Anna im Special Needs Projekt – Freiwilligenarbeit in Irland

Ab auf die grüne Insel! Anna wollte sich gerne ehrenamtlich im Ausland engagieren und so hat es sie im Winter kurzerhand als Volunteer ins wunderschöne Irland verschlagen. Hier hat sie tatkräftig in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung mit angepackt und auch in ihrer Freizeit viel erlebt. Im Gastblogbeitrag gibt sie dir einen Einblick in das Special Needs Projekt und verrät die Highlights ihres 3-monatigen Aufenthalts.

Ankunft und Orientation in Cork

Mit einem herzlichen „Cead mile failte“, also einem tausendfachen Willkommen, wurde ich im November 2019 am Flughafen in Cork empfangen. Anton, der Ansprechpartner der Partnerorganisation in Irland, holte mich und einige andere Freiwillige vom Flughafen ab und brachte uns zu unserem Hostel in der Innenstadt von Cork. Nach einem gemeinsamen Abendessen besuchten wir zusammen mit Anton ein echtes irisches Pub. Inklusive Live-Musik und dem ersten Pint Guinness – die Atmosphäre war wirklich einmalig und sehr gemütlich.

Am nächsten Tag stand zuerst das Einführungsseminar auf dem Programm. Hierbei wurden uns unter anderem die irische Kultur und Strategien zum Umgang mit einem Kulturschock oder Heimweh näher gebracht. Am Nachmittag gab’s dann eine Stadtführung durch Cork. Wir besuchten den English Market und läuteten die Glocken in der St. Anne’s Church im historischen Teil der Stadt. Abends mussten wir uns leider alle schon wieder voneinander verabschieden, da wir dann in unsere unterschiedlichen Projekte weiter gefahren sind.

Auf geht’s zum Projekt

Nach fast fünf Stunden Busfahrt bin ich dann in Carlow angekommen und wurde sehr herzlich von meinen neuen Mitbewohnerinnen empfangen. Zusammen fuhren wir zur Unterkunft in unserem Projekt in Shillelagh, einem kleinen Dorf etwa 100 km südlich von Dublin. Hier würde ich für die nächsten drei Monate in einer WG mit vier anderen Freiwilligen aus verschiedenen Ländern leben und im Bereich der Freizeitaktivitäten eines Behindertenwohnheims arbeiten. Im Ardeen Cheshire Home leben Erwachsene mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung.

Ein typischer Tagesablauf im Special Needs Projekt

Am nächsten Morgen stellte ich mich den 19 Bewohnern des Heims vor und verbrachte die ersten Stunden mit ihnen. Normalerweise gab es immer zwei Aktivitäten am Tag, bei denen wir die Angestellten unterstützten. Vormittags haben wir meistens mit den Bewohnern Spiele wie Galgenmännchen oder Wer bin Ich? gespielt. Danach kam das Mittagessen, bei dem wir den meisten Bewohnern nach einem „Food Safety Training“ assistieren durften. Nach unserer Mittagspause fand dann die zweite Aktivität statt. Die kann immer unterschiedlich aussehen und man darf auch seine eigenen Ideen einbringen. Oft haben wir ein Quiz gemacht, gekegelt, gemalt, Kreuzworträtsel oder Sudoku gelöst.

Ab und zu gab es auch kleine Konzerte von Angestellten und anderen Freiwilligen. An manchen Tagen gab es allerdings auch sogenannte Outings, also Ausflüge mit den Bewohnern. Manchmal sind wir in größere Städte wie Kilkenny oder Dublin gefahren, andere Male ins Kino, ins Theater oder in den Zirkus. Das kommt ganz auf die Wünsche der Bewohner an.

Eigene Ideen einbringen? Ausdrücklich erwünscht!

Es kann aber auch mal vorkommen, dass alle Bewohner bereits beschäftigt oder unterwegs sind und man nicht genau weiß, was man machen soll. Mich hat das anfangs etwas verunsichert, dass es manchmal niemanden gibt, der einem Aufgaben erteilt oder sagt was zu tun ist. Schließlich wollte ich nichts falsch machen. Mit der Zeit lernt man diese Freiheiten allerdings zu schätzen, weil man so eigene Ideen in den Tagesablauf einbringen kann. Am Anfang kann es zudem manchmal schwierig sein, die Bewohner zu verstehen, sei es wegen des irischen Slangs oder körperlicher oder geistiger Einschränkungen.

Allerdings gewöhnt man sich recht schnell daran. Außerdem kann man jederzeit den Bewohner selbst oder einen Angestellten um Hilfe fragen, wenn man sich unsicher fühlt. Am Ende ist es dann umso schöner, wenn man die Vorlieben und Routinen der Bewohner kennt und sich richtige Freundschaften entwickeln. Es bestand auch die Möglichkeit für uns, bei den Pflegern mitzugehen und die medizinische Seite kennenzulernen oder in der Küche auszuhelfen. Natürlich alles auf freiwilliger Basis.

Hübsche Städte, wunderschöne Natur und die legendäre Pubkultur – was man in seiner Freizeit in Irland so machen kann

Ein normaler Arbeitstag hatte 6 Stunden, zwei Tage in der Woche hatten wir frei und konnten unsere Freizeit selber gestalten. Oft sind wir in den nahe gelegenen Wicklow Mountains wandern gewesen oder haben Ausflüge in andere Städte gemacht. Über Silvester sind meine Mitbewohnerinnen, eine weitere Freiwillige und ich z.B. nach Galway gefahren und haben uns die Stadt und die Umgebung angesehen. Wir waren aber auch in Gorey, Carlow, Dublin, Kilkenny oder Belfast. Es lohnt sich ebenso die irische Natur anzuschauen, die Seen in Glendalough sind z.B ein echtes Highlight.

Shillelagh ist zwar ein kleines Dorf, die Menschen sind jedoch sehr aufgeschlossen und das Angebot an Freizeitaktivitäten ist verhältnismäßig groß. Es gab beispielsweise Lauf- und Wandergruppen sowie einen Tanzverein. Am Wochenende sind wir auch ab und zu in das örtliche Pub gegangen, haben dort die Musik angehört und eine ganze Menge neue Leute kennengelernt. Nur die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ließ ein wenig zu Wünschen übrig, allerdings sind uns die Angestellten in Ardeen da sehr entgegen gekommen und haben uns oft in die nächstgelegene Stadt mitgenommen.

Im Allgemeinen hatte ich eine wirklich tolle Zeit in Irland und habe enge Freundschaften mit den Bewohnern und den anderen Freiwilligen geschlossen. Auch die Angestellten und vor allem unsere Chefin Linda waren bei privaten Anliegen immer für uns da und sehr hilfsbereit. Die Arbeit an sich ist eine sehr dankbare, weil man täglich merkt, dass man einen wichtigen Teil im Alltag der Bewohner darstellt. Zudem kann man selbst viel von der Lebensfreude, die einige der Bewohner ausstrahlen, mitnehmen. Ich kann es jedem empfehlen, der Lust an einer Freiwilligenarbeit hat.

Du hast auch Lust, die Menschen und Kultur eines anderen Landes als Volunteer richtig kennenzulernen? Wir bieten Freiwilligenarbeit in vielen spannenden Ländern dieser Welt an. Da ist sicher auch das Passende für dich dabei!

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