Mein Sommerjob in den USA – Camp America

“Once an Austrian went yodeling on a mountain so high, when along came an avalanche interrupting her cry …” Verwirrt? War ich auch, als ich dieses Lied zum ersten Mal hörte. Es ist einer von vielen Campsongs aus meinem Sommerjob in den USA. Ich heiße Laura, bin 21 Jahre alt und komme aus Kärnten. Meinen Sommer verbrachte ich im Camp Wabasso in New Hampshire.

Camp Wabasso

AIFS kenne ich schon seit mehreren Jahren. Ich habe bereits 2016 das Farmwork and Travel Programm in Australien gemacht und mittlerweile bin ich selbst für AIFS als Beraterin in Kärnten tätig. Daher kam auch mein Entschluss, mir endlich einmal Amerika anzuschauen. So entschied ich moch für einen Sommerjob in den USA bzw. Camp America. Die Bewerbung erfolgte Last-Minute im Frühjahr 2019 und kurze Zeit später, saß ich bereits im Flugzeug. Sommerjob here I come!

Mein Camp – Camp Wabasso

Camp Wabasso war ein Girls Scout Camp im Staate New Hampshire, zwei Stunden außerhalb von Boston. Ich wurde als Arts & Crafts Director eingestellt. Somit unterrichtete ich Kinder in Zeichnen, Basteln, Nähen und allem anderen, was auch nur irgendwie kreativ war. Unsere Kinder waren zwischen 8 und 17 Jahre alt. Ich war in einem sogenannten Residence Camp. Das heißt, die Kinder blieben bei uns für mehrere Nächte. Es gab entweder einwöchige oder zweiwöchige Programme. Diese waren breit gefächert, die meisten hatten aber mit reiten zu tun. Unser Camp war relativ klein, zu Höchstzeiten hatten wir maximal 107 Kinder gleichzeitig im Camp, um die sich circa 35 Counsellor kümmerten.

Die Crew – Camp Wabasso – Sommerjob in den USA

Holzhütten, Stockbetten & Co.

Als Counsellor schläfst du in einer Hütte mit bis zu 6 anderen Kolleginnen. Diese Hütte befindet sich unmittelbar neben deiner zugeteilten Einheit an Kindern. Man hat bis zu 24 Kinder auf einmal zugeteilt, da kann es schon mal rund gehen. Die Hütten waren einfache Holzhütten mit Stock- oder Einzelbetten. Die Kinder brachten von zu Hause Bettzeug und alles, was sie für ihre Zeit im Camp so benötigten eigenständig mit. Für die Kinder galt ein absolutes elektronisches Verbot. Es gab für sie auch keine Steckdosen in den Hütten. Unsere Duschen waren richtig urig – wir duschten unter freiem Himmel in Holzkabinen mit Vorhängen. Das war besonders schön, weil man abends unter klaren Sternenhimmel duschen konnte. Bei Regen hingegen, war das dann doch sehr unpraktisch. Unsere Toiletten waren ebenfalls in Holzhütten mit Waschbecken, die aber überdacht waren.

In der Dining Hall gab es das Essen. Dort gab es im Buffet-Style drei Mal am Tag warme Mahlzeiten. Wir kochten aber auch unter freiem Himmel mit unseren Kindern. Dazu hatten wir Feuerstellen. Was es hier zu essen gab, entschieden die Kinder selbst. Wir hatten im Camp ein Hauptgebäude, in dem es für uns Betreuer WLAN und Computer gab, die wir nutzen konnten. Dort gab es auch einen Raum nur für uns, mit Fernseher und gemütlichen Sofas. Unsere Camp Direktorin mit ihren 2 Assistentinnen hatte hier auch ihr Büro. Nebenan war das Haus unserer Krankenschwester, die fast 24/7 da war.

Natur pur

An Abwechslung mangelte es uns auf jeden Fall nicht. In meinem Camp liefen nicht nur wilde Schwarzbären herum, sondern auch Kojoten, Stachelschweine und angeblich eine Elchdame. War man nicht vorsichtig genug, fand man kleine Chipmunks in seiner Hütte, die nach Süßigkeiten suchten.

Sommerjob in den USA – Camp America

Unsere Aufgaben

Es gab wöchentlich einen ganz genauen Plan für uns Counsellor. Die Aufgaben wechselten jeden Tag. Hier eine Übersicht unserer Aufgaben:

  • Hoppers – die Kinder deckten die Tische und durften das Essen vom Küchenfenster holen und zum Tisch bringen. Auf jedem Tisch wurde ein kleines Buffet aufgebaut. Die Counsellor waren nach dem Essen für das Singen zuständig.
  • Badgers – die Counsellor standen vor dem Essen am Singing Rock (Singing Rock war ein Felsen vor dem Essensgebäude, auf dem ein paar Counsellor standen und mit den Kindern sangen.) Die Kinder mussten die Teller reinigen und schlichten, um sie dann zum Abwasch zu bringen.
  • Dishes – die Counsellor machten den Abwasch.
  • Games – die Counsellor führten die Spiele am großen Feld an.

Alle helfen mit – auch beim Putzen

  • Showers – die Kinder hatten die Duschen zu putzen.
  • Unit Bathrooms – jeden Tag mussten die eigenen Toiletten und Waschbecken geputzt werden.
  • Lodge – das Hauptgebäude wurde komplett geputzt (Kehren, Moppen, Toiletten putzen, Müll wegbringen).
  • Whrilwinds Bathrooms – diese Toiletten mussten 2x täglich gereinigt werden, da sie neben dem Essensgebäude standen und somit häufiger genutzt wurden.
Singing Rock

Mein Tagesablauf

Der Tag startete um 7.00 Uhr. Man weckte die Kinder und meistens dauerte es sehr lange, bis sie fertig angezogen waren. Um 7.45 Uhr war es unsere Pflicht, pünktlich am Singing Rock teilzunehmen. Dort sang man 15 Minuten lang verschiedene Campsongs. Eine der Einheiten war währenddessen damit beschäftigt, die Tische zu decken. Dann wurde gegessen. Nach dem Essen gingen die Kinder hinaus zum Spielen, während ein paar Counsellor den Abwasch machten. Später fingen die Aktivitäten an. Dazu zählten die verschiedenen Specialist Areas oder auch einfache Aktivitäten und Spiele.

Später traf man sich wieder zum Singing Rock und um 12:30 Uhr startete das Mittagessen. Nach dem Essen wurde wieder gesungen und draußen gespielt. Dann ging es weiter mit den geplanten Aktivitäten. Um 17:45 Uhr wurde erneut gesungen und später abendgegessen. Im Anschluss wurde draußen noch gespielt (und natürlich gesungen), bis die Kinder schließlich bettfertig gemacht wurden. Spätestens um 21:00 Uhr sollten alle im Bett sein. Zur Nachtroutine zählten: Einschlaflieder, Highs und Lows des Tages (was einem am besten und wenigstens gefiel) und noch „Hug, Handshake, Highfive“ (die Kinder konnten sich eben aussuchen, ob sie eine Umarmung, ein Händeschütteln oder einen selbst ausgedachten Handschlag haben wollten). Ihr seht, so ein Sommerjob in den USA kann manchmal etwas anstrengend sein.

Abreisetag = Tränentag

Am letzten Abend vor der Abreise der Kinder, hatten wir das sogenannte „Final Campfire“, bei dem wir am Strand ein riesiges Lagerfeuer machten und alle drumherum saßen. Es wurden Lieder gesungen, Geschichten erzählt und jedes Kind bekam eine Perle mit einer bestimmten Farbe. Diese Farbe hatte nach ‚Girl Scout Law‘ eine bestimmte Bedeutung und Ehre zufolge. Dann bekam noch jeder eine Kerze und hatte einen Wunsch frei. Das Ritual war unglaublich schön und man erinnerte sich gemeinsam an die vergangenen Tage, was man erlebte und wen man alles kennenlernte. Meistens sind danach unzählige Tränen geflossen, weil am nächsten Tag alles wieder vorbei war und die Kinder nach Hause fuhren.

Das Leben als Counselor

Als Counsellor hatte man pro Tag entweder 2 Freistunden, oder man war abends ab 21:00 Uhr freigestellt. Es mussten immer mindestens 2 Counsellor abends bei ihrer Einheit in der Hütte sein, falls die Kinder ein Problem hatten und jemanden zum Reden brauchten. Besonders Heimweh war bei vielen Kindern natürlich ein Thema.

Damit man nicht immer mit derselben Altersgruppe arbeitete, wechselten wir Counsellor regelmäßig die Hütte. Somit arbeiteten wir auch mit anderen Counsellorn zusammen. So konnte ich alle genauer kennenlernen und herausfinden, mit welcher Altersklasse ich am besten arbeiten kann. Man hatte so wirklich die Chance, alles einmal auszuprobieren.

Ein unvergesslicher Sommerjob in den USA

Man war für die Kinder eine Art Held, man wurde mit großen Augen angesehen und Ratschläge, Komplimente und Tipps, die man den Kindern gab, wurden aufgesaugt und stolz wiederholt. Hatte man einmal frei, fragten sie sofort, wo man sei und wieso man nicht bei ihnen ist und am letzten Tag wurde immer viel geweint. Die Kinder bauten eine extreme Bindung zu allen im Camp auf.

Nach dem Sommerjob ist vor der Reise – Reisemonat

Reisemonat

Als Camp America Teilnehmer bekommt man vergünstigte Angebote für Intrepid Reisen. Ich entschied mich, direkt nach dem Sommerjob in den USA, an einer zweiwöchigen Reise mit dem Titel „Eastern Adventure“ teilzunehmen. Wir starteten in New York, dann ging es nach Philadelphia. Danach reisten wir nach Washington D.C., wo wir den ganzen Tag frei verbringen konnten. In Washington sind alle Museen gratis, wodurch man sich wirklich viel anschauen konnte.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir wandernd in den Blue Ridge Mountains und Great Smoky Mountains, sowie Gatlinburg, der Heimatstadt Dolly Partons. Dann ging es für uns weiter nach Louisville und Nashville. Mein persönliches Highlight waren die zwei Tage in Chicago. Im Anschluss reisten wir nach Detroit, wo ich mir ein Baseballspiel anschaute. Am nächsten Tag besuchten wir einen Amusement Park in Sandusky. Dort gab es wirklich angsteinflößende Achterbahnen. Ein weiteres Highlight waren die Niagara Fälle. Unser letzter Tag war an den Finger Lakes, wo wir noch einmal baden konnten. Die Reise endete wieder in New York.

Zeltlager – Reisemonat

Während der Reise schläft man fast jede Nacht auf Campingplätzen in Zelten. Man kocht entweder selbst mit den anderen, oder holt sich etwas zu essen. Die Reise ist zwar etwas teuer, jedoch sieht man in den zwei Wochen irrsinnig viel und man kommt weit herum. Ich würde sie jederzeit wieder machen. Außerdem ist man bei der Reise mit anderen Camp America Teilnehmern zusammen und kann sich so über den erlebten Sommer austauschen und vieles über andere Camps erfahren. Ich habe mir am Ende noch einen Tag lang New York im Schnelldurchlauf angeschaut, bevor es wieder nach Hause ging.

Laura in Chicago

Fazit meines Sommerjobs in den USA

Alles in allem war die Zeit wirklich aufregend und abwechslungsreich. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es ein Sommerjob in den USA ist. An manchen Tagen fällt man wirklich sehr K. O. ins Bett. Die Kinder machen das dann aber wieder wett. Ich habe so viele lustige Erinnerungen an diesen Sommer, die mir immer bleiben werden. Camp America war für mich ein einzigartiger Sommer mit vielen neuen Freundschaften und Erfahrungen.

Bewirb dich jetzt für einen Sommerjob in den USA: www.aifs.at

Das ist Camp America

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