Die Zeit deines Lebens

von Greta Helene Freudenberg
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So zufrieden war ich mit dem Programm:

Die Zeit deines Lebens

Alles begann mit einer Infoveranstaltung „Was mache ich nach meinem Abitur?“ in der 10. Klasse, auf der viele verschiedene Angebote vorgestellt wurden. Vorher habe ich mir nie Gedanken gemacht, je ein Auslandsjahr anzugehen. Für mich erschien das immer als etwas, das nur wirklich selbstbewusste Menschen machen würden, die vor nichts Angst haben. Ich war immer sehr schüchtern und obwohl ich keine Angst hatte ein Auslandsjahr zu machen habe ich dies nie in Erwägung gezogen. Tatsächlich haben mir meine Eltern da Flügel verliehen, was leider bei wenigen Familien der Fall ist. Sie haben mich dazu motiviert beziehungsweise haben mir den Denkanstoß dafür gegeben.
Da ich nach dem Vortrag noch zwei Jahre bis zu meinem Abitur hatte, hatte ich ausreichend Zeit um drüber nachzudenken und letztendlich habe ich an nichts anderes mehr denken können und habe gedacht wie es nur möglich war, dass ich es nie in Erwägung gezogen habe.

Ende November ging es endlich los. Im Flieger zu sitzen war schon ein komisches Gefühl. Ich wusste wenn ich zurück komme, habe ich so viele Dinge erlebt und Erfahrungen gesammelt, dass ich als anderer Mensch wieder ankommen würde.

In Auckland gelandet, musste man erst einmal mit den Eindrücken und verschiedenen Gefühlen zurecht kommen. Tatsächlich hatte ich die ersten zwei Monate Schwierigkeiten dort anzukommen. Ich konnte mich irgendwie nicht auf das Land einlassen. Man wurde quasi ins kalte Wasser geworfen. Dein gewohnter Alltag ist natürlich nicht mehr da und du hast ganz andere Eindrücke. Ich habe mir das Ziel gesetzt zumindest ein halbes Jahr in Neuseeland zu bleiben, um mein Englisch zu verbessern und einfach Erfahrungen zu sammeln. Ich habe mir immer gesagt, wenn ich nach Hause möchte bin ich in eins zwei Tagen dort. Das hat mir sehr geholfen.

Das klingt alles viel schlimmer als es wirklich war. Es war einfach die Eingewöhnung die dort für mich statt finden musste um mich wohl zu fühlen. Lass dich davon auf keinen Fall hemmen und brich deine Reise nicht ab, denn hast du diese Zeit erst einmal überwunden, so wirst du die Zeit deines Lebens haben.

Nach zwei Monaten war dieses Gefühl komplett weg und dann ging es nur noch aufwärts. Ich war offen für die Kultur und die Menschen und hab quasi alles aufgesaugt. So viel positive Energie. Das Gefühl von Freiheit ist einfach unglaublich. Keiner sagt dir was du zu tun hast und welchen Weg du zu gehen hast. Du gehst DEINEN Weg und es fühlt sich gut an! Man lernt Vertrauen in sich und seine Umwelt aufzubauen und wird stärker. Die Entwicklungen die man bei einem Work and Travel macht sind einfach unglaublich wertvoll und jetzt ist diese Erfahrung für mich wie ein Schatz im Herzen <3

Man lernt so viele tolle Menschen kennen, die von der ganzen Welt kommen. Sei offen und traue dich auf Menschen zuzugehen. Jeder freut sich Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Abenteuer zu erleben.

Da ich noch keinen Führerschein hatte bin ich hauptsächlich mit Bus gereist und habe in Hostels übernachtet. In Hostels ist es wirklich einfach Leute kennen zu lernen. Da dort gleichgesinnte mit einem zusammen leben kommt man schnell ins Gespräch. Oft habe ich Leute kennen gelernt die mit ihrem Campervan gereist sind. Teilweise durfte ich mit manchen 1-2 Wochen mitreisen und das war genauso eine tolle Erfahrung. Du bist viel flexibler und hast dein zu Hause immer bei dir. Da ich durch meinen nicht verfügbaren Führerschein nie alleine mit einem Campervan gereist bin, kann ich nicht so viel dazu sagen wie es ist Leute kennen zu lernen, aber ich fand es einfach total geil, dass du einfach kochen konntest wo du wolltest und man hat weniger Ausgaben, da viele Campingplätze umsonst sind. Man lebt in der Natur und das ist einfach toll.

Als Kind habe ich es gehasst wenn ich auf Wanderungen und Spaziergänge mit geschleppt wurde. Seit ich in Neuseeland war, liebe ich es zu wandern und in der Natur zu sein. Man entwickelt eine ganz andere Bindung zur Natur.

Ich kann jedem nur ans Herz legen ein Auslandsjahr zu machen und ich bin mir sicher, das sagt jeder der es einmal gemacht hat. Man sieht die Welt mit anderen Augen und es ist wie ein Feuer in einem. Eine Leidenschaft die sich entwickelt hat und plötzlich ist es kein Heimweh mehr, sondern das Fernweh, dass jeder mit dieser Leidenschaft hat. Es ist wirklich wie ein Schatz in dir, diese Erfahrungen die du gesammelt hast. Mach es! Selbst wenn du es wie ich nie in Erwägung gezogen hast, mache es solange du die Möglichkeit dazu hast. Es lohnt sich! :)
Genieße das Leben und nutze deine Möglichkeiten. Lass dich nicht weiter festhalten von deinen eigenen Grenzen die du dir errichtest und mache dich frei! :)

Ganz liebe Grüße von Helene Freudenberg