Au Pair: Gastfamilie gefunden, aber Matura nicht geschafft – Was jetzt!?

Anna und Lea hatten bereits ‚die perfekte Gastfamilie‘ gefunden, doch dann kam die Horrornachricht: Mathe Matura leider nicht geschafft! Wie die beiden damit umgingen und wie am Ende doch noch alles gut wurde, erzählen euch die beiden.

Anna – Classic Au Pair

Liebe zukünftige Au Pairs,

Mein Name ist Anna, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Wien. Ich habe meine Matura im September 2018 an einer Tourismusschule absolviert. Schon seit ich klein bin, liebe ich das Reisen und nutze jede Möglichkeit dazu. Amerika hat mich immer sehr begeistert, also entschied ich mich für ein Au Pair-Jahr in den USA. Ich liebe es, mit Kindern Zeit zu verbringen, und brauchte eine Pause von der Schule. Der Bewerbungsprozess hat nicht allzu lange gedauert, nur mit dem Video habe ich mir viel Zeit gelassen. Nach meinem Interview bekam ich schon die ersten Familienanfragen.

Einige Skype-Interviews später, kam die ‚perfekte‘ Gastfamilie in mein Profil. Schon nach dem ersten Skype-Gespräch wusste ich, dass ich dort hin wollte und mit ihnen mein Jahr verbringen möchte. Nach einigen E-Mails und Skype-Anrufen, haben wir schließlich gematched. Ich war überglücklich! Wir waren ständig in Kontakt und viele Fotos wurden hin- und hergeschickt. Ich habe mich auch mit dem aktuellen Au Pair der Gastfamilie sehr gut verstanden. Alles war perfekt! Doch dann kam die Matura …

Ich war nie eine gute Schülerin, ich bin immer gerade so in allen Fächern durchgekommen. Ich habe kurz vor der Matura stundenlang gelernt, vor allem für Mathematik, jedoch hat es leider nicht gereicht. Ich bin in Mathe durchgefallen. Als ich davon erfahren habe, gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Nach vielen Gesprächen mit meiner Mutter und Freunden, habe ich mich schließlich dazu entschieden, nicht auszureisen und der Familie schlussendlich abzusagen. Es fiel mir unheimlich schwer, jedoch verstand die Gastfamilie meine Situation und wir gingen im Guten auseinander

No risk, no fun

Da war ich nun wieder: Mitten im Matching-Prozess. In dieser Zeit habe ich fast jeden Tag bei AIFS angerufen. Sie haben jedes Mal meine Fragen geduldig beantwortet. Ein riesengroßes Dankeschön an Valerie, die mir immer sofort geantwortet hat. Ich bin so froh, dass ich mich für AIFS entschieden habe. Dann war er da, der Tag, an dem die ‚perfekte Familie‘ erneut in mein Profil kam: Zwei Jungs, die zu dem Zeitpunkt 5 und 7 Jahre alt waren, ein Hund, ein wunderschönes Haus in Maryland – alles klang perfekt.
Natürlich erzählte ich ihnen von meiner Situation und, dass ich die Matura im September wiederholen müsse. Trotz des Risikos, dass ich die Matura vielleicht noch einmal nicht schaffen würde, haben sie mit mir gematched. Von diesem Tag an, habe ich täglich 4 bis 5 Stunden Mathematik gelernt, ging regelmäßig in die Nachhilfe und träumte nachts von Brüchen und Logarithmen. Mein Ausreisedatum war der 24. September, am 20. war jedoch der Tag der Tage: die Mathematik Nachmatura. „No risk, no fun!“, nicht wahr!? Alles war gepackt, ich war mir so sicher, dass ich die Matura beim zweiten Anlauf schaffen würde. Und dann war es da, das Ergebnis: Bestanden, Befriedigend! Ich war so erleichtert! Natürlich habe ich sofort meine Gastfamilie kontaktiert, die sich sehr darüber gefreut hat. Und jetzt bin ich hier und es sind schon 5 Monate rum, die Zeit vergeht schnell – zu schnell.

Warum Au Pair?

Was mir am besten am Au Pair sein gefällt? Man erlebt jeden Tag was Neues, man lernt in kürzester Zeit viele neue Leute kennen, man taucht in eine völlig neue Kultur ein, man erkundet neues Essen, man findet mit ein wenig Gluck eine zweite Familie auf der anderen Seite der Welt und Freunde fürs Leben. Ich persönlich nutze jedes freie Wochenende zum Reisen.  

Es wird euer Jahr! Riskiert es! Ihr werdet es nicht bereuen!
Liebe Grüße,
Anna

Lea – Au Pair Professional

Hallo an alle Au Pairs da draußen!

Mein Name ist Lea, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Niederösterreich. Ich bin Au Pair Professional in New Jersey und passe dort auf drei ziemlich verrückten Jungs auf. 😉

In meiner Familie war es immer schon gang und gäbe Austauschschüler für ein Jahr aufzunehmen. Auch mein Bruder war für mehrere Monate in Amerika. Ich bin also damit aufgewachsen, Menschen anderer Kulturen, um mich zu haben. Als angehende Kindergartenpädagogin liebe ich den Umgang mit Kindern, und so hat sich die Idee ein Au Pair zu werden in meinem Kopf festgesetzt.

Nachdem mein Video gedreht, alle Formulare ausgefüllt und mein Profil fertiggestellt waren, ging die Matchingphase los. Ich musste also Matura und Familiensuche unter einen Hut bringen. Nicht zu empfehlen übrigens. Mir gefielen viele Familien gut, aber am Ende habe ich mich für eine Familie mit drei Jungs im Bundesstaat New Jersey entschieden. Ich war glücklich mit meiner Entscheidung, da ich die Familie und vor allem die Kinder sehr gerne mochte.

Ich war nie wirklich gut in der Schule, aber Mathematik fiel mir von allen Fächern am schwersten. Es war für mich also leider keine große Überraschung, als ich erfuhr, dass Mathe negativ ausgefallen ist. Ich hatte solche Angst es meiner Gastfamilie zu sagen, da sie für mich perfekt waren und ich nicht wusste, was sie dazu sagen würden. Sie haben mich jedoch sehr unterstützt und wollten unser Match nicht auflösen. Nun stand ich selbst vor der Entscheidung: Match auflösen oder extra für die Matura nach Hause fliegen? Mein Papa erleichterte mir diese Entscheidung: Er meinte, ich solle das Match nicht auflösen, sondern für die Matura nach Hause fliegen. Wir haben uns gemeinsam nach einem Nachhilfelehrer umgehört und als alles geregelt war, skypte ich mit meiner Gastfamilie und teilte ihnen meine Entscheidung mit. Sie waren sehr erleichtert, dass ich mich gegen das Auflösen unseres Matches entschieden habe.

Let’s make this work

Es folgte ein langer und anstrengender Sommer. Mitte August war es dann soweit, ich flog zu meiner Gastfamilie. Die Chemie stimmte und wir verstanden uns auf Anhieb richtig gut. Es war sehr anstrengend neben der Arbeit und all den neuen Eindrücken auch noch Mathe zu lernen. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war der Monat auch schon vorüber, und ich musste wieder meine Koffer packen und nach Hause reisen.

Die Tage nach der Prüfung waren die Hölle, zugleich waren sie aber auch sehr schön, da ich meine Familie und Freund wieder sehen konnte.

Samstagfrüh sollte mein Flieger zurück nach Amerika gehen und ich wusste Freitagabend immer noch nicht, ob ich bestanden hatte oder nicht. Ich fing also an meinen Koffer zu packen und legte mein Handy für ein paar Minuten zur Seite. Nach 30 Minuten kam mein Bruder zu mir und sagte, ich hätte eine E-Mail erhalten. Während ich im Kreise meiner Familie die Nachricht las, fing ich an zu weinen und sagte nur: „Bestanden!“

Bestanden! I did it!

Der Moment wird mir immer in Erinnerung bleiben, da ich im gleichen Augenblick unglaublich glücklich und traurig zugleich war. Einerseits hatte ich endlich meine Matura und andererseits, musste ich nun wirklich Abschied von meiner Familie nehmen.

Ich hab dann auch gleich meiner Gastfamilie Bescheid gegeben, die sich natürlich ebenfalls unglaublich freute und es kaum erwarten konnte, mich wiederzusehen.

Happy Halloween!

Jetzt, fast 7 Monate später, bin ich glücklicher denn je, und kann es immer noch nicht fassen, dass ich in Amerika sein darf. Die Zeit zwischen Abreise und Matura war die stressigste Zeit in meinem Leben, aber ich würde auf keinen Fall tauschen wollen. Ich liebe meine Gastfamilie und mein Leben hier in New Jersey. Die Entscheidung war keine leichte, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Ich wünsche jedem Au Pair in dieser Situation nur das Beste und ihr werdet, egal welche Entscheidung ihr trefft, das Jahr eueres Lebens haben!

Liebe Grüße, Lea

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P.S.: Unsere Reiserücktrittskostenversicherung deckt die Stornokosten ab, falls man wegen nicht bestandener Matura nicht ausreisen kann!

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