war ich oft unsicher und nervoes. Aber man wird ruhiger je laenger man unterwegs ist. Probleme, die einem waehrend des Abis noch unloesbar vorkommen, werden immer kleiner, bis man schliesslich eine Antwort darauf findet. Man stellt sich selber immer mehr Herausforderungen und geniesst die schlechten Tage genau so wie die guten. Backpacking ist nicht immer einfach. Es gibt Hoehen und Tiefen. Aber irgendwie kommt man doch immer wieder ins Reine mit sich und seinen Problemen. Es gibt kein Falsch und kein Richtig. Seit euch bewusst, dass es kein Urlaub ist, sondern eine Herausforderung an der man ungemein waechst. Werte und Normen aendern sich. In den letzten Monaten habe ich wahrscheinlich mehr ueber mich und andere gelernt, als in meinem ganzen Leben Eine ganz neue Zukunft Nachdem ich nicht mehr in der Baeckerei arbeiten konnte, war ich auf der Suche nach einem neuen Job in Franz. Nach 3 Wochen ohne nennenswerten Erfolg, wollte ich schon so gut wie abreisen, als sich Skydive Franz bei mir gemeldet hatte. Mein damaliger Mitbewohner hatte mir geholfen einen neuen Job zu finden. Als erstes dachte ich, dass ich das neue Office Maedchen bin. Aber nachdem ich mich mit dem Chefs der Company unterhalten hatte, stellte sich heraus, dass ich als Ground Crew arbeiten durfte. Meine Aufgabe besteht darin die Costumer abzuholen, sie auf den Sprung vorzubereiten, mit dem Piloten zu funken und noch einiges anderes. Am Anfang meinten die Jungs, dass ich ungefaehr 1 oder 2 Monate als Ground Crew arbeiten koennte. Mittlerweile sind es schon fast 4 Monate. Ich liebe den Job und das Beste daran ist, die gluecklichen Gesichter nach einem Fallschirmsprung! Es hat einige Zeit gedauert bis ich richtig eingearbeitet war und auch mit den Jungs warm geworden bin. Aber es hat sich definitiv gelohnt! Eigentlich hatte ich nur nach einem neuen Job gesucht und dabei eine neue Leidenschaft entdeckt. Angefangen hat alles mit meinem Interesse fuer das Fallschirm packen. Aber nach dem mir die Jungs immer mehr erklaert hatten und wir alle gemeinsam auf einem grossen Skydive Event waren, entschied ich mich meine Solo Lizene zu machen. Gluecklicherweise traf diese Entscheidung genau ins Schwarze. Die Jungs boten mir an, mir schon im Voraus einiges beizubringen, was ich fuer meine erste Lizenz gebrauchen kann. Sie unterstuetzten mich in jeder Hinsicht und entschieden sich auch mich zu sponsoren, sodass ich mit ein bisschen Glueck auch noch eine weitere Sommersaison in Franz bleiben kann. Aber nicht nur als Ground Crew, sondern als Parachute Packer und Camera Flyer. Ich freue mich riesig auf meine Lizenz und meinen ersten eigenen Fallschirm. An dieser Stelle moechte ich noch einma danke sagen an alle die mich immer unterstuetzt haben. Vielen lieben Dank liebes AIFS und IEP Team!