AIFS unterwegs – Adam als Volunteer in Südafrika – Ocean Conservation Projekt

Ich bin Adam und arbeite im Wiener AIFS Büro. Wie alle meiner AIFS KollegInnen verfüge ich über viel Auslandserfahrung und reise für mein Leben gerne. Anfang Jänner besuchte ich unser Ocean Conservation Projekt in Südafrika. Südafrika ist wirklich eine Liga für sich. Das sage ich, obwohl ich in meinem Leben schon über 70 Länder kennenlernen durfte und in den verschiedensten Ecken der Welt unterwegs war.

Das Ocean Conservation Projekt

Als AIFS Mitarbeiter ist es wichtig, dass wir selbst unsere Projekte kennen und unsere Teilnehmer aus erster Hand beraten können. Aus diesem Grund habe ich mir aus unseren zahlreichen Freiwilligenprojekten das Ocean Conservation Projekt in Südafrika ausgesucht. Die Wahl fiel mir gar nicht leicht, da wir viele tolle Projekte anbieten. Ich bin selbst begeisterter Taucher und daher sehr am Leben im und am Meer interessiert. Zusätzlich habe ich in der Projektbeschreibung gelesen, dass ein wissenschaftliches Team vor Ort das Projekt leitet. Dieser Punkt war mir wichtig, weil mir ein langfristiger Nutzen meines relativ kurzen Engagements ein Anliegen war. Die Forscher vor Ort haben das Projekt für mehrere Jahre angelegt. Meine Freiwilligenarbeit bildete hierbei einen kleinen Baustein eines großen Umwelt- und Naturschutzprojekts. Bislang gab es dort keine Informationen zu Fisch- und Tierbeständen, Bootsverkehr und Ähnlichem.

Die Anreise

Plettenberg Bay ist eine schnuckelige Kleinstadt ca. eine Flugstunde von Kapstadt entfernt. Praktischerweise liegt Kapstadt in derselben Zeitzone wie Deutschland und Österreich. Daher hat man überhaupt keinen Jetlag bei der Ankunft und kann gleich loslegen. Am Flughafen in George hat mich dann ein Fahrer abgeholt und eine Stunde und ein interessantes Gespräch später war ich auch schon in Plett, wie die Einheimischen ihren Ort liebevoll nennen.

Die Unterkunft

Die meisten Freiwilligenprojekte sind in der Regel recht ‚Basic‘ ausgestattet. Daher habe ich mit einer eher einfachen Unterkunft gerechnet und war sehr überrascht, als wir plötzlich vor einem wunderschönen Haus mit prächtigem Garten standen. Die Unterkunft ist ein idyllisches Haus in Strandnähe und umfasst neben mehreren Schlafzimmern eine große Küche, einen Gemeinschaftsraum, einen Raum, um die Forschungsdaten einzutragen, und eine große Veranda mit Grill.

Zu meiner Zeit waren gerade 6 Volunteers aus den USA, England, Belgien, Deutschland und Österreich da. Bis zu maximal 12 Freiwillige können gleichzeitig am Projekt teilnehmen, was das Ocean Research Projekt zu einem sehr feinen und persönlichen Projekt macht. Einige waren nur für ein paar Wochen da, andere bis zu 8 Wochen. Das war für mich recht praktisch, da mein Zimmerkollege Dylan mir gleich alles Wichtige zum Projekt und zu den Abläufen erklären konnte. Nicht nur das Haus war einladend. Wir hatten auch die Hausfee Tilly, die für uns zu Mittag und am Abend immer gekocht hat und netterweise gleich die Wäsche mitgewaschen hat. Mit so viel Komfort hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Eine typische Woche im Ocean Conservation Projekt

Das klingt jetzt alles schon ein bisschen mehr nach Urlaub – zugegeben, es war auch teilweise sehr entspannt und an den Wochenenden hatten wir sogar frei. Am ersten Tag hieß es aber gleich um 6 Uhr aufstehen, damit wir in aller Früh auf das Meer hinausfahren konnten, um Delfine zu beobachten und zu zählen. Das Speedboat brachte die Touristen zu den Delfinen (die Besucher zahlen dafür, wir nicht) und wir als Forschungsassistenten fuhren mit, um Notizen zum Verhalten und zur Position der Tiere zu machen. Nach ein paar Stunden ging es wieder zurück zur Unterkunft, zum gemeinsamen Mittagessen.

Am Nachmittag gab es je nach Wetterlage einen anderen Aufgabenblock. Oft fuhren wir ins Naturschutzgebiet, um weit oben auf den Klippen Robben und Boote zu zählen und zu beobachten. Nicht selten kamen dabei interessierte Touristen vorbei und fragten einen, was man da mit seinem Block macht. Dann erklärten wir ihnen freundlich unser Projekt und fühlten uns ein bisschen wie richtige Forscher.

Mein Tipp:

Da man stundenlang in der Sonne Südafrikas herumsitzt sind Sonnencreme, Kappe, Wasserflasche und ein guter Podcast (vielleicht sogar die AIFS Globerocker Stories) ein Muss! An anderen Tagen fuhren wir mit einem kleineren Boot in die weitläufige Lagune. Dort vermessten wir schnorchelnd das Gebiet oder machten Fotos von Robben, die sich in die Lagune begeben haben. Die Robbenkolonie von Plettenberg Bay war übrigens vor einigen Jahrzehnten von der Ausrottung bedroht. Heute zeigen sich mehrere Tausend Tiere quietschvergnügt im Naturschutzgebiet. Wenn du willst, kannst du direkt mit den jungen Robben beim Schnorcheln auf Tuchfühlung gehen. Die neugierigen Kleinen kommen dann ganz nah und zischen knapp an dir vorbei. Eindeutig eines meiner Highlights!

Und bei Regenwetter?

… wird dir auch nicht langweilig im Projekt. Wir haben eine Schule in den Townships besucht und mit den Kindern gesungen und gebastelt. An einem anderen Tag haben wir ein Tierheim besucht und mit den Katzen und Hunden gespielt. Als es einmal stark geregnet hat, haben wir am Nachmittag Harry Potter geschaut und nebenbei Plastikmüll zerschnippelt. Aus dem haben wir dann Ecobricks gemacht, aus denen Leute aus der Community ihre Häuser bauen konnten. Das Projekt ist sehr vielfältig und die engagierten Projektleiter vor Ort achteten darauf, dass wir immer zu tun hatten. Als Volunteer steigst du also genau dort ein, wo die Freiwilligen vor dir aufgehört haben. So ist es möglich, das Forschungsprojekt über Jahre fortzuführen und wichtige Langzeitstudien zu machen.

Die Volunteers

Wir waren ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus mehreren Ländern und haben alle miteinander Englisch gesprochen. Das Zusammenleben glich etwas einer WG. Jeder konnte nach Lust und Laune am Abend seine Zeit verbringen. Entweder zusammen etwas unternehmen, am Strand laufen gehen oder in Ruhe mal ein Buch lesen. An den freien Wochenenden gingen einige auf Safari, andere zum Bungeejumpen. Man kann in der Nähe wirklich viele tolle Sachen unternehmen. Ich würde daher empfehlen, das Projekt gleich mehrere Wochen zu machen.

Südafrika, ein bleibender, wunderschöner Eindruck

Neben dem wahnsinnig spannenden Projekt hat mich auch das Land selbst in seinen Bann gezogen. Neben Plettenberg Bay fand ich die Wüste im Hinterland sehr sehenswert. Große Nationalparks mit Elefanten & Co warten auf die Besucher. Man kann auf Tuchfühlung mit Wildtieren gehen, spektakuläre Wanderungen unternehmen, köstliche Weinproben vornehmen und ganz, ganz lecker essen und trinken. Ich denke, dass Südafrika für jeden etwas zu bieten hat, und glücklicherweise haben wir dort gleich mehrere Freiwilligenprojekte für euch.

Viele schöne Momente sind mir in Erinnerung geblieben. So zum Beispiel jener Abend, an dem ich in der Safari Lodge gesessen habe und das Brüllen der Elefanten hörte. Wenn ihr Fragen zum Ocean Conservation Projekt oder Südafrika habt, könnt ihr mich gerne unter info@aifs.at kontaktieren.

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