Neuseeland - das Land meiner Träume und Erfüllungen!

von Rebekka Paul

Neuseeland - das Land meiner Träume und Erfüllungen!

Im ersten Moment fiel der Abschied schwer, aber die Vorfreude auf Neuseeland und die mir bevorstehenden Abenteuer war wesentlich größer! Nach monatelanger Planung standen meine ersten Ziele fest.

Anfang Juli 2015 packte ich meine Reisetasche mit Rollen und einen 28l Rucksack und startete nach Ankunft in Neuseeland mit einem 2-wöchigen Conservation Volunteer Projekt in Auckland. Anschließend fuhr ich mit dem Bus weiter zu einer Dairy Farm, die ich über die WWOOF-Mitgliedschaft bereits vorab in Deutschland gefunden hatte. (Alle Wechsel in die größeren Städte auf der Nordinsel klappen problemlos mit Bussen. Es gibt verschiedene Anbieter wie z.B. Naked und InterCity Bus, die Einzelfahrten oder Bus-Pässe anbieten.) Da mir die Milch-Farm in Te Awamutu (Nähe Hamilton) aufgrund persönlicher Diskrepanzen aber nicht so gut gefiel, zog ich weiter nach Taupo.

Dort arbeitete ich als Housekeeper für meine Unterkunft. Da meine neugewonnenen Freunde bereits ein Auto hatten, konnten wir die Umgebung immer spontan erkunden. Eine meiner ersten Erfahrungen waren die heißen Quellen (DeBretts Hot Pools). Wir fuhren zu den Huka Falls und einer berühmten Manuka Imkerei. Ein Tagesausflug nach Rotorua zum Wai-O-Tapu Thermal-Wonderland war auch drin. Des Weiteren machten wir einen Segelturn zu den Maori Rock Carvings. Es war sau kalt, aber mit heißem Kakao und Decken ließ es sich auf dem Boot aushalten. Im Sommer kann man sogar im Lake Taupo bei dieser Tour schwimmen. Fragt auf jeden Fall immer in euren Hostels nach, ob es Rabatte oder coole Angebote für jegliche Trips gibt. Dadurch könnt ihr einige Dollar sparen und bekommt einheimische Tipps dazu!

Da ich mit meinen Bewerbungen in den örtlichen Restaurants und Bars keinen Erfolg hatte, zog ich weiter über Napier nach Wellington. Napier ist eine eher kleine, ruhige, aber sehr schöne Stadt direkt am Südpazifik. Ich habe mir dort ein Fahrrad geschnappt, das ich kostenlos von meinem Hostel zur Verfügung gestellt bekommen habe und bin die Küste rauf und runter gefahren. Dagegen ist in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, sehr viel los. Es gibt aber auch einiges mehr zu entdecken! Meine persönlichen Highlights waren das Te Papa Museum (auch für Museums-Muffel wie mich sehr empfehlenswert!), die Cable Car mit dem Botanic Garden, Red Rocks Reserve mit Seal Colony. Als krönenden Abschluss sah ich mein 1. Rugby-Spiel: Wellington Lions gegen Northland im Westpac Stadium. Wenn ihr die Chance habt, schaut euch lieber ein Spiel der All Blacks mit dem weltberühmten Haka an!

Nach 2 Monaten auf der Nordinsel setzte ich mit der Fähre zur Südinsel über, wo ich meine restlichen 9 Monate verbracht habe.

Ich kam in einem kleinen Working Hostel in Blenheim (Nähe Picton) unter. Dort half man mir, schneller bezahlte Jobs zu finden. Bei mir hat es sehr gut funktioniert, aber man muss immer sehr vorsichtig mit Working Hostels sein. Teilweise werden Backpacker extrem abgezockt! Manche sollten mehrere Mieten im Voraus zahlen, um einen sicheren Job zu bekommen und mussten trotzdem wochenlang darauf warten. Andere mussten sogar dafür bezahlen, damit das Hostel für sie Jobs suchte. Also: Augen auf und wachsam sein, es gibt nie eine Garantie, dass man am nächsten Tag wirklich einen Job hat!

Mir wurden ziemlich zügig Jobs zu einer Weinfabrik und einem „vineyard“ (Weinberg) vermittelt, die aber jeweils nur ein paar Tage andauerten. Mitte September hatte ich endlich einen Job mit halbjährigem Vertrag in der Cake Factory „Pav’n Pie“ bekommen. Dort arbeitete ich fast 3 Monate 8-12h am Tag in der späteren Tagesschicht. Wirklich aufregende Arbeitswochen waren es nun nicht, aber dafür konnte ich die Wochenenden für tolle Ausflüge nutzen: Marlborough Sounds und der Queen Charlotte Track, Nelson Lakes, die Stadt Nelson oder Picton.

Regelmäßig standen auch Motto-Partys oder große Geburtstags-Partys an. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht! Meinen Geburtstag durfte ich glücklicherweise auch dort feiern, da wir wie zu einer 2. Familie zusammengewachsen waren. Mit Kleinigkeiten aus der Heimat und einer bestellten Geburtstagstorte versüßte mir meine Familie ebenfalls den Tag und machten ihn zu einem ganz besonderen Geburtstag am anderen Ende der Welt.

Bald hatte ich mir eine hübsche Summe Geld angespart, mit dem ich mir mein eigenes Auto gekauft habe. Dieses rüstete ich mit einer Matratze und Camping Sachen aus und schnell war der 1. „richtige“ Road Trip geplant. Mit meiner Freundin aus Deutschland bin ich in 3 Wochen ca. 10.000km über die Südinsel gereist. Dabei haben wir alles zwischen dem Abel Tasman National Park, der Westküste und Queenstown gesehen. Um den Kreis zu schließen sind wir - mit einem Stopp beim Mount Cook - zur Ostküste gefahren und haben viele weitere Städte und Sehenswürdigkeiten von Moeraki bis Kaikoura gesehen.

In Christchurch war es Zeit für den Abschied von meiner Freundin und ich bin alleine zurück nach Blenheim zurückgekehrt.

Dort erwarteten mich mittlerweile eng gewordene Freunde. Da mein Geld langsam ausging, musste ich vor Weihnachten nochmal ein paar Tage arbeiten. Danach wurde aber ausgiebig am Strand mit Plastiktannenbaum und BBQ gefeiert. Das anschließende Festival in Takaka rundete meinen Start ins neue Jahr perfekt ab. Über Silvester sind ganz viele verschiedene Festivals in ganz Neuseeland, zum Beispiel in Gisborne oder Wanaka.

Von Januar bis Februar verdiente ich noch ein letztes Mal Geld auf den Vineyards - Schweiß, Dreck und Sonnenbrand gab es inklusive. Bei 30°C keine leichte Arbeit, die ich auch in Deutschland niemals machen würde. Naja, dafür durfte ich meinen absolut besten Tag in dieser Zeit erleben: mein größter Traum war es seit Kindertagen, einmal mit Delphinen schwimmen zu können. Im Januar ging dieser Traum in Kaikoura in Erfüllung. Ich begegnete dort den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung ohne sie in ihrer natürlichen Umgebung groß zu beeinträchtigen - das war ein ganz wichtiger Punkt für mich! Es war traumhaft schön und das Geld hat sich dafür echt gelohnt!

Abschließend bereiste ich mit einem neuen Travelmate, den ich über eine Neuseeland Facebook Gruppe kennengelernt hatte, den restlichen Teil der Südinsel: Dunedin, Kaka und Slope Point, Invergagell, Te Anau mit den Milford- und Doubtfull Sounds. Ihr könnt dort ganz tolle Kayak- und Bootstouren machen, wie in fast ganz Neuseeland, sowie tolle Wanderungen und Klettertouren in Höhlen. Landschaftlich hat das Land einfach enorm viel zu bieten und das auf so engen Raum.

Deswegen bin ich unter anderem auch noch auf eine WWOOF Tier Farm in Christchurch gegangen, die mir von anderen Backpackern empfohlen wurde. Unter Backpackern wird sehr viel geteilt, nicht nur Tipps und Erfahrungen, sondern auch Klamotten, Ausrüstung oder ähnliches. Das ist sehr hilfreich, daher sollte man die Leistungen auch wertschätzen und nicht missbrauchen.

Die Arbeit auf der Farm hat mir mit Abstand am besten gefallen. Ich habe täglich alle Tiere gefüttert und Stallungen gesäubert. Als Gegenleistung erhielt ich eine Unterkunft, Essen und Reitstunden! Zusätzlich durfte ich natürlich am Familienleben teilnehmen – mitinbegriffen waren Ausflüge, Restaurantbesuche und vieles mehr. Mein Englisch wurde unter anderem durch den einheitlichen Akzent noch einmal wesentlich besser. Dadurch, dass wir neben dem Hofalltag auch Kindergeburtstage veranstaltet haben, war immer was los. Mit meiner Arbeitskollegin bin ich später sogar selber zu Kunden gefahren und es war unglaublich süß, wie die Kinder auf die Überraschung reagiert haben. Eine Mutter machte mich ganz besonders stolz indem sie dachte, ich sei ein Kiwi. Meinen deutschen Akzent hatte ich anscheinend weitestgehend ablegen können. Es hat sich später gar nicht mehr wie Arbeit angefühlt und das ist, denke ich, sehr wichtig.

Bevor ich meinen letzten Abschnitt meiner Reise in Angriff nahm, habe mir einen kleinen Urlaub auf Fidschi gegönnt! In nur 3h bist du drüben und erlebst traumhaft schöne Strände und Inseln. Zum Tauchen und Entspannen bietet es vielzählige Möglichkeiten.

Generell wird man in Neuseeland unfassbar herzlich aufgenommen und wenn sie erfahren, dass du aus einem anderen Land kommst, sind sie noch interessierter. Gerne wird dir weitergeholfen, wenn du den Weg einmal nicht kennst oder du unterhältst dich einfach nur mit dem Supermarktverkäufer über den Alltag.

Mit Gelassenheit kommt man hier häufig ans Ziel. Genauso gehört es aber auch zum guten Ton, den Busfahrer zu begrüßen und sich beim Verlassen des Busses zu bedanken. Die Mentalität in diesem Land ist einfach klasse! Als ich zurück nach Deutschland geflogen bin, war das wiederrum eine enorme Umstellung für mich!

Glücklicherweise bin ich nach Neuseeland nicht direkt zurück nach Deutschland geflogen. Ich hatte einen Zwischenstopp mit Emirates in Australien gebucht und hatte dort noch einen 1-monatigen Aufenthalt!

Mit einem Bus-Pass bin ich von Melbourne aus die Ostküste entlang bis nach Cairns hochgereist. Ungefähr alle 2 Tage habe ich einen Nachtbus genommen, um in die nächste Stadt zu kommen. Hier ein kleiner Einblick in meine Trips: Great Ocean Road, Blue Mountains Tour, Bondi Beach, Fraser Island, Whitsunday Island und das Great Barrier Reef. Dort nahm ich an einem mehrtägigen Bootsausflug teil und erweiterte meine Taucherfahrungen! Das waren unvergessliche Eindrücke! Die Ostküste ist definitiv sehr überlaufen und zum Party machen geeignet. Für mich war es der beste Abschluss vor der Heimreise!

Nach einem Jahr fiel mir dieser Abschied zu 100% schwerer als zu Beginn meines Abenteuers. Da ich aber nicht alles von Neuseeland und der Welt gesehen habe sage ich nur: „Heute ist nicht alle Tage – ich komm wieder, keine Frage!“

Eure Rebekka