AIFS unterwegs – Marcs Sommer in den USA mit Camp America

Unser freiberuflicher Berater Marc wollte mal selbst eines unserer Programme testen – die Wahl fiel auf Camp America und damit einen erlebnisreichen Sommer in den USA. Hier erzählt er von seinen Highlights und den alltäglichen Aufgaben im Camp, aber auch von seiner anschließenden Reise durchs Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Counsellor Team

Name

Marc Wolter

Position bei AIFS

Berater für High School, Au Pair und Camp America

Reiseland & Reisedauer

3 Monate in den USA

Warum bist du in die USA gereist?

Ich habe an unserem Camp America Programm teilgenommen, um die letzten Monate meines Gap Years nach dem Abitur zu füllen.

Was hast du vor Ort gemacht?

Ich war ein Counsellor (Betreuer) in einem amerikanischen YMCA Sommerferiencamp und habe jeden Tag mit Kindern aus unterschiedlichen Altersstufen gearbeitet.

Wo hast du übernachtet und wie war deine Unterkunft?

Vor Ort, also auf dem Gelände des Camps, habe ich in einer Lodge für die internationalen Mitarbeiter geschlafen. Dort sind alle Zimmer für sechs Bewohner ausgelegt, allerdings hatte ich das Glück, den Raum den ganzen Sommer über nur mit einem Kolumbianer teilen zu müssen. So hatten wir beide genug Platz für all unser Zeug, auch wenn wir tagsüber grundsätzlich nie auf unserem Zimmer waren und es nur zum Schlafengehen betreten haben. Diese Unterkunft war komplett klimatisiert und in zwei Teile aufgeteilt – eine Damen- und eine Herrenunterkunft mit jeweils drei Duschen. Besonders die Klimaanlage ist nicht sehr typisch für die amerikanischen Sommercamps, da diese in der Regel sehr basic ausgestattet sind. Neben unserem Zimmer gab es noch drei weitere und insgesamt wohnte ich mit zehn Jungs in der Altersspanne von 20 bis 27 Jahren zusammen in unserer Hälfte der Lodge.

Die Camp Lodges

Welches Gericht muss man unbedingt probiert haben?

Alles was man nur probieren kann! Da es im Camp selten oder nie möglich ist selber zu kochen, ist man stets auf das Essen der Camp Küche angewiesen. Nach einem Sommer mit drei Mahlzeiten täglich, die man selbst mal mehr und mal weniger gerne mag, wird das selbst Kochen oder das Essen gehen wieder unglaublich geschätzt. Außerdem ist jede Mahlzeit, die man zwischendurch auswärts zu sich nehmen kann, ein gigantischer Kontrast zu dem sonst sehr einfachen und repetitiven Essen im Camp.

See am Camp

Was war deine schönste Erinnerung oder das beste Erlebnis?

Wo soll ich da bloß anfangen? Der gesamte Sommer war ein dauerhaft anhaltendes Highlight. Vorher habe ich so oft vom „best summer ever!“ gehört und dachte eigentlich immer, dass es sich dabei um eine nette Marketingstrategie oder Ähnliches handelt. Mittlerweile habe ich da eine ganz andere Meinung. Jede einzelne Person, die ich während meiner Zeit im Camp und auch später auf der Reise kennengelernt habe, hat die Erfahrung komplett gemacht. Dazu gehören zum Beispiel mein kolumbianischer Mitbewohner, der aus jedem Abend eine Salsa Party machte, eine Kollegin, die dachte Neuseeland wäre die Insel westlich des Vereinigten Königreiches (auch unter dem Namen Irland bekannt) oder andere Hostelbesucher aus u.a. Brasilien, Argentinien, England und Deutschland, die ich später auf meiner Reise kennenlernte.

Spaß bei der Arbeit

Jeder Tag brachte neue Herausforderungen und es war unmöglich sich zu langweilen. Aber um nun einzelne Erinnerungen zu nennen, muss ich ganz klar ALLE Unternehmungen mit dem Staff im Camp herausstellen. Egal, ob das Feuerwerk zum 4th of July, lange Abende im Pool, in der Mittagshitze am See, in den Baumkronen des Hochseilgartens, ein Lagerfeuer mit Musik, Gesang und Tanz – die alltägliche Zusammenarbeit oder die gemeinsame Freizeit war immer das Beste. Jetzt würde ich die Beschreibung als „best summer ever!“ auch unterschreiben, kann es voll und ganz nachvollziehen und würde auch jedem empfehlen, mal etwas in der Art zu unternehmen!

Counsellors am See

Wie sah dein Campalltag aus?

Frühstück gab es meist um acht oder halb neun. Normalerweise haben wir schon vorher mit der Arbeit begonnen, da für den Tag noch einiges vorbereitet werden musste. Da ich nicht mit den Kindern in einer Hütte geschlafen habe, waren meine Aufgaben von Tag zu Tag verschieden. Das ist natürlich auch vom jeweiligen Camptyp abhängig. Neben dem typischen Over-Night-Camp oder auch Resident-Camp hat sich mein Department um Ausflüge von Gruppen gekümmert. Das können Klassen-, Chor- oder Teamfahrten sein. Wir hatten also fast jeden Tag wechselnde Kids in verschiedenen Altersklassen. Somit war jeder Tag anders und mit verschiedenen Aktivitäten bestückt.

Bootfahren am See

Ich und die drei anderen, die zusammen das „Group-Services Department“ übernommen haben, waren immer mit einem Tagesablauf und Walkie-Talkies ausgestattet. Mal waren wir viel am See und haben das Bootfahren oder das “Blobbing“ betreut und mal waren wir im Wald bei unserem Hochseil Parcours, der Kletterwand oder dem Outdoor Escape Room. Manche der Aktivitäten haben aber auch drinnen stattgefunden. Wir hatten ein Star Lab, was eigentlich nur ein aufgeblasener Dome ist, an den der Sternenhimmel projiziert wird. Zwischendurch wurde dann immer zusammen mit allen Campern und Mitarbeitern des Camps zu Mittag und Abend gegessen.

Manchmal waren wir auch schon kurz nach dem Abendessen mit dem Programm des Tages durch, aber meistens waren wir noch bis 21 Uhr oder länger auf dem Gelände unterwegs. Danach hatte ich den Rest des Abends frei und musst erst wieder am nächsten Morgen auf der Matte stehen. So ein Tag vergeht wie im Fluge und ist auch stressiger, als man es sich vielleicht am Anfang vorstellt. Dafür bekommt man aber auch unglaublich viel zurück. Von strahlenden Kindern bis zu den hammer Kollegen und sonnigen Tagen in der Natur ist garantiert für jeden mindestens ein passender Grund dabei.

Kletterparcours im Hochseilgarten
Kletterwand

Was sollte man wissen, bevor man in die USA in ein amerikanisches Feriencamp reist?

Wenn dein Koffer voll ist, wirst du die Hälfte von den eingepackten Dingen nie benutzen. Ich selbst war mit einem Trekking Rucksack unterwegs und der war auf der Hinfahrt schon gut gefüllt. Großer Fehler…! Während meiner Reisezeit und auf dem Weg nach Hause wäre mein treuer Begleiter fast geplatzt. Ich habe mich schon nicht mehr getraut eine Schnalle oder den Reißverschluss zu öffnen. Allein vom Camp habe ich Klamotten für den Job als Rettungsschwimmer und als Kletterer des Hochseilgartens bekommen. Dann bin ich auch noch so ein riesen Fan von Läden wie „Goodwill“ oder „Salvation Army“. Da war ganz schnell mehr eingekauft als nötig. Aber auch die ganzen Malls verleiten einen ab und an mal dazu shoppen zu gehen. Daher lieber etwas Luft bei der Anreise lassen und generell nur Klamotten mitnehmen, die auch kaputtgehen dürfen oder zurückgelassen werden können.

Beim Lifeguard Training

Wie hast du deinen Reisemonat nach Camp America verbracht?

Mein Reisemonat war perfekt, besonders nach der vielen Arbeit im Camp. Diese hatte zwar super viel Spaß gemacht, aber es war doch schön dann mal ein wenig zu entspannen. Eigentlich war es gar kein Reisemonat, denn ich war nur zwei Wochen unterwegs, da ich noch zwei Wochen länger im Camp geblieben bin. Mein Camp lag circa eine Stunde nördlich von Chicago und ich hatte Chicago schon zur Genüge gesehen, daher war der nächste Schritt klar: Auf nach Miami! Fünf Tage Strand, Sonne, Meer und was es sonst noch so alles in Miami zu entdecken gibt.

Langweilig wurde es zum Glück absolut nicht. Wer schon einmal in einem Hostel übernachtet hat, weiß, dort trifft man immer neue Leute. Zum Beispiel einen Briten aus Nottingham, einen Brasilianer, der in Miami ein Luxus Restaurant managt, aber gerade keine Wohnung hat, weil seine Ex ihn rausgeschmissen hat, eine Afro-Amerikanerin, die für ein internationales Rap-Battle in der Stadt war und zwei Argentinierinnen, die wie ich nur für den Strand nach Miami gekommen waren. Außerdem habe ich noch eine Österreicherin getroffen, die auch gerade ihre Arbeit in einem Sommercamp beendet hatte.

Miami Beach

Nach Miami ging es dann nach Boston, also vom Süden in den Norden. Getrieben hat mich auch der Hurrikan „Dorian“, der direkt auf Florida zusteuerte, aber letztlich doch abdrehte. Nur konnte ich das zu dem Zeitpunkt ja noch nicht wissen. Also Boston. Die Reise dorthin hat gerade mal 32 Stunden gedauert. Mein Flug ging nach Philadelphia, aber dort hatte ich aufgrund meiner spontanen Reiseplanung kein Hostel mehr gefunden. Daher fuhr ich gleich mit dem Bus von Philly über NYC nach Boston weiter. Dort habe ich dann aber zum Glück ein Hostel gefunden. Und was ist Boston für eine tolle Stadt! Ich dachte eigentlich, ich würde jedem Miami empfehlen, aber nun muss ich Boston auch als Empfehlung weitergeben.

In manchen Teilen der Hauptstadt von Massachusetts ist es wie in Europa. In der Innenstadt hat mich der ein oder andere Ort an die Niederlande und am Strand an Südfrankreich oder Italien erinnert. Beeindruckend ist auch, dass mein Hostel im Stadtteil „Back Bay“ untergebracht war. Dort sind auch Haupteinkaufsstraßen und mehrere Colleges untergebracht. Back Bay gab es früher noch gar nicht. Der lebendigste Teil von Boston wurde komplett aufgeschüttet, um die kleine auf einer Halbinsel liegende Stadt zu erweitern. Im Hostel habe ich mal wieder einen Briten getroffen, diesmal allerdings aus London, der auch in einem Camp gearbeitet hatte. Außerdem waren noch zwei Deutsche mit mir in einem Zimmer. Wir sind ja wirklich überall. Ein Mädel kam auch gerade aus einem Camp und der Typ war, wie sich später herausstellte, der beste Kumpel eines aus Kiel stammenden Kommilitonen von mir. Wie klein die Welt doch ist!

Brooklyn Bridge

Den Weg, den ich schon einmal mit dem Bus gefahren war, gings dann wieder zur Hälfte zurück nach New York City. Hier bin ich zwar schonmal gewesen, aber beeindruckend ist es doch immer wieder. Zusammen mit einem Argentinier, der mich ab und zu gerne auf Spanisch anquatschte, obwohl er wusste, dass ich nichts verstand, machte ich mich täglich auf nach Downtown New York. Sowohl in Boston als auch in NYC bin ich für vier Nächte geblieben. Brooklyn, Downtown und der Central Park waren die Orte, an denen ich mich die meiste Zeit rumtrieb. Einmal habe ich die kostenlose Fähre nach Staten Island in Anspruch genommen, von der aus man einen super Blick auf Manhattans Skyline im Sonnenuntergang und auf Miss Liberty hat.

Skyline in NYC

Dann war bald schon das Ende meiner Reise in Sicht und ich begab mich per Bus und Bahn mit meinem gigantischen Rucksack zum Flughafen Newark in New Jersey. Und wen oder was habe ich wohl noch im Bus getroffen? Richtig, zwei Deutsche. So war dann die Reise nach Hause immerhin nicht langweilig. Und schlappe acht Stunden später war ich auch schon wieder in Düsseldorf gelandet.

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