Warum ich noch einmal ein Au Pair in den USA werde

Ich heiße Victoria, bin 26 Jahre alt und komme aus einer kleineren Ortschaft in Niederösterreich, südlich von Wien. Derzeit bin ich noch als Kindergartenpädagogin tätig, werde aber bald noch einmal das Abenteuer „Au Pair in den USA“ starten.

Traveling: It leaves you speechless, then turns you into a storyteller

Vor sieben Jahren entschied ich, mich bei AIFS als Au Pair Professional zu bewerben. Obwohl ich ein wenig Angst hatte, wusste ich, dass ich dieses Abenteuer auf jeden Fall starten wollte. Die Suche nach einer Gastfamilie war aufregend und nach ein paar Wochen, fand ich eine für mich passende Familie in Connecticut. Die Orientation-Days in New York waren sehr interessant:  neue Gesichter, andere Sprache und schon so viele unglaublich schöne Eindrücke!

Schon in den ersten Wochen wusste ich, dass ein Jahr Amerika für mich definitiv nicht ausreichen würde. Als ich mit meiner Host Mom darüber sprach, war sie begeistert. Auch ein Umzug der Familie stand ins Haus: wir übersiedelten eine Ortschaft weiter.

Es war kurz nach New Years Eve – ein Nachmittag, den ich nie vergessen werde – als mir meine Host Mom „out of the blue“ eröffnete, dass sie mich nicht mehr brauchen konnten und mich deshalb ins Rematch schicken. Ich war geschockt und fiel aus allen Wolken. Hatte ich etwas falsch gemacht? Wieso wollte mich die Familie nicht mehr? Ich war ratlos und dennoch – nachhause zu fliegen war für mich keine Option. Ich wollte das Abenteuer „Au Pair“ auf jeden Fall durchziehen. Schließlich hatte ich bis dahin schon viele positive Erfahrungen gesammelt. Das wiederum gab mir die Kraft und den Willen weiterzumachen. So befand ich mich plötzlich unfreiwillig im Rematch. Meine Sorge, keine Familie innerhalb von zwei Wochen zu finden, löste sich schnell wieder auf. Ich wurde sehr gut von meinem Community Counselor und all den neu gewonnen Freunden aufgefangen und unterstützt. Schon nach zwei Tagen im Rematch, fand ich eine neue, wunderbare Familie ganz in der Nähe. Ich war erleichtert! Im Nachhinein betrachtet, war der gesamte Prozess das Beste, was mir passieren konnte.

Die neue Familie empfing mich sehr herzlich und unternahm alles, damit ich mich wohlfühlte. Sie hatten vier Kinder: 5-jährige Zwillinge, ein 2,5-jähriges Mädchen und einen 9 Monate alten Buben. Das bedeutete für mich anfangs eine große Umstellung, denn die erste Host Familie hatte bloß ein Kind. Doch bereits nach kürzester Zeit waren wir ein eingespieltes Team und hatten viel Spaß zusammen. Die Familie bezog mich in alle Familienaktivitäten ein und auch die Großeltern der Kinder nahmen mich auf, als wäre ich ihre Enkeltochter. Es war eine sehr schöne Zeit, weshalb ich das Programm auch um neun Monate verlängerte. Die Gastfamilie hat mich als vollwertiges Mitglied der Familie gesehen und ich habe großartige Erfahrungen sammeln können! Es war eine wunderbare Zeit und ich möchte keinen Moment davon missen.

Kulturschock 2.0

Nach einem Jahr und neun Monaten als Au Pair und einem Monat auf Reisen, war der Moment gekommen, vor dem ich mich schon lange Zeit gefürchtet hatte: der Tag meiner Abreise. Natürlich freute ich mich auf meine Familie und Freunde zuhause, doch es war schwierig für mich, Amerika hinter mir zu lassen.

In Österreich angekommen hatte ich einen Kulturschock, den ich bei meiner Ankunft in Amerika so nicht kannte. Alles war anders: Freundschaften hatten sich verändert und ich wusste anfangs nicht, wo ich hingehörte. Nach einiger Zeit der Wiedereingewöhnung und der Unterstützung meiner Familie und Freunde, war es mir jedoch möglich, meinen Platz in Österreich zu finden. Für mich war aber bereits bei meiner Abreise klar, dass ich irgendwann wieder nach Amerika gehen würde. Jetzt – nach 5 Jahren – ist es endlich soweit!

„Wherever you go becomes a part of you somehow“ (Anita Desai)

Mich zieht es immer wieder nach Amerika. Es verging kein Jahr, an dem ich nicht nach Amerika zu meiner Gastfamilie reiste – manchmal auch nur für ein Wochenende. Ich habe nach wie vor engen Kontakt zu meiner Gastfamilie und bei jedem Besuch fühlt es sich an, als wäre keine Zeit vergangen. Jedes Mal, wenn ich das Flugzeug Richtung Amerika besteige, überkommt mich ein besonderes Gefühl der Freude. 2018 habe ich endlich den Entschluss gefasst, noch einmal als Au Pair nach Amerika zu gehen. Es ist um einiges aufregender, da diesmal an viel mehr zu denken ist: Den Job zu kündigen, die eigene Wohnung aufzugeben, meinen Freund, meine Familie und Freunde zurückzulassen – quasi all das, was mir in Österreich Sicherheit gibt – ist eine sehr spannende, wenn auch nicht immer leichte Erfahrung für mich. Trotz alledem freue ich mich irrsinnig auf die Zeit in den USA!

Da ich als Pädagogin in einem Kindergarten arbeite, konnte ich in den vergangenen Jahren extrem viel Erfahrung mit Kindern sammeln. Das wiederum wirkte sich positiv auf den aktuellen Matching-Prozess aus, was ich an der Anzahl der interessierten Familien bemerken konnte. Anfangs war ich sehr daran interessiert, eine Familie an der Westküste zu finden, da ich „etwas Neues“ an Amerika kennenlernen wollte. Doch im Laufe des Prozesses wurde mir klar, dass ich die Gastfamilie unabhängig von ihrem Wohnsitz auswählen möchte. Viel wichtiger war mir, wie die Familie von sich, ihrem Alltag und dem Umgang mit ihren Kindern erzählte, welche Werte ihnen wichtig sind, aber auch ihre Ansichtsweise mit einem Au Pair zusammenzuleben. Ich wollte, dass meine zukünftige Host Family mich als Teil der Familie, aber auch als eigenständige Erwachsene wahrnimmt.

In the end we only regret the chances we didn’t take!

Ich skypte mit einigen Familien und konnte mir so ein Bild der Interessenten machen. Schlussendlich entschied ich mich für eine in Boston wohnhafte Familie mit zwei Kindern: ein 2,5-jähriger Bub und ein neugeborenes Mädchen. Wir teilen sehr viele Ansichten zu verschiedensten Themen und bereits bei unserem ersten Gespräch, fühlte es sich nach einem perfekten Match an. Für mich war auch sehr schön, dass sich die Familie nicht nur für meine Erfahrung mit Kindern interessiert hat (was natürlich ein sehr wichtiger Aspekt ist!), sie haben auch großes Interesse an meinen Hobbys und an meiner Person gezeigt.

Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darauf, die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und ein Teil ihres Lebens zu werden!

Ich freue mich darauf neue Freundschaften zu schließen, neue Plätze in Amerika kennenzulernen und den kulturellen Austausch zu leben. Das Leben ist in ständiger Veränderung und ich blicke mit großer Vorfreude dem neuen Abenteuer entgegen!

Don’t call it a dream- call it a plan!

Alles Liebe,
Victoria

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